Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Volker Rühe war am 8. Dezember 2011 zu Gast beim Treffen der Arbeitsgruppe Außen- und Sicherheitspolitik der Atlantik-Brücke. Vor den rund 20 Teilnehmern der Arbeitsgruppe sprach Rühe im Berliner Magnus-Haus über die Zukunft der NATO.
Rühe betonte die große Bedeutung des Bündnisses im 20. Jahrhundert. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die globale Ordnung sich aktuell stark verändert und dass diese Veränderungen eine neue NATO erfordern. So habe sich beispielsweise die Rolle Asiens in den internationalen Beziehungen grundlegend gewandelt und beeinflusse auch das transatlantische Verhältnis. Dies müsse sich auch im strategischen Konzept der NATO widerspiegeln.
Auch die Umbrüche im Nahen und Mittleren Osten machen es notwendig, die Rolle der NATO neu zu definieren. Rühe regte an, dass das Bündnis die Veränderungen in der Region eng begleitet und auf neue Entwicklungen zeitnah reagiert.
In der Diskussion sprachen die Teilnehmer der Arbeitsgruppe, die aus Politik, Medien und der Wirtschaft kamen, darüber, wie stark Russland in die Aktivitäten der NATO eingebunden werden sollte. Außerdem wurde über den Fall Iran und die Rolle Deutschlands in der internationalen Sicherheitspolitik debattiert. Die Anwesenden waren sich darin einig, dass militärische Kooperation und militärisches „Burden Sharing“ für Deutschland in Zukunft sehr wichtig seien.
Moderiert wurde das Treffen vom Botschafter Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz und Global Head of Government Relations, Allianz SE.