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	<title>Transatlantische Lehrerreise Archive - Atlantik-Brücke e.V.</title>
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	<title>Transatlantische Lehrerreise Archive - Atlantik-Brücke e.V.</title>
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	<item>
		<title>„Ideen kann man nicht töten.“</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/ideen-kann-man-nicht-toeten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Pia Kauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Sep 2025 10:12:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Subsub-Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Transatlantische Lehrerreise]]></category>
		<category><![CDATA[Bücherverbrennung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Amy Brownlee's Essay über die Bedeutung der Lesefreiheit und ihre Erkenntnisse aus der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/ideen-kann-man-nicht-toeten/">„Ideen kann man nicht töten.“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Amy Brownlee ist Bibliothekarin und Leselehrerin in Kansas und Alumna unserer Transatlantischen Lehrerreise. In diesem Essay, der zuerst auf Englisch <a href="https://knowledgequest.aasl.org/book-burning-and-freedom-to-read-transatlantic-connections/?fbclid=PAZXh0bgNhZW0CMTEAAadWujmvUk4HOKLO5jSIEqdl3z2-K70hXy6R4sc6MIrLquwtBG74EVFjhxKRmw_aem_S-Zpqa6laQw_KRQHvvigsw">auf ihrem Blog</a> veröffentlicht wurde, setzt sie sich mit den Bücherverbrennungen in der NS-Zeit auseinander und reflektiert die Bedeutung von intellektueller Freiheit. </em></p>
<p><em>Von Amy Brownlee</em></p>
<p>Im Juni hatte ich das Privileg, als Teil einer Gruppe von US-Lehrkräften an einer transatlantischen Studienreise durch Deutschland teilzunehmen. Ziel der Reise war es, mehr über die modernen Aspekte des Landes, das Bildungssystem und das politische System sowie die deutsche Kultur zu erfahren, aber auch, sich mit Deutschlands komplizierter Geschichte auseinanderzusetzen.</p>
<p>Während meines Aufenthalts in Berlin besuchte ich das <a href="https://www.visitberlin.de/de/denkmal-zur-erinnerung-die-buecherverbrennung">Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung</a> auf dem Berliner Bebelplatz. Hier hatten nationalsozialistische Studenten am 10. Mai 1933 vor 40.000 Zuschauern 20.000 als „anstößig“ und „undeutsch“ geltende Bücher verbrannt. Die Organisatoren der Bücherverbrennung lasen an mehreren Verbrennungsstätten dieselbe Rede vor. Sie enthielt folgende Worte: „Gegen Dekadenz und moralischen Zerfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat!&#8221;.</p>
<p>Die Bücherverbrennung wurde von einer Gruppe von Menschen durchgeführt, die versuchten, Ideen zu unterdrücken, mit denen sie nicht einverstanden waren oder die sie nicht akzeptabel fanden.</p>
<p>Kommt Ihnen das bekannt vor?</p>
<p>Das Denkmal ist leicht zu übersehen. Es besteht aus einer Glasplatte, die bündig mit dem Kopfsteinpflaster abschließt. Diese dient als Fenster zu einem unterirdischen Raum mit leeren, weißen Bücherregalen, die sowohl die physische als auch die intellektuelle Leere symbolisieren, die durch die Vernichtung der Bücher entstanden ist. Einige Meter entfernt beschreibt eine Metallplatte auf dem Boden mit wenigen eindringlichen Worten den Zweck des Denkmals.</p>
<p>Das Zitat &#8220;Das war ein Vorspiel nur. Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen&#8221; ist weit älter als die NS-Zeit. Es stammt aus einem Theaterstück des deutsch-jüdischen Autors Heinrich Heine, dessen Arbeiten von den Nazis verboten wurden. Es ist gut möglich, dass Ausgaben seiner Schriften auf eben jenem Platz 1933 verbrannt wurden.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-72665 size-medium" src="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/1-8-1000x500.png" alt="" width="1000" height="500" srcset="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/1-8-1000x500.png 1000w, https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/1-8-800x400.png 800w, https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/1-8-1536x768.png 1536w, https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/1-8-2048x1024.png 2048w, https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/1-8.png 2125w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<p>Unter den Büchern, die an diesem Tag verbrannt wurden, befand sich auch ein Titel der amerikanischen Autorin, Rednerin und Aktivistin Helen Keller. In einem <a href="https://www.afb.org/HelenKellerArchive?a=d&amp;d=A-HK02-B210-F03-001">Brief an deutsche Studenten</a>, der auf einen Tag vor der Verbrennung datiert war, schrieb Keller: „History has taught you nothing if you think you can kill ideas. Tyrants have tried to do that often before, and the ideas have risen up in their might and destroyed them.&#8221; (Die Geschichte hat euch nichts gelehrt, wenn ihr glaubt, dass man Ideen töten kann. Tyrannen haben das schon oft versucht, aber die Ideen sind mit ihrer ganzen Kraft wieder auferstanden und haben sie vernichtet.)</p>
<p>Kraftvolle Worte.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ein Verstoß gegen den Marktplatz der Ideen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mehr als 90 Jahre später zündete ein Mann aus Ohio auf der anderen Seite des Atlantiks rund 100 Bibliotheksbücher über die Geschichte der Juden, Afroamerikaner und LGBTQ-Community an (<a href="https://www.nbcnews.com/news/us-news/ohio-man-accused-burning-books-black-jewish-lgbtq-history-rcna206716">laut NBC News, 14. Mai 2025</a>). Der Vorfall löste Schock und Empörung aus, insbesondere bei denjenigen, die sich aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den betroffenen Gruppen persönlich angegriffen fühlten.</p>
<p>Der demokratische Senator von Ohio, Kent Smith, reagierte mit <a href="https://www.nbcnews.com/news/us-news/ohio-man-accused-burning-books-black-jewish-lgbtq-history-rcna206716">den folgenden Worten</a>: „I condemn this act, not only because it is a crime against our institutions and community, but also because it is fundamentally un-American. This act of violence is not just a crime against the public catalog of literature that was destroyed, but also is a violation of the marketplace of ideas that is a bedrock principle of American life”. (Ich verurteile diese Tat, nicht nur weil sie ein Verbrechen gegen unsere Institutionen und unsere Gemeinschaft ist, sondern auch weil sie grundlegend unamerikanisch ist. Diese Gewalttat ist nicht nur ein Verbrechen gegen gegen den öffentlichen Bücherbestand, der zerstört wurde, sondern auch ein Verstoß gegen den Marktplatz der Ideen, der ein Grundprinzip des amerikanischen Lebens ist.)</p>
<p><strong>Von der Zensur zur Freiheit</strong></p>
<p>In einem anderen Stadtteil Berlins findet man die Amerika-Gedenkbibliothek. In den 1950er Jahren erbaut und in Teilen durch Amerikanische Spenden finanziert, wurde sie zur zentralen öffentlichen Bibliothek in Westberlin während der Teilung der Stadt.</p>
<p>Franka Ellman, eine der Organisatorinnen der Studienreise, ist in Ost-Berlin aufgewachsen. Sie erzählte uns, wie sie als Kind den Berliner Fernsehturm besuchte, und vom höchsten Punkt Berlins aus die spektakuläre Aussicht genoss, nach West-Berlin hinüberblickte und sich fragte, ob sie dort jemals einen Fuß hinsetzen würde.</p>
<p>Sie wies unsere Lehrergruppe auf die Amerika-Gedenkbibliothek hin und teilte ihre Erinnerungen daran, wie sie als Teenagerin nach dem Fall der Mauer die Bibliothek besuchte. Sie erklärte uns, dass die Amerika-Gedenkbibliothek wichtig sei, weil sie für alle zugänglich ist, die Ideale der Demokratie und Freiheit verbreite und einen offenen Zugang zu Ideen und Informationen biete.</p>
<p>Als ich das hörte, schlug mein Bibliothekarinnenherz höher.</p>
<p>Die Botschaft war laut und deutlich: <strong>Bücher sind heilig. Bibliotheken sind mächtig. Intellektuelle Freiheit ist schützenswert.</strong></p>
<p><em><img decoding="async" class="wp-image-72677 alignleft" src="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Brownlee-400x500.jpg" alt="" width="116" height="145" srcset="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Brownlee-400x500.jpg 400w, https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Brownlee-1229x1536.jpg 1229w, https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Brownlee-1638x2048.jpg 1638w, https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Brownlee-scaled.jpg 2048w" sizes="(max-width: 116px) 100vw, 116px" /></em></p>
<p><em>Amy Brownlee ist Leselehrerin und Bibliothekarin in einem ländlichen Schuldistrikt in Kansas. Sie wurde 2017 als &#8220;Kansas School Librarian of the Year&#8221; ausgezeichnet und wurde für das &#8220;National Endowment for the Humanities Institute&#8221; ausgewählt. Brownlee ist Rezipientin eines Fulbright-Hays-Fellowships</em><em> und war einen Monat in Äthiopien mit der Hilfsorganisation &#8220;Ethiopia Reads&#8221;. Sie war Teil der diesjährigen Kohorte der Transatlantischen Lehrerreise der Atlantik-Brücke.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/ideen-kann-man-nicht-toeten/">„Ideen kann man nicht töten.“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Die Gespräche mit Schüler*innen waren der beste Teil der Reise“</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/resilience-reconciliation-and-remembrance-in-modern-germany/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Pia Kauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Jul 2025 13:58:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Transatlantische Lehrerreise]]></category>
		<category><![CDATA[Transatlantic Dialogue]]></category>
		<category><![CDATA[Transatlantic Study Trips for Teachers]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.atlantik-bruecke.org/?p=71074</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als eine von 15 Lehrkräften nahm Amy Brownlee an unserem diesjährigen "Transatlantic Study Trip for Teachers" teil. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/resilience-reconciliation-and-remembrance-in-modern-germany/">„Die Gespräche mit Schüler*innen waren der beste Teil der Reise“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;"><em>Die deutsch-amerikanischen Beziehungen leben nicht nur von strategischen Erwägungen seitens der Politik, sondern auch von kultureller und emotionaler Verbundenheit. Im Idealfall wird der Grundstein für den interkulturellen Austausch schon früh im Leben gelegt, beispielsweise durch engagierte Lehrer. Aus diesem Grund ermöglicht die Atlantik-Brücke ausgewählten US-Lehrer*innen eine Bildungsreise nach Deutschland und, mit großzügiger Unterstützung des Sächsischen Staatsministerium für Kultus, ausgewählten ostdeutschen Lehrer*innen eine Reise in die USA. Im Juni 2025 haben wir eine Gruppe von 15 US-amerikanischen Pädagogen in Deutschland willkommen geheißen. </em><em>Amy Brownlee, eine unserer Teilnehmerinnen, hat einen Bericht über die Reise verfasst, den Sie im englischen Original <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/en/resilience-reconciliation-and-remembrance-in-modern-germany/">auf unserer englischen Website</a> und leicht gekürzt auf deutsch hier lesen können.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>von Amy Brownlee</em></p>
<p style="font-weight: 400;">Ich fühlte mich geehrt, als eine von fünfzehn amerikanischen Lehrer*innen aus dreizehn verschiedenen Bundesstaaten für die Teilnahme an der diesjährigen Transatlantischen Lehrer*innenreise der Atlantik-Brücke ausgewählt worden zu sein. Wir reisten vom 8. bis 16. Juni 2025 durch Deutschland und besuchten dabei die Städte München, Chemnitz, Dresden und Berlin.</p>
<p style="font-weight: 400;">Das herausragende und abwechslungsreiche Programm konzentrierte sich auf die Bereiche Bildung, Geschichte, Politik und Medien, Wirtschaft und Handel, Kultur sowie ökologische Nachhaltigkeit. Es ist zwar schwierig, die ganze Vielfalt unserer Erfahrungen wiederzugeben, aber ich möchte Ihnen die Höhepunkte, die wichtigsten Erkenntnisse und meine persönlichen Eindrücke schildern.</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Besuch von Schulen und die Gespräche mit deutschen Schüler*innen und Lehrer*innen waren für mich der beste Teil der Reise.&#8221;</p></blockquote>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Bildung</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Der Besuch von Schulen und die Gespräche mit deutschen Schüler*innen und Lehrer*innen waren für mich der beste Teil der Reise. Die Gespräche mit den Schüler*innen und die Einblicke aus erster Hand in ihren Schulalltag ermöglichten uns eine besondere Perspektive, die gewöhnlichen Besucher*innen meist verwehrt bleibt.</p>
<p style="font-weight: 400;">Wir besuchten drei verschiedene Schulen, in denen uns Schüler*innen herumführten. Jede Schule hatte ihre eigenen Stärken: Eine Schule zeichnete sich durch projektbasiertes Lernen, Berufsorientierung, altersübergreifende Aktivitäten und Clubs aus. Eine andere Schule war stolz auf ihr historisches Gebäude und ihre fortgeschrittenen Kurse in Musik und Kunst. An einem Standort hatte eine Gruppe von Schüler*innen Stationen zu verschiedenen Aspekten des Schullebens vorbereitet.</p>
<p style="font-weight: 400;">Jeder Schulbesuch beinhaltete auch eine Diskussionsrunde. Die Schüler*innen scheuten sich nicht, schwierige Fragen zu Themen wie Waffengewalt an Schulen und dem politischen Klima unter dem derzeitigen US-Präsidenten zu stellen. Es war faszinierend, mehr über die Sichtweise der Schüler*innen auf die Vereinigten Staaten sowie über das deutsche Bildungssystem zu erfahren.</p>
<p style="font-weight: 400;">Unsere Informationsveranstaltung zum sächsischen Bildungssystem im Sächsischen Staatsministerium für Kultus bot Einblicke in die Schulstruktur mit Schwerpunkt auf beruflicher Bildung und politischer Bildung. Bei unserem Treffen an der Technischen Universität Dresden lag der Schwerpunkt auf dem Lehrer*innenausbildungsprogramm. Wir erfuhren, dass deutsche Sekundarschullehrer*innen in der Regel zwei verschiedene Fächer unterrichten und keine Fortbildungskurse besuchen müssen, um ihre Lehrbefugnis zu behalten, wie es in den USA der Fall ist. Sowohl in Deutschland als auch in Amerika herrscht derzeit Lehrer*innenmangel.</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir lernten, dass Deutschland in Bezug auf die Förderung von Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf hinter den Vereinigten Staaten zurückliegt.&#8221;</p></blockquote>
<p style="font-weight: 400;">Und wir lernten, dass Deutschland in Bezug auf die Förderung von Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf hinter den Vereinigten Staaten zurückliegt. Während US-amerikanische Schulen Inklusion praktizieren, indem sie Schüler*innen mit besonderen Bedürfnissen in den regulären Unterricht mit ihren Altersgenossen integrieren, besuchen deutsche Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf separate Schulen.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Geschichte</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Unsere Stadtrundgänge in München, Dresden und Berlin ermöglichten es uns, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der jeweiligen Stadt zu sehen und mehr über ihre historische Bedeutung zu erfahren. Zu den Höhepunkten der Münchner Tour zum Thema Nationalsozialismus und Widerstand gehörte die Auseinandersetzung mit der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, und der Anblick von Einschusslöchern an einem Gebäude, die dort belassen wurden, um an den Krieg zu erinnern. Unser Rundgang durch Berlin gab uns einen unglaublichen Einblick in die komplizierte Geschichte Deutschlands. Durch die Gedenkstätte für die ermordeten Juden Europas zu gehen und die Stolpersteine kennenzulernen, die in 24 Ländern an Opfer des Holocaust erinnern, regte zum Nachdenken an. Ebenso beeindruckend war unsere Führung durch die Gedenkstätte Berliner Mauer, wo wir etwas über die Auswirkungen und Folgen der Deutschen Teilung erfuhren. Die Führung durch das Stasi-Gefängnis gab Einblicke in das Leben unter dem DDR-Regime.</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Umwandlung des Lagers in einen Ort des friedlichen Gedenkens entzieht den Unterdrückern ihre Macht.&#8221;</p></blockquote>
<p style="font-weight: 400;">Der Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau war eine ernüchternde und emotional herausfordernde Erfahrung. Als ich das Gelände betrat, spürte ich die Schwere der schrecklichen Grausamkeiten, die dort geschehen waren, aber als ich die von Bäumen gesäumte Allee entlang zu den Kapellen ging, überkam mich ein Gefühl der Ruhe. Die Umwandlung des Lagers in einen Ort des friedlichen Gedenkens entzieht den Unterdrückern ihre Macht und übergibt das Lager denen, die sich erinnern und schwören: „Nie wieder.“</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Politik und Medien</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Wir hatten mehrere informative Treffen mit Expert*innen aus den Bereichen Politik und Medien.</p>
<p style="font-weight: 400;">Bei unserem Abendessen mit zwei Universitätsforscherinnen erhielten wir einen ausgezeichneten Überblick über das politische System Deutschlands. Ich war fasziniert vom Koalitionssystem und fragte mich, ob etwas Ähnliches auch in Amerika funktionieren könnte. Unsere Besichtigung eines Bundestagsbüros und eine exklusive Führung durch das Reichstagsgebäude war eine hervorragende Ergänzung zu unserer Auseinandersetzung mit dem deutschen Regierungssystem, und unser Gespräch mit einer Stadträtin gab uns einen Einblick in die Lokalpolitik und Einwanderungsfragen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Kate Brady gab Einblicke in ihre Arbeit als Auslands-Korrespondentin der Washington Post. Ihre Arbeit ist von entscheidender Bedeutung, da qualitativ hochwertiger Journalismus für die Demokratie unerlässlich ist und aufgrund der vermehrten Verbreitung von „Fake News“ unter Beschuss steht.</p>
<p style="font-weight: 400;">Eines der beeindruckendsten Treffen der gesamten Reise war der Besuch der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Unsere Sitzung mit Dr. Marco Overhaus und Dr. phil. Ronja Kempin konzentrierte sich auf die Beziehungen zwischen der EU und den USA. Dr. Overhaus Einschätzung der USA als „weniger verlässlichen Verbündeten“ und das Fazit, die „Demokratie in Amerika befinde sich in einer tiefen Krise“, waren alarmierend. Besorgniserregend sei insbesondere, so Dr. Overhaus und Dr. Kempin, dass Entwicklungen, die aktuell in den USA zu beobachten sind, häufig mit einer Verzögerung von fünf bis zehn Jahren auch in der EU eintreffen.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Wirtschaft und Handel</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Wir erhielten eine Einführung zu Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas 2025, und bei einer Führung durch die Feldschlösschen-Brauerei erhielten wir einen Einblick in ein erfolgreiches Unternehmen. Nachdem ich von der Stärke der deutschen Berufsausbildung erfahren hatte, war ich gespannt darauf, bei unserem Besuch in der Industrie- und Handelskammer mehr über das System zu erfahren. Wir besichtigten eine Berufsschule und trafen Schüler*innen, die in voll ausgestatteten Labors praktische Übungen absolvierten.</p>
<p style="font-weight: 400;">Dr. Nick Pruditsch, der sich auf Arbeitsmarkt- und Fachkräftethemen spezialisiert hat, erläuterte, wie die Industrie- und Handelskammer mit Unternehmen zusammenarbeitet, um den zukünftigen Bedarf an Arbeitskräften zu ermitteln, Schüler*innen mit passenden Ausbildungs- und Arbeitsplatzangeboten zu vernetzen und gezielte Schulungsmaßnahmen bereitzustellen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Mir fiel das Recycling auf, die häufige Nutzung von Fahrrädern und dass viele Menschen zu Fuß gingen.&#8221;</p></blockquote>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Ökologische Nachhaltigkeit</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Dennis Tänzler vom Think Tank Adelphi berichtete über den geplanten Kohleausstieg bis 2038, und wir erfuhren, dass das Land aktiv alternative Energiequellen auslotet, da es kein Erdgas mehr aus Russland bezieht.</p>
<p style="font-weight: 400;">Während meines Aufenthalts in Deutschland habe ich zahlreiche Maßnahmen im Bereich der Nachhaltigkeit beobachtet. Wir sahen viele Windräder und große Flächen mit Solarpaneelen. Außerdem fiel mir das öffentliche Recycling auf, die häufige Nutzung von Fahrrädern und dass viele Menschen zu Fuß gingen, der effiziente öffentliche Nahverkehr, der sparsame Einsatz von Klimaanlagen, das Bestreben von Restaurants, weniger Abfall zu produzieren, sowie Energiesparsysteme in Hotels. Auch wenn diese Aspekte nicht Teil eines offiziellen Programms waren, haben sie mein Verständnis für Deutschlands Nachhaltigkeitsbemühungen deutlich erweitert und mich dazu inspiriert, einige dieser Praktiken auch zu Hause umzusetzen.</p>
<p style="font-weight: 400;" data-start="820" data-end="855"><strong data-start="820" data-end="855">Auswirkungen auf </strong><strong>den Unterricht</strong></p>
<p style="font-weight: 400;" data-start="857" data-end="1020">Ich habe mehrere Praktiken im deutschen Bildungssystem beobachtet, die auch in den USA umgesetzt werden könnten, um die Effektivität unserer Schulen zu verbessern:</p>
<ul>
<li data-start="1024" data-end="1236">An einer der Schulen die wir besichtigt haben erhalten Schüler*innen der Klassenstufen 1 bis 7 keine formellen Noten auf dem Zeugnis. Die Schüler*innen berichteten, dass ihnen dieses System gefällt, da es den Leistungsdruck reduziert.</li>
<li data-start="1239" data-end="1486">In einem Klassenzimmer unterrichten mehrere Lehrkräfte. So entfällt der übliche Zeit- und Kostenaufwand für Dekoration und Personalisierung, wie er in den USA üblich ist – das schafft mehr Raum für den Unterricht und fördert die Work-Life-Balance.</li>
<li data-start="1489" data-end="1615">Lehrer*innen verfügen über Arbeitsplätze in einem gemeinsamen Raum, was die Zusammenarbeit und Kommunikation stärkt.</li>
<li data-start="1618" data-end="1779">Es gibt einen starken Fokus auf politische Bildung und dem Erkennen von Desinformation. Dieser Fokus sollte in den USA dringend ausgebaut werden.</li>
<li data-start="1782" data-end="1918">An einer Schule erforschten Sechstklässler das Leben einer Person, die während des Holocausts ums Leben kam, und würdigen deren Andenken.</li>
</ul>
<blockquote><p>&#8220;Besonders beeindruckt hat mich das deutsche Bekenntnis zu kollektiver Verantwortung.&#8221;</p></blockquote>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Auswirkungen auf mein Deutschlandbild und </strong><strong>mein Bild der transatlantische</strong><strong>n Beziehung</strong></p>
<p style="font-weight: 400;" data-start="1998" data-end="2516">Vor dieser Reise stammte mein Wissen über Deutschland hauptsächlich aus dem Geschichtsunterricht über den Zweiten Weltkrieg. Ich war tief beeindruckt von Deutschlands Widerstandskraft und der enormen Aufbauleistung nach dem Krieg sowie von den Versöhnungsbemühungen nach der Überwindung physischer und ideologischer Teilungen. Besonders beeindruckt hat mich das deutsche Bekenntnis zu kollektiver Verantwortung und einer aktiven Erinnerungskultur – in diesen Bereichen könnte die USA sich durchaus ein Beispiel nehmen.</p>
<p style="font-weight: 400;" data-start="2518" data-end="2844">Ich habe außerdem gelernt, dass es in Deutschland ein Gesetz gibt, das das öffentliche Zeigen von NS-Symbolen wie Flaggen oder dem Hitlergruß verbietet. Auch wenn dies persönliche Freiheiten einschränken kann, dient es dem Gemeinwohl. Die USA könnten sich diese Haltung zum Beispiel beim Thema Waffenkontrolle zu eigen machen.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Persönliche Wirkung</strong></p>
<p style="font-weight: 400;" data-start="173" data-end="704">Diese Reise hat mir eine völlig neue Perspektive auf das moderne Deutschland eröffnet – durch die eindrucksvolle Erfahrung, eine Kultur der Resilienz, der Versöhnung und des Erinnerns kennenzulernen. Mit dem Studienaufenthalt für amerikanische Lehrkräfte ist die Atlantik-Brücke ihrem Namen gerecht geworden: Die gesamte Erfahrung hat eine starke Brücke geschlagen – zu Deutschlands Geschichte, Kultur und Gesellschaft.</p>
<p style="font-weight: 400;" data-start="729" data-end="1207"><em>Amy Brownlee ist Leseförderlehrerin („Reading teacher“) und Bibliothekarin in einem kleinen ländlichen Schulbezirk in Kansas. Sie wurde 2017 als „Kansas School Librarian of the Year“ ausgezeichnet und für ein Programm des National Endowment for the Humanities ausgewählt. Sie erhielt ein Fulbright-Hays-Stipendium, verbrachte einen Monat in Afrika mit der Non-Profit-Organisation Ethiopia Reads und war Teil der diesjährigen Kohorte der Transatlantic Study Trips for Teachers der Atlantik-Brücke.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/resilience-reconciliation-and-remembrance-in-modern-germany/">„Die Gespräche mit Schüler*innen waren der beste Teil der Reise“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Von der Wiege der Demokratie bis zur Grenze</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/von-der-wiege-der-demokratie-ueber-den-heiligen-berg-bis-zur-grenze/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[r.fehrenbach]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Nov 2024 09:57:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Subsub-Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Transatlantische Lehrerreise]]></category>
		<category><![CDATA[Arizona]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[High School]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrerreise]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Transatlantische Studienreise]]></category>
		<category><![CDATA[University of Arizona]]></category>
		<category><![CDATA[Virginia]]></category>
		<category><![CDATA[Washington]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.atlantik-bruecke.org/?p=66230</guid>

					<description><![CDATA[<p>Lehrerinnen und Lehrer aus Sachsen schildern ihre Eindrücke von ihrer Reise nach Washington, D.C., Arizona und Virginia.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/von-der-wiege-der-demokratie-ueber-den-heiligen-berg-bis-zur-grenze/">Von der Wiege der Demokratie bis zur Grenze</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>In diesem tagebuchartig verfassten Bericht schildern Lehrerinnen und Lehrer aus Sachsen ihre Eindrücke von ihrer Reise mit der Atlantik-Brücke nach Washington, D.C., Arizona und Virginia.</em></p>
<h4>Der Auftakt in der amerikanischen Hauptstadt</h4>
<p>Einen strahlend blauen Himmel erlebten wir in Washington. Was für ein Einstieg in die transatlantische Lehrerreise im Wahljahr 2024! Einen spannenden Auftakt in das politische System Amerikas lieferte das „Federalist Briefing“ mit Akram Elias, Präsident der Capital Communications Group. Die Erkenntnisse aus diesem unterhaltsamen und außerordentlich interessanten Vortrag haben uns auf der gesamten Reise begleitet, die Augen geöffnet und uns geholfen, die USA etwas besser zu verstehen.</p>
<p>Während das Weiße Haus nur aus großer Entfernung zu bewundern war, konnten wir das Kapitol besuchen und unter dem monumentalen Kuppeldach die Wiege der amerikanischen Demokratie mit einer eindrucksvollen Führung direkt erleben. Ein weiteres Highlight stellte der Besuch im National Museum of African American History and Culture dar. Packende Bilder, Objekte und umfassende Texte erzählen von der schmerzhaften Vergangenheit und erbitterten Kämpfen für Gerechtigkeit. Doch je höher man in dem großen Gebäude steigt, umso heiterer werden die Themen, sodass etwa auch Musik und Mode eine Rolle spielen.</p>
<p>[related]Vor dem Washingtoner Himmel ist im deutschen Fernsehen oft Elmar Theveßen zu sehen. Daher wurde dem Besuch im ZDF-Studio mit großer Spannung und etwas Aufregung entgegengefiebert. Unprätentiös, sympathisch und offen gab uns Theveßen Einblicke in seine Arbeit. Mit großem Interesse hörten und diskutierten wir über aktuelle politische Themen und die anstehenden Präsidentschaftswahlen.</p>
<p>Insgesamt erwiesen sich unsere ersten Tage in Washington als sehr informativer und gelungener Einstieg in unser transatlantisches Abenteuer.</p>
<h4>Die Fortsetzung in Arizona</h4>
<h6>Das Tohono O&#8217;odham Reservat</h6>
<p>Fährt man von Phoenix nach Tucson, fährt man entweder am Tohono O’odham Reservat vorbei oder, wie in unserem Fall, mitten hinein. Und zwar in eine Gegend, die offensichtlich von Armut gebeutelt ist, mit ihrer Vergangenheit kämpft, und in der Regel übersehen wird, wenn man die USA touristisch bereist.</p>
<p>Wir wurden herzlichst empfangen und sind dem indigenen Leben auf vielfältige Weise begegnet: im traditionellen Tanz zur Ernte-Zeit mit den dortigen Lehrkräften und Lernenden und mit mexikanischem Süßgebäck auf der Zunge. Im Cultural Center des Stammes, wo sich betagte Ehrenamtliche unermüdlich dafür engagieren, die eigene Geschichte und Kultur an die junge Generation weiterzugeben und die indigene Kultur für US-Amerikaner sichtbar zu machen. Und wo wir gemeinsam zu Mittag aßen, mit einem traditionellen Gebet, speziell für uns gesungen, im Herzen. Und nicht zuletzt auf Kitt Peak, einem mit Observatorien gespickten heiligen Berg, wo junge Forschende ein Projekt entwickeln, um vor allem für die Jugendlichen im Reservat moderne Forschung in Verbindung mit der dortigen indigenen Kultur erlebbar zu machen.</p>
<h6>Nogales und die Bedeutung der Grenze</h6>
<p>Die Reise nach Nogales, Arizona, führte uns in eine der eindrucksvollsten und komplexesten Grenzregionen der Vereinigten Staaten – direkt an der Grenze zu Mexiko. Die Stadt Nogales, Arizona, liegt im Süden des Bundesstaates und ist eine von wenigen US-amerikanischen Städten, die direkt mit einer mexikanischen Stadt verbunden sind – Nogales, Sonora.</p>
<p>Hier, im sogenannten &#8220;Borderlands&#8221;-Gebiet, spürt man die einzigartige Mischung aus Kulturen, Traditionen und politischen Spannungen. Nogales ist nicht nur ein geographischer Ort, sondern ein Schnittpunkt von Leben und Geschichte, der die Komplexität der amerikanischen Südgrenze widerspiegelt. Und das durften wir hautnah miterleben.</p>
<h6>Borderlands Tour mit der Border Community Alliance an der Línea</h6>
<p>Die Border Community Alliance, eine gemeinnützige Organisation, setzt sich dafür ein, das Verständnis für die Grenzregion zu fördern und das Leben der Menschen in der Gegend zu verbessern. Die Tour führte uns entlang des Grenzzauns, Línea genannt, der sowohl ein physisches als auch symbolisches Hindernis darstellt. Wir lernten über die Herausforderungen, denen sich die Gemeinschaften gegenübersehen – insbesondere im Hinblick auf Migration und die sozialen Auswirkungen der Grenzpolitik. Die Schülerinnen und Schüler der High School in Nogales, die oft aus Familien stammen, die in direkter Nähe zur Grenze leben, haben große Träume und den Willen, trotz der Herausforderungen eine positive Zukunft zu gestalten.</p>
<h6>Arivaca Humanitarian Aid – Ein Besuch bei Helfern</h6>
<p>Nach dem Besuch der High School fuhren wir weiter nach Arivaca, einer kleinen Gemeinde südlich von Nogales. Arivaca ist bekannt für die Arivaca Humanitarian Aid, eine Organisation, die sich für die Unterstützung von Migranten einsetzt, die auf ihrem gefährlichen Weg in die USA in den Grenzgebieten gestrandet sind. Diese Organisation bietet alles von Wasser und Nahrung bis zu medizinischer Hilfe. Die Freiwilligen erzählen von der schwierigen Arbeit, die sie leisten – die Bedingungen in der Wüste sind extrem, und viele Migranten verlieren hier ihr Leben.</p>
<h6>Kulinarische Entdeckungen: Mexikanische Einflüsse in der Küche in und um Nogales</h6>
<p>Die Städte Tucson und Nogales, mit ihrer Nähe zu Mexiko, sind ein wahres Paradies für Liebhaber der mexikanischen Küche. Besonders beeindruckte uns die Fusion von amerikanischen und mexikanischen Aromen in der gesamten Region – von herzhaften Burritos und Tacos bis hin zu speziellen Kreationen, die eine Brücke zwischen den beiden Ländern schlagen. Das Essen in Nogales ist nicht nur schmackhaft, sondern auch ein Sinnbild für die Verbindung der Kulturen.</p>
<h6>Abschluss mit einer Happy Hour in der Borderlands Brewing Company</h6>
<p>Unsere Reise haben wir in der Borderlands Brewing Company ausklingen lassen, einem lokalen Brauhaus in Tucson, das sowohl für seine Craft-Biere als auch für die entspannte Atmosphäre bekannt ist. Hier gab es nicht nur großartiges Bier, sondern auch einen besonderen Austausch zwischen Lehrenden, die wir auf unserer Reise kennenlernen durften. Hier wird klar, wie stark die Region durch die Menschen geprägt wird, die sich für ihre Gemeinschaft einsetzen, ob im Klassenzimmer, bei der humanitären Hilfe oder auch in den Brauereien.</p>
<h6>Die Sonora-Wüste</h6>
<p>Die Sonora-Wüste – unbegrenzte Weite, flirrende Hitze, endlose Straßen und eine Szenerie wie in „Lucky Luke“. Nie hätten wir vorher gedacht, dass wir diese Landschaft, die hauptsächlich aus riesigen Kakteen und Dornenbüschen vor strahlend blauem Himmel besteht, jemals erleben würden. Auch im Rückblick fühlt sich diese Erfahrung noch fast unwirklich an. Im Arizona-Sonora Desert Museum, das sich hauptsächlich im Freien befindet, lernten wir, dass in dieser so lebensfeindlich wirkenden Umgebung einige Tiere, wie etwa Kojoten, Wüstenhasen oder Javelina, beheimatet sind. Auf kurzen Spaziergängen war die Hitze deutlich zu spüren, und wir lernten die Klimaanlage unseres Busses endlich zu schätzen.</p>
<h4>Das Fazit: Eine Reise voller Eindrücke</h4>
<p>Unsere Reise in den Süden Arizonas hat uns auf eine tiefgründige Entdeckungsreise geführt. Die Grenze ist weit mehr als nur eine politische Linie – sie ist ein lebendiger Ort der Begegnung, des Konflikts, der Hoffnung und der Menschlichkeit. Hier spürt man die Verbindung zwischen den Menschen auf beiden Seiten der Grenze und erlebt, wie Gemeinschaften mit den Herausforderungen der Grenzregion umgehen. Es war eine Reise, die uns nicht nur neue Perspektiven auf die Grenzregion, sondern auch auf Migration, Bildung und menschliche Hilfe nähergebracht hat.</p>
<h4>Die Schulen und die University of Arizona</h4>
<p>Unsere Reise führte uns an vier unterschiedliche Schulen, die alle unser Bild der typischen American High School gleichzeitig bestätigten als auch geraderückten.</p>
<p>Die Hayfield Secondary School in Alexandria, Virginia präsentierte uns unter anderem eine Bibliothek und ein Auditorium, die uns vor Neid erblassen ließen. Sie ermöglichte uns einen Einblick in Fächer wie Cosmetology inklusive der Klassenzimmer voller Friseurplätze. Aber die Anwesenheit von Schulpolizisten in voller Montur, oder der morgendliche „Pledge of Allegiance“ verlangten bei uns nach Erklärung.</p>
<p>In der Indian Oasis Elementary Intermediate School und der Baboquivari High School im Reservat der Tohono O’odham durften wir unter anderem am Indigenous Culture-Unterricht teilnehmen, hoch engagierte Lehrkräfte beobachten, und uns den Fragen der Kinder stellen. Aber dass hier ein Belohnungs- und Sanktionierungssystem über Hauspunkte etabliert ist, der Unterricht teils an eine Gameshow erinnert, um die Schülerinnen und Schüler zum Schulbesuch zu motivieren, und es aus Sicherheitsgründen auch in diesen beiden Schulen nirgendwo Fenster gibt, stimmte uns eben doch sehr nachdenklich.</p>
<p>Die Nogales High School überraschte uns mit einer Mariachi-Band, vielen bunten Wandmosaiken und Deutschunterricht in einer Gegend, wo wir es nie vermutet hätten. Mit viel Stolz wurden uns der Football-Pitch und die Turnhalle gezeigt. Aber der Übungsparcours des US-Army-Schoolclubs direkt auf dem Schulgelände war doch befremdlich. Und der Fakt, dass sich die Lernenden aus dem mexikanischen Teil der Stadt unter der ersten Trump-Administration nicht mehr in die Schule getraut haben, machte uns einfach todtraurig.</p>
<p>Aufschlussreich waren aber auch die inoffiziellen Gespräche: mit einer Schülerin, die sechs Schoolclubs leitet, aber das Gefühl hat, für ihre College-Bewerbung sei dies nicht genug; mit Lehrkräften, die davon berichten, dass sie nebenbei Nachhilfe geben, um finanziell überhaupt über die Runden zu kommen; oder mit Studierenden der University of Arizona, die sich nicht vorstellen können, dass Bildung in anderen Ländern nicht Tausende US-Dollar im Semester kostet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/von-der-wiege-der-demokratie-ueber-den-heiligen-berg-bis-zur-grenze/">Von der Wiege der Demokratie bis zur Grenze</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
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		<title>15 Sachsen für eine Woche on Tour in den USA</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/15-sachsen-fuer-eine-woche-on-tour-in-den-usa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[r.fehrenbach]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Oct 2019 15:24:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Sub-Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Transatlantische Lehrerreise]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Charlotte]]></category>
		<category><![CDATA[Charter Schools]]></category>
		<category><![CDATA[D.C.]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Freiherr von Falkenhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Karsten Uhlmann]]></category>
		<category><![CDATA[Miami Beach]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Werz]]></category>
		<category><![CDATA[Private Schools]]></category>
		<category><![CDATA[Public Schools]]></category>
		<category><![CDATA[Raleigh]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Transatlantic Study Trip]]></category>
		<category><![CDATA[Washington]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die diesjährige Lehrerreise mit deutschen Pädagogen startete in Miami Beach, Florida und führte über Charlotte und Raleigh in North Carolina nach Washington, D.C.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/15-sachsen-fuer-eine-woche-on-tour-in-den-usa/">15 Sachsen für eine Woche on Tour in den USA</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die diesjährige Reise startete in Miami Beach, Florida und führte über Charlotte und Raleigh in North Carolina nach Washington, D.C. Teilnehmer in diesem Jahr waren 15 Lehrerinnen und Lehrer aus Sachsen. Die Gruppe besuchte zahlreiche Schulen und Museen, traf sich zu Diskussionen mit Vertretern aus Politik und Think Tanks und konnte sich so ein umfassendes Bild der USA und ihres Bildungssystems machen.</em></p>
<p>Hören Sie <a href="https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2019/10/22/lehrerbildungsreise_in_die_usa_interview_mit_ruediger_dlf_20191022_1448_abb5e053.mp3">hier</a> ein Interview der Deutschlandfunk-Sendung „Campus und Karriere“ mit Lehrer Rüdiger Bock, der seine Eindrücke unserer Lehrerreise schildert.</p>
<p>Die Lehrer begannen ihre Reise bei heißen Temperaturen in Miami Beach. Nach einem kurzen Bad im Atlantik bei Sonnenaufgang besuchte die Gruppe die International Studies Charter High School und sprach vor allem mit Schülern mit kubanischem Migrationshintergrund über deren Schulalltag – bei dem Integration eine wichtige Rolle spielt.</p>
<p>Bei einem Gespräch mit einem Vertreter des Miami School Boards ging es um Sicherheit an Schulen und darum, wie sich die Vorkehrungen in Folge der zahlreichen Schießereien an Schulen verändert haben. Eine als Expertin eingeladene Polizistin erzählte von ihrem Alltag als Sicherheitskraft an Schulen und davon, dass es bei der Polizei mittlerweile eine eigene Abteilung nur für den Bereich „School Shootings“ gebe. Jede Schule sei verpflichtet, einmal im Monat mit ihren Schülern zu üben, wie sie sich im Falle eines „active shooters“ verhalten sollen.</p>
<p>[related]Der zweite Stopp der Gruppe war Charlotte in North Carolina, wo die Lehrerinnen und Lehrer den deutschen Honorarkonsul Klaus Becker trafen. Nach einer Diskussion über die sozio-kulturellen Unterschiede von Amerikanern und Deutschen ging es weiter zu einer Ausbildungsstätte für angehende Elektriker. Der Tag endete mit einem Workshop beim „Poetry Project“, in dem die Gruppe Anregungen zum kreativen Umgang mit Dichtung im Unterricht bekam.</p>
<p>In North Carolina besuchte die Gruppe insgesamt vier verschiedene Schulen. In Charlotte starteten die Lehrer mit einem umfassenden Programm an der Jay M. Robinson Middle School. Danach ging es an die Myers Park High School. Dort wurden die Lehrer nach einem gemeinsamen Lunch mit Schülern und Lehrern der High School durch das Gewächshaus mit eigenem Gemüseanbau geführt.</p>
<p>An der Orange High School in Hillsborough im ländlichen Inneren von North Carolina hatten die Schülerinnen und Schüler für jeden Teilnehmer der Gruppe anhand ihrer Lebensläufe ein besonderes Programm zusammengestellt. Eines der Hauptfächer an dieser Schule ist Landwirtschaftslehre. Die Schule hält zu Anschauungszwecken eigenes Vieh auf dem Schulgelände. Zum Abschluss ging es an eine Privatschule, die Cary Academy. Hier berichteten zwei Lehrerinnen, die im Sommer 2019 an der Studienreise der Atlantik-Brücke nach Deutschland teilgenommen hatten, vom nachhaltigen Effekt, den die Reise auf ihren Unterricht hat. Im Anschluss besuchte die Gruppe den Raleigh Boys Club, der Jungen aus sozial schwachen Verhältnissen eine fast kostenfreie Nachmittagsbetreuung inklusive Nachhilfe anbietet. Die Lehrer brachten den begeisterten Schülern ein paar deutsche Sätze bei („Sei leise“ und „Wen interessiert’s?“).</p>
<h4>Vernetzung deutscher und amerikanischer Lehrer</h4>
<p>Alle Lehrerinnen der von der Gruppe besuchten Schulen in North Carolina waren Teilnehmerinnen des Transatlantic Study Trips der Atlantik-Brücke nach Deutschland im Sommer 2019. Die unmittelbare Vernetzung deutscher und amerikanischer Lehrer, die das gleiche Programm absolviert haben, sorgte für überschwängliche Empfänge und sehr gut vorbereitete Besuche. Schulpartnerschaften wurden geplant und Kontakte geknüpft.</p>
<p>In Washington, D.C. traf die Gruppe Michael Werz, Vorstandsmitglied der Atlantik-Brücke und Senior Fellow am Center for American Progress. Sie erhielt einen umfassenden Überblick über die politischen Diskussionen der Demokraten im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2020. Michael Werz sprach außerdem über den demografischen Wandel in den USA. Die Hispanics, schon jetzt die größte Minderheit, werden in Zukunft einen noch bedeutenderen Bevölkerungsteil ausmachen. Anschließend erfuhr die Gruppe in der Brookings Institution mehr über amerikanische Bildungspolitik. Auf dem Kapitolshügel sprach die Gruppe mit Reema Dodin, Alumna des Young Leaders-Programms der Atlantik-Brücke und Büroleiterin von Senator Richard Durbin. Durbin ist der sogenannte „Whip“, also der Fraktionsführer der Demokraten im Senat.</p>
<p>Während eines nächtlichen Rundgangs schauten sich die Lehrer die wichtigsten Monumente und Gebäude der amerikanischen Hauptstadt bei Mondlicht an. Bei einem festlichen Dinner mit mehreren Reden wurde die Studienreise beendet.</p>
<p><em>Die Delegation wurde von Karsten Uhlmann, Mitglied des Vorstands der Atlantik-Brücke, und Atlantik-Brücke-Senior-Mitglied Joachim von Falkenhausen begleitet.</em> <em>Die Reise wurde durch die Joachim Herz Stiftung und die Halle Foundation gefördert und in Kooperation mit Cultural Vistas und dem sächsischen Staatsministerium für Kultus durchgeführt. Sie fand im Rahmen des Deutschlandjahres statt.</em></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-25796" src="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/RGB_Color_WunderbarTogetherLogo-1-1000x442.png" alt="" width="373" height="165" srcset="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/RGB_Color_WunderbarTogetherLogo-1-1000x442.png 1000w, https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/RGB_Color_WunderbarTogetherLogo-1.png 1084w" sizes="(max-width: 373px) 100vw, 373px" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/15-sachsen-fuer-eine-woche-on-tour-in-den-usa/">15 Sachsen für eine Woche on Tour in den USA</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
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		<title>“Excited to take my experiences back to my students“</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/excited-to-take-my-experiences-back-to-my-students/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[atlantikbruecke]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jun 2019 08:45:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Transatlantische Lehrerreise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diesen Juni besuchte eine Gruppe von 13 Sozialkunde-, Deutsch- und Geschichtslehrern aus North Carolina Berlin, Dresden und Hamburg. Auf dem Programm standen Besuche in Schulen und Unternehmen sowie Treffen mit Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Think Tanks.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/excited-to-take-my-experiences-back-to-my-students/">“Excited to take my experiences back to my students“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Um amerikanischen Lehrerinnen und Lehrern eine lebendige Vorstellung des modernen Deutschlands zu vermitteln, organisiert die Atlantik-Brücke bereits seit mehr als 30 Jahren Studienreisen. Jedes Jahr kommt eine Lehrergruppe aus jeweils einem Bundesstaat für eine Woche nach Deutschland. Diesen Juni besuchte eine Gruppe von 13 Sozialkunde-, Deutsch- und Geschichtslehrern aus North Carolina Berlin, Dresden und Hamburg. Wie in jedem Jahr waren Mitglieder und Young Leaders-Alumni der Atlantik-Brücke an der Gestaltung des Programms beteiligt. Auf dem Programm standen Besuche in Schulen und Unternehmen sowie Treffen mit Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Think Tanks.</p>
<p>[related]Die Gruppe startete ihren Besuch in Berlin mit einer Besichtigung der Kuppel des Reichstags und einer Stadttour. Am nächsten Morgen trafen die Lehrer auf einen Teilnehmer der Atlantik-Brücke-Reise deutscher Lehrerinnen und Lehrer in die USA: Jens Rösener lud die amerikanische Lehrergruppe in das Luise-Henriette-Gymnasium in Oranienburg ein. Der Geschichts- und Englischlehrer erläuterte die Unterschiede des deutschen und amerikanischen Schulsystems. In der Diskussion ging es unter anderem auch um das unterschiedliche Ansehen des Lehrerberufs in Deutschland und den USA und die deutlich schlechtere Bezahlung amerikanischer Lehrer. Anschließend führten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen durch die Schule und beantworteten Fragen der amerikanischen Pädagogen. Zurück in Berlin erhielten die Lehrer einen Einblick in die Arbeit des Bundesministeriums für Bildung. Der Tag endete in Dresden, wo die Gruppe auf Einladung von Atlantik-Brücke-Vorstandsmitglied Karsten Uhlmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Frankfurter Brauhaus GmbH, eine Tour der Feldschlösschen Brauerei erhielt und anschließend zu einem typisch deutschen Abendbrot inklusive Bierverköstigung eingeladen wurde.</p>
<p>Am nächsten Tag hospitierte die Gruppe an der Oberschule Friedrich Schiller in Dresden. Dort ergaben sich lebhafte Diskussionen mit den Schülerinnen und Schülern zur aktuellen US-Administration und der Politik Präsident Trumps. Im Anschluss besuchte die Gruppe eine Ausbildungsstätte für Referendarinnen und Referendare.</p>
<p>Bei der Sunfire GmbH, einem Start-Up, das sich auf erneuerbare Energien spezialisiert hat, diskutierten die Lehrkräfte mit Managing Director Nils Aldag über die Innovationen im Energiesektor. Anschließend lernte die Gruppe bei einer Stadtführung mehr über das historische Dresden.</p>
<p>Im sächsischen Crimmitschau wurden die Amerikanerinnen und Amerikaner am Julius-Motteler-Gymnasium von Simone Fuchß begrüßt, einer Teilnehmerin der Studienreise  2016, sowie von der Schulleitung und vom Bürgermeister des Ortes. Auch hier hatten die Lehrkräfte die Möglichkeit, am Unterricht teilzunehmen. Anschließend sprach eine Lehrerin der Schule über die politische Situation in den ostdeutschen Bundesländern und die dortigen Erfolgen der AfD.</p>
<p>Nach einer langen, aber fröhlichen Busfahrt nach Hamburg endete der Abend mit einer Barkassenfahrt durch den Hamburger Hafen, vorbei an der Elbphilharmonie und riesigen Frachtschiffen. Dr. Joachim von Falkenhausen, Mitglied, Young Leader-Alumnus und ehemaliger Partner bei Latham &amp; Watkins, begleitete die Gruppe und gab Einblicke in die Hamburger Geschichte und Gegenwart.</p>
<p>Bei Airbus erlebten die Lehrerinnen und Lehrer auf Einladung des Atlantik-Brücke-Mitglieds und Young Leader-Alumnus, Stefan Wölfle, Vice President Programs &amp; Services, Airbus Group, die Flugzeugproduktion hautnah mit.</p>
<p>Nach diesem beeindruckenden Besuch fuhren die Lehrkräfte aus North Carolina weiter zum Gymnasium Christianeum, einem altsprachlichen Gymnasium in Hamburg-Othmarschen. Das Konzept, vier Sprachen (Latein, Altgriechisch, Italienisch und Englisch) gleichzeitig zu lernen, beeindruckte die US-amerikanischen Lehrer.</p>
<p>Bei der ZEIT diskutierten die Lehrkräfte mit Roman Pletter, stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft und ebenfalls Young Leaders-Alumnus der Atlantik-Brücke, über die sich wandelnde deutsche Medienlandschaft sowie über Fremdenfeindlichkeit und Populismus in Deutschland. Mit Dr. Henneke Lütgerath, Mitglied der Atlantik-Brücke und Vorstand der Joachim Herz Stiftung, reflektieren die Lehrerinnen und Lehrer die Erfahrungen und Eindrücke ihrer Reise.</p>
<p>Zurück in Berlin traf die Gruppe die Teilnehmer der transatlantischen Lehrerreise 2018 zum gemeinsamen Abendessen in den Hackeschen Höfen, tauschte Erfahrungen aus und knüpfte neue transatlantische Kontakte.</p>
<p>Am letzten Tag der Reise besuchten die Amerikanerinnen und Amerikaner das Bundespräsidialamt und bekamen eine Führung durch das Schloss Bellevue. Dr. Thomas Bagger, Leiter Außenpolitik im Bundespräsidialamt, nahm sich Zeit für die Diskussion mit der Gruppe. Im ZDF-Hauptstadtstudio trafen die Lehrkräfte Daniel Pontzen, Korrespondent beim ZDF und Atlantik-Brücke Young Leader-Alumnus. Mit ihm sprachen sie über die deutsche TV-Landschaft und wurden im Anschluss durch das Studio geführt. Die Reise endete mit einer Tour der Gedenkstätte Berliner Mauer und einem gemeinsamen Abendessen mit vielen ergreifenden Reden.</p>
<p>Die amerikanischen Lehrerinnen und Lehrer schilderten uns, was sie auf der einwöchigen Reise besonders beeindruckte:</p>
<p>Sascha Sanderlin, teacher for German and coach for cross country: <em>“Seeing the lack of technology in German schools inspired me to teach using less technology. Teachers were more creative in the ways they questioned their students, and the students were still very engaged in the classroom.”</em></p>
<p>Keisa Crawley, teacher for social studies: <em>“I think it is important to note that we aren’t just citizens of our country, but that we are citizens of the world. The only way to truly be that is to learn about and begin to understand other people and not to have a preconceived notion about them. We realized that we have so much in common – across continents, across ages – that is something that really stood out to me.”</em></p>
<p>Traci Barger, teacher for world history and advanced placement European history: <em>“Some of my students have the possibility to travel, but some have never left the state. When I experience things first hand, I can give my students a more nuanced understanding of what we saw and experienced. I’m really excited to take that home.”</em></p>
<p>Das Lehrerprogramm bietet auch deutschen Lehrern eine Gelegenheit, eine Bildungsreise in die USA zu unternehmen. Diesen Herbst reist eine sächsische Lehrergruppe <a href="https://wunderbartogether.org/de/">im Rahmen des Deutschlandjahrs</a> für eine Woche nach Miami, Florida, Charlotte, North Carolina, und Washington, DC, und besucht dort die Schulen der Lehrer, die in diesem Sommer aus North Carolina zu Besuch waren.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/excited-to-take-my-experiences-back-to-my-students/">“Excited to take my experiences back to my students“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
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		<title>Studienreise für Sozialkundelehrer 2016</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/studienreise-fuer-sozialkundelehrer-2016/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[atlantikbruecke]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jun 2016 03:43:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Transatlantische Lehrerreise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„It will take me the rest of the summer to process and fully understand the impact upon my teaching.” Kristin Schnerer, World Studies teacher, Start High School, Toledo, Ohio. An der diesjährigen Studienreise der Atlantik-Brücke nahmen fünfzehn amerikanische Sozialkunde- und Geschichtslehrer aus dem Bundesstaat Ohio teil. Die Reise führte die acht Lehrerinnen und sieben Lehrer vom [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/studienreise-fuer-sozialkundelehrer-2016/">Studienreise für Sozialkundelehrer 2016</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>„It will take me the rest of the summer to process and fully understand the impact upon my teaching.”</em> Kristin Schnerer, World Studies teacher, Start High School, Toledo, Ohio.</p>
<p>An der diesjährigen Studienreise der Atlantik-Brücke nahmen fünfzehn amerikanische Sozialkunde- und Geschichtslehrer aus dem Bundesstaat Ohio teil. Die Reise führte die acht Lehrerinnen und sieben Lehrer vom 5.-12 Juni von München und Garmisch-Partenkirchen über Dresden nach Berlin. Auf dem Programm standen Besuche von Schulen und Unternehmen sowie Treffen mit Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Think Tanks zum Gedankenaustausch und für Gespräche.</p>
<p>Auch in diesem Jahr machten viele Mitglieder und Young Leaders-Alumni der Atlantik-Brücke mit und trugen dazu bei, das Programm zu gestalten. So bekamen die Lehrer eine <strong>Stadtführung durch München</strong> von den Young Leaders-Alumni Carsten von der Linden und Roman Deininger und wurden anschließend vom Landtagsabgeordneten Markus Blume (CSU) im <strong>Bayerischen Landtag</strong> willkommen geheißen. Dort führte Herr Blume die Gruppe durch das historische Gebäude und beantwortete Fragen zur deutschen Politik auf Länderebene.</p>
<p>Der<strong> Besuch des George C. Marshall Centers</strong>, ein in Garmisch-Partenkirchen angesiedeltes Europäisches Zentrum für Sicherheitsstudien, war für einen Großteil der Gruppe das Highlight der Woche. Direktor Keith W. Dayton und Dr. Robert Brannon, Dekan des College of International and Security Studies, stellten die Programme des Marshall Centers vor und führten anschließend mit den Lehrern eine Diskussion über aktuelle außen- und sicherheitspolitische Themen. Beim darauffolgenden Besuch der <strong>Zugspitze</strong> waren die Lehrer begeistert, dass sie auf dem Gipfel mit je einem Bein in Deutschland und einem in Österreich stehen konnten.</p>
<p>In München erhielten die Lehrer in der <strong>BMW-Welt</strong> Einblicke in die Berufsausbildungsmöglichkeiten des Unternehmens, aber auch in die BMW Produkt- und Marketingstrategien. Am Abend in Dresden lud Karsten Uhlmann, Mitglied des Vorstands der Atlantik-Brücke, die Amerikaner in seine <strong>Feldschlößchen Brauerei</strong> ein und teilte beim anschließenden typisch deutschem Abendbrot seine Erlebnisse aus DDR-Zeiten sowie seine persönliche Geschichte des Mauerfalles. Dadurch eröffnete er den Lehrern neue Einblicke in einen wichtigen Teil der deutschen Geschichte.</p>
<p>Besonderes Interesse der Lehrer galt dem deutschen Schulsystem und wie dieses sich von den amerikanischen Schulen unterscheidet. In der <strong>Oberschule Cossebaude in Dresden</strong> nahmen die Lehrer am Unterricht teil und kamen mit Schülern aus der achten Klasse ins Gespräch. Besonders beindruckt waren einige Lehrer, die am Deutschunterricht für Flüchtlingskinder teilnehmen durften. Lainie Keper von der Islander Middle School beschrieb den Besuch als „incredibly powerful“ und nahm sich nach diesem Erlebnis vor: <em>„I will advocate for my school to act in the refugee crisis.”</em></p>
<p>Nach einem historischen Nachmittag in Dresden mit einem <strong>Rundgang durch die Frauenkirche</strong>mit Pfarrer Sebastian Feydt besuchten die Lehrer die<strong> Sächsische Landeszentrale für politische Bildung</strong>. Direktor Frank Richter gewährte ihnen Einblicke in die Ziele und Methoden der Zentrale. Seine persönlichen Geschichten über die deutsche Wiedervereinigung und seine Empfehlungen für den Politikunterricht begeisterten die Lehrergruppe sehr. Für Kayeann Batanian von der Swanton Middle war dieses Gespräch das beeindruckendste der Reise: <em>„Everything he said I am going to focus on with my 7th graders.“</em></p>
<p>Auch das Programm in Berlin wurde von den Mitgliedern und Young Leaders-Alumni der Atlantik-Brücke mitgestaltet. Die Lehrer führten eine lebendige <strong>Diskussion im Bundestag</strong> mit den Abgeordneten Metin Hakverdi (SPD), Tobias Lindner (Bündnis 90/Die Grünen) und Mark Hauptmann (CDU/CSU) zum Thema Meinungsfreiheit und Populismus. Auch die amerikanische Präsidentschaftswahl spielte in der Diskussion eine große Rolle. Im Anschluss begrüßte der <strong>Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit Jürgen Hardt, MdB (CDU/CSU)</strong> die Gruppe zum Mittagessen im Internationalen Club des Auswärtigen Amtes und sprach über die transatlantische Kooperation und über die Notwendigkeit eines offenen Dialoges vor dem Hintergrund immer komplexer werdender Konflikte. Im Magnus-Haus informierten sich die Lehrer über die <strong>aktuelle Flüchtlingskrise</strong>. Sebastian Muschter, kommissarischer Präsident des LaGeSo, Juliane Schäuble vom Tagesspiegel sowie Joachim Jäger und Mario Geiger vom Deutschen Roten Kreuz berichteten von ihren Erfahrungen bei der Handhabung der Flüchtlingskrise in Deutschland. Insbesondere wurde über die Rolle der Medien diskutiert und ihr Einfluss auf die politische Stimmung in Deutschland und den USA beleuchtet.</p>
<p>Als Repräsentant der <strong>Berliner Start-up Szene</strong> stellte Young Leader Uwe Horstmann sein Unternehmen Project A Ventures GmbH &amp; Co. KG vor. Hier bekamen die Lehrer die Gelegenheit den Gründergeist Berlins zu erleben.</p>
<p>Die deutsche Geschichte nahm auf der Studienreise eine wichtige Rolle ein. Die Lehrer besuchten die <strong>Gedenkstätte Berliner Mauer</strong> und sammelten viele Impressionen und Bilder für den Gebrauch in zukünftigen Unterrichtsstunden, wie Carrie Lockhart, Lehrerin an der Otsego Junior High School es zusammenfasste: <em>„I have so many historical references and pictures to take back home“</em>. Berührt war die Gruppe nach dem Besuch des Museums und der <strong>Gedenkstätte Sachsenhausen</strong>, welche sie mit einmaligen und unvergesslichen Eindrücken verließ. <em>„Sachsenhausen – being there, where truly horrible things happened, will fundamentally change how I discuss the Holocaust“</em>, resümierte Kirstin Schnerer von der Start High School in Toledo.</p>
<p>Die Reise fand ihr Ende bei einem festlichen Abendessen in Berlin. Am Sonntagmorgen machten sich die Lehrer auf die Rückreise in die USA. Der Abschied war „bittersweet“, aber die Vorfreude der Gruppe darauf ihr Erlebtes mit Freunden, Familie und vor allem Schülern zu teilen war riesig. Andrew Carr von der Swanton High School stellte fest: „ The people I’ve met here have shown me that it’s ok to be more open and direct with my students, even about politics. “</p>
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		<title>Studienreise für Sozialkundelehrer 2015</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/studienreise-fuer-sozialkundelehrer-2015/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[atlantikbruecke]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 03:43:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Transatlantische Lehrerreise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fünfzehn amerikanische Sozialkunde-, Deutsch- und Geschichtslehrer waren auf Einladung der Atlantik-Brücke vom 14. bis 21. Juni auf einer Studienreise in Deutschland. Die Reise führte die zehn Lehrerinnen und fünf Lehrer aus Pennsylvania von Stuttgart über Dresden nach Leipzig und Berlin. Einmal jährlich lädt die Atlantik-Brücke Gruppen amerikanischer Lehrer aus unterschiedlichen Bundesstaaten der USA nach Deutschland [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Fünfzehn amerikanische Sozialkunde-, Deutsch- und Geschichtslehrer waren auf Einladung der Atlantik-Brücke vom 14. bis 21. Juni auf einer Studienreise in Deutschland. Die Reise führte die zehn Lehrerinnen und fünf Lehrer aus Pennsylvania von Stuttgart über Dresden nach Leipzig und Berlin.</p>
<p>Einmal jährlich lädt die Atlantik-Brücke Gruppen amerikanischer Lehrer aus unterschiedlichen Bundesstaaten der USA nach Deutschland ein, um ihnen ein umfassendes Bild vom heutigen Deutschland zu vermitteln. Die Lehrer besuchen deutsche Schulen, Betriebe sowie Institutionen, gewinnen eigene Eindrücke und erhalten durch Gespräche und Diskussionen Informationen aus erster Hand. Durch den Besuch von historisch bedeutenden Orten und persönlichen Gesprächen mit Zeitzeugen wird auch das Verständnis der deutschen Geschichte gestärkt. Ihre Erfahrungen und Eindrücke nehmen die Lehrer mit zurück in ihre Klassenzimmer und können ihren Schülern so ein lebendiges Bild von Deutschland vermitteln.</p>
<p>Das Netzwerk der Atlantik-Brücke ist ein wichtiger Bestandteil der Reise. So ermöglichen die Mitglieder nicht nur ein außergewöhnliches inhaltliches Programm für die Lehrer, sondern laden diese auch zu sich nach Hause ein. In privater Atmosphäre erhalten die Lehrer Antworten auf ihre Fragen zu Deutschland und den Deutschen. In diesem Jahr lud unser Mitglied Harald Leibrecht zu einem BBQ auf Schloss Ingersheim ein. Das historische Schloss beeindruckte Teilnehmer zutiefst. In Dresden öffnete unser Mitglied Karsten Uhlmann die Tore zur Feldschlösschen Brauerei und führte die Lehrer in die deutsche Braukunst ein. Beim anschließenden Abendessen erzählte Karsten Uhlmann den aufmerksamen Zuhörern von seinen Erfahrungen im Alltag der DDR und vom Mauerfall.</p>
<p>Das Interesse der Lehrer galt insbesondere dem deutschen Bildungssystem, ganz besonders der dualen Berufsausbildung. In Marbach am Neckar in der Nähe von Stuttgart wurde gleich zu Beginn der Reise das Friedrich-Schiller-Gymnasium besucht. Nach einer ausführlichen Erläuterung zum deutschen Schulsystem durch den Schuldirektor Christof Martin wurde auch über alltägliche Fragen, wie beispielsweise die Regeln für Handys im Unterricht, gesprochen. Anschließend gingen die Lehrer in die Klassenräume, verfolgten den Unterricht und sprachen mit den Schülern. Auch in dem Berufsschulzentrum für Elektrotechnik in Dresden konnten die Lehrer am Unterricht teilnehmen und den Auszubildenden über die Schulter schauen. In beiden Bildungsinstituten fanden lebendige Diskussionen mit den Schülern und Lehrern statt. Die Schüler selbst freuten sich ebenfalls über den ungewöhnlichen Besuch. So überreichten die Kinder der Klasse 6b des Friedrich-Schiller-Gymnasiums der Gruppe ihre E-Mail-Adressen für Brieffreundschaften mit Schülern aus Pennsylvania. Deutschlehrerin Katie Weisser von der Central Dauphin East High School in Harrisburg, PA stellte erfreut fest: „The students have such an enganged Weltanschauung! They desire to be involved!“</p>
<p>Neben dem Bildungssystem stand auch die Beschäftigung mit der deutschen Wirtschaft auf dem Plan. Am Stammsitz der Daimler AG in Stuttgart erfuhren die Lehrer von Produktstrategien des Unternehmens in einer globalisierten Welt. Thematisiert wurde auch das geplante transatlantische Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP), denn gerade die Automobilindustrie kann mit anschaulichen Beispielen, etwa den unterschiedlichen Farben von Rückblinkern, die potenziellen Vorteile des Abkommens aufzeigen. In Leipzig lud Michael Heinz die Gruppe zu Bell Flavors &amp; Fragrances ein und sprach über seine Erfahrungen als ein seit vielen Jahren in Deutschland lebender Amerikaner. Beim Besuch der Firma Rocket Internet in Berlin erhielten die Lehrer durch den Launch Manager Martin Bell Einblicke in die Berliner Start-up Szene. Dass es auch in Deutschland eine Art Silicon Valley gibt, überraschte die Teilnehmer. Ebenfalls in Berlin kamen die Lehrer zum Sitz der Atlantik-Brücke für einen “Energy-Talk“ mit Atlantik-Brücke Mitglied Dr. Wolfgang Dierker von General Electric Germany, Dr. Joachim Lang von der E.ON AG sowie Marie-Christine von Hahn, welche die Gesprächsrunde moderierte. Das fundierte Wissen der Lehrer in Sachen Energie überraschte die Redner und ermöglichte eine kritische und konstruktive Auseinandersetzung mit der deutschen Energiewende und dem Fracking in den USA.</p>
<p>Die Lehrer setzten sich ebenfalls ausführlich mit der politischen Lage in Deutschland und Europa auseinander. In den United States European Command Headquarters (EUCOM) sprach Ambassador Patrick Moon über die gegenwärtigen Herausforderungen im Osten und Süden Europas und hob die Bedeutung der transatlantischen Zusammenarbeit hervor. Anschließend traf sich die Gruppe mit Alexander Bonde, dem Baden-Württembergischen Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, zu einem gemeinsamen Mittagessen mit Maultaschen und Flammkuchen. Der Alumnus des Young Leaders-Programms der Atlantik-Brücke erklärte unter anderem die Unterschiede im Verbraucherschutz zwischen den USA und der EU und veranschaulichte so die Herausforderungen bei den TTIP-Verhandlungen.</p>
<p>In der Hauptstadt angekommen besuchte die Gruppe den Deutschen Bundestag und tauchte sogleich in die Berliner Republik ein. Bei einer Diskussionsrunde mit unseren Mitgliedern Andreas Lämmel, MdB (CDU) und Stefan Liebich, MdB (Die Linke) sprach die Gruppe über die politischen und gesellschaftlichen Themen, die Deutschland aktuell bewegen. Die sachliche und parteiübergreifende Diskussion beeindruckte nachhaltig. Rick Hadley von der Kutztown Area Middle School in Kutztown, PA, stellte fest: „The transparency and comradery among the leadership was very refreshing. It does not work that way in America at all.” Weiter ging es zum Auswärtigen Amt, wo der Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit Jürgen Hardt, MdB (CDU) die Teilnehmer zu einem Mittagessen im Internationalen Club traf. Jürgen Hardt schilderte die komplexen Herausforderungen für Deutschland im Ukraine-Konflikt. Auch die Rolle Deutschlands bei einer Lösung der Schuldenprobleme Griechenlands wurde von den Lehrern mit großem Interesse hinterfragt. Der ARD Korrespondent und Atlantik-Brücke Young Leader Arnd Henze verschaffte der Gruppe am darauffolgenden Tag einen Überblick über die Arbeitsweise der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und seine Erfahrungen mit amerikanischen Kollegen.</p>
<p>Von großem Interesse für die Lehrer war auch die deutsche Geschichte. Bei dem Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen setzte sich die Gruppe mit dem wohl dunkelsten Kapitel der deutschen Vergangenheit auseinander. Thomas Sally von der Kutztown High School in Kutztown, PA, erinnert sich: „The visit to the Memorial and Museum Sachsenhausen was the most powerful experience of the trip“. Mit weiteren Besuchen bei der Dresdner Frauenkirche, dem Mauermuseum in Berlin sowie durch Stadttouren durch Berlin und Stuttgart wurden weitere Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte veranschaulicht. Florian Wahl, Landestagabgeordneter im Baden-Württemberg (SPD) und Young Leader, nahm die Lehrer mit auf eine ganz persönliche Tour durch Stuttgart.</p>
<p>Die Studienreise endete mit einem heiteren Abschiedsessen in Berlin. Am frühen Sonntagmorgen machten sich die Lehrer wieder auf den Weg nach Pennsylvania. Schon am Flughafen wurden fleißig Bilder und Erlebtes ausgetauscht. Auf die schönen und unvergesslichen Erinnerungen folgte schon bald die Vorfreude darauf, den eigenen Schülern von der Reise durch Deutschland zu berichten. Lisa Shucker von der Lebanon Senior High School in Lebanon, PA, bedankte sich und fasste zusammen: „I have images and first-hand accounts that are invaluable to my classrooms and to my life.” Auch von ihrem Kollegen Andrew Hull von der Palmyra Area High School in Palmyra, PA, bekam die Atlantik-Brücke einen persönlichen Dankesbrief mit folgendem Bekenntnis: „When I was younger, I was told that the world is only as big as a person can see. Through this trip, you have opened my eyes in a way that words cannot properly articulate. I am forever grateful for Atlantik-Brücke coming into my life and for being accepted into the program”.</p>
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		<title>Studienreise für Sozialkundelehrer 2013</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/studienreise-fuer-sozialkundelehrer-2013/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[atlantikbruecke]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jan 2014 04:45:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Transatlantische Lehrerreise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 30. November bis zum 8. Dezember 2013 waren 15 Lehrer aus Südkalifornien auf Einladung der Atlantik-Brücke auf eine Studienreise nach Deutschland gekommen, die sie nach Hamburg, Berlin und Leipzig führte. Jedes Jahr lädt die Atlantik-Brücke eine Gruppe amerikanischer Lehrer der Fächer Sozialkunde, Deutsch und Geschichte zu einer einwöchigen Studienreise nach Deutschland ein. Das Programm [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 30. November bis zum 8. Dezember 2013 waren 15 Lehrer aus Südkalifornien auf Einladung der Atlantik-Brücke auf eine Studienreise nach Deutschland gekommen, die sie nach Hamburg, Berlin und Leipzig führte.</p>
<p>Jedes Jahr lädt die Atlantik-Brücke eine Gruppe amerikanischer Lehrer der Fächer Sozialkunde, Deutsch und Geschichte zu einer einwöchigen Studienreise nach Deutschland ein. Das Programm ist eines der ältesten der Atlantik-Brücke und ermöglicht es Lehrergruppen aus unterschiedlichen Landesteilen der USA, das moderne Deutschland kennenzulernen. Die Studienreisen sind äußerst vielseitig: die Lehrer besuchen deutschen Schulen, lernen Unternehmen kennen, setzen sich mit der deutschen Geschichte auseinander und sprechen mit Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Gesellschaft. All diese Erfahrungen und Eindrücke nehmen die Lehrer zurück in ihre Klassenzimmer und können ihren Schülern so ein lebendiges Bild von Deutschland vermitteln.</p>
<p>Ein integraler Bestandteil ist auch die enge Anbindung an das Netzwerk der Atlantik-Brücke: Mitglieder öffnen der Lehrergruppe ihre Türen und ermöglichen in privater Atmosphäre Gespräche mit hochrangigen Politikern. In diesem Jahr lud unser Mitglied Ulrich Kissing die Lehrer zu sich nach Hause ein, es sprach Hans-Ulrich Klose, der frühere Koordinator für die Transatlantischen Beziehungen und Vorsitzender der Parlamentariergruppe USA. Bei einem privaten Abendessen auf Einladung unseres Mitglieds Christian Krienke sprach der ehemalige Verteidigungsminister Volker Rühe über die deutsch-amerikanische Freundschaft und die Zukunft des transatlantischen Verhältnisses.</p>
<p>Zu den Kernelementen des Austauschprogramms für amerikanische Lehrer gehört die Auseinandersetzung mit dem hiesigen Schulsystem, was durch Besuche an möglichst unterschiedlichen Schulen ermöglicht wurde. In diesem Jahr besuchten die amerikanischen Lehrer die Hamburger Stadtteilschule Finkenwerder, die jahrgansübergreifenden Unterricht anbietet und an einem sozialen Brennpunkt besonderen Wert auf integrierenden Unterricht legt. Am Berliner Herder-Gymnasium liegt der Schwerpunkt auf zweisprachigem Unterricht und der gezielten Förderung von Schüleraustausch. Durch die Einblicke in die Klassenzimmer lernten die Lehrer nicht nur ihre deutschen Kollegen kennen und unterhielten sich mit Schülern, sondern konnten hiesige Lehrmethoden beobachten und diese mit den eigenen Erfahrungen kontrastieren. In Leipzig setzen sich die Lehrer während des Besuchs an einer Berufsschule mit dem dualen Ausbildungssystem auseinander, das es in dieser Form in den USA nicht gibt. Satinder Hawkins von der Millikan High School in Long Beach, CA, fasste ihren Eindruck zusammen:<em> “I loved learning about the dual education system in Germany. The way that workers of all kinds are honored and trained with the inclusion of communities and business partners goes a long way in explaining Germany’s economic strength.“</em> Anschließend konnten sich die Lehrer bei einem Besuch der Airbus Operations GmbH in Hamburg ein Bild davon machen, wie die Auszubildenden im Betrieb eingebunden werden.</p>
<p>Beim einem Besuch des SPIEGEL sprach die Gruppe mit der stellvertretenden Ressortleiterin Deutschland, Cordula Meyer über die Themen, die Deutschland aktuell bewegen, von der Bundestagswahl über die Energiewende bis zur Frauenquote. Ein besonderes Anliegen war den Amerikanern, über die NSA-Affäre zu sprechen, was beim Mittagessen mit Journalist und Moderator Ingo Zamperoni fortgesetzt werden konnte. Dieser gab zudem einen umfassenden Überblick über die deutsche und amerikanische Medienlandschaft und die unterschiedliche Nachrichtenformate. Beim Gespräch mit Pastor Alexander Röder im Hamburger Michel erfuhren die Lehrer mehr über die Rolle der Kirche in Deutschland.</p>
<p>In Berlin besuchten die Lehrer das Hauptstadtbüro des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln. Ein Vortrag des stellvertretenden Direktors, Dr. Hans-Peter Fröhlich, verschaffte der Gruppe einen guten Überblick über die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen für Deutschland und Europa. Anschließend fand ein Gespräch mit Mitgliedern des Deutschen Bundestags statt: Reinhard Brandl (CSU), Christian Hirte (CDU), Lars Klingbeil (SPD) und Stefan Liebich (Die Linke) sprachen mit den Lehrern über das Ergebnis der Bundestagswahl und die Koalitionsverhandlungen sowie ganz allgemein über das politische System Deutschlands.</p>
<p>Im weiteren Verlauf des Berliner Programmteils setzten sich die Lehrer mit der deutschen Vergangenheit auseinander. Bei einem Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen beschäftigten sich die Lehrer mit der Geschichte des Nationalsozialismus, an der Berliner Mauer wurde die deutsche Teilung anschaulich. Auch in Leipzig stand die Beschäftigung mit der deutschen Nachkriegsgeschichte im Vordergrund. Besonders beeindruckt waren die Lehrer von einem Abendessen mit Atlantik-Brücke Vorstandsmitglied Karsten Uhlmann. Herr Uhlmann schilderte seine persönlichen Erfahrungen aus seiner Jugend in der DDR. Eric Twisselmann von der LaSerna High School brachte seine Begeisterung zum Ausdruck: <em>“I feel I have a lot of personal stories – real names, with real faces – to bring back to my students and my school, that I did not have before. And so many of these stories, though unique and situated in the ‘German history’, have something universal to communicate that our students need to hear.”</em></p>
<p>Am Sonntag machten sich die Lehrer voller neuer Eindrücke auf den Rückweg nach Kalifornien. Bereits auf dem Weg zurück in die Staaten wurden erste Pläne für eine „Germany Reunion“ geschmiedet. Wie nachhaltig die Reise wirkt, zeigen verschiedene Dankesbriefe, die die Atlantik-Brücke erreichen. So schrieb Karina Morales von der Albert Einstein Academy in San Diego: <em>“I will describe this trip as ‘The most intellectual and powerful trip I have ever experienced’. Since I have been back and can’t stop talking about it, to my colleagues, students, friends and family. I learned so much about Germany and am eager to learn ever more; I was inspired by this trip.”</em></p>
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