Die Atlantik-Brücke lädt ihre Mitglieder zu Delegationsreisen in die USA ein. Bei einer Fülle von Gesprächsterminen mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und den Medien haben die Teilnehmer Gelegenheit, sich über die aktuellen Entwicklungen in den USA und den transatlantischen Beziehungen zu informieren. Die Mitgliederreisen der Atlantik-Brücke führten unter anderem nach Washington, DC, in den Präsidentschafts-Wahlkampf des Jahres 2008 nach Ohio, 2007 in das vom Hurrikan Katrina zerstörte New Orleans und 2011 auch nach South Carolina.

Foto: Atlantik-Brücke/Eveline Metzen
Die Delegationsteilnehmer
Eine Delegation von 40 Mitglieder der Atlantik-Brücke reiste vom 1. bis 5. Oktober 2012 nach Washington, DC um sich mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Finanzen, Think-Tanks und den Medien zu treffen und sich vor Ort über die aktuellen Entwicklungen in den USA und den transatlantischen Beziehungen zu informieren. Die anspruchsvollen Gespräche wurden von einem Rahmenprogramm abgerundet, zu dem der Austausch mit Young Leaders-Alumni der Atlantik-Brücke ebenso gehörte wie ein Empfang in der Residenz des deutschen Botschafters am Tag der Deutschen Einheit und ein Besuch bei der Firma Stihl in Virginia Beach.
Zum Thema Außen- und Sicherheitspolitik in der transatlantischen Partnerschaft hatten die Delegationsteilnehmer Gelegenheit, im Weißen Haus mit Michael Froman, Deputy Assistant to the President and Deputy National Security Advisor for International Economic Affairs und Julianne Smith, Deputy National Security Advisor to the Vice President zu diskutieren. Ein Treffen im Pentagon mit Derek Chollet, Assistant Secretary of Defense for International Security Affairs und James Townsend, Deputy Assistant Secretary of Defense for European and NATO Policy, ermöglichte den offenen Austausch über amerikanische und europäische Sicherheitsstrategien. Wiederkehrendes Thema der Diskussionen war der „Pivot to Asia“ (also der „Schwenk nach Asien“ in der amerikanischen Politik). Die amerikanischen Gesprächsteilnehmer bevorzugten den Begriff „Rebalancing“ um zu unterstreichen, dass es sich nicht um eine Abkehr von Europa zugunsten von Asien handele, sondern um eine Anerkennung der wachsenden Bedeutung Asiens. Die transatlantische Partnerschaft, darin waren sich alle Diskutanten und Redner einig, sei nicht weniger wichtig geworden. Aus den Gesprächen wurde außerdem deutlich, dass die amerikanische Seite das deutsche Engagement in sicherheitspolitischen Fragen sehr schätzt. Wo der Fokus dieses Engagements liegen soll, wurde kontrovers diskutiert.
Finanzpolitische Themen spielten bei der Mitgliederreise ebenfalls eine herausgehobene Rolle. Die Delegation traf sich erneut mit Gesprächspartnern von der Reise letzten Jahres, Janet Yellen, Vice Chair of the Board of Governors of the Federal Reserve System und Dr. David Lipton, First Deputy Managing Director beim International Monetary Fund, um die Gespräche von 2011 aufzugreifen und über die aktuellen Herausforderungen für Banken zu diskutieren.
Ein Treffen mit Dr. Henry Kissinger, dem ehemaligen Außenminister der USA, sowie Gespräche mit Vertretern des Republican National Committee, mit Journalisten über die kommende Präsidentschaftswahl und mit Vertretern von Facebook haben frische und alternative Perspektiven zu den Diskussionen beigetragen.
Das besondere Highlight zum Abschluss der Mitgliederreise war ein Besuch bei der Firma Stihl Inc., einem schwäbischen Familienunternehmen, das in Virginia Beach seinen wichtigsten ausländischen Fertigungsstandort hat. Dort ging es nicht nur um wirtschaftliche Brücken zwischen Deutschland und den USA, sondern auch um die handfesten Qualitäten von Motorsägen, Laubbläsern und anderem schweren Gerät, für das sich sowohl Amerikaner als auch Deutsche begeistern.