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	<title>Mitgliederreise USA Archive - Atlantik-Brücke e.V.</title>
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	<title>Mitgliederreise USA Archive - Atlantik-Brücke e.V.</title>
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		<title>Zwei Wege zum Erfolg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[b.wild]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Nov 2025 15:17:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
		<category><![CDATA[Sub-Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Arizona]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Arizona und Kalifornien bieten erhebliche Chancen in den Bereichen Technologie und Fertigung: Ein vergleichender Überblick über die Investitionschancen – gewonnen auf der Mitgliederreise der Atlantik-Brücke.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/zwei-wege-zum-erfolg/">Zwei Wege zum Erfolg</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Vereinigten Staaten zählen nach wie vor zu den attraktivsten Zielen für Investoren, die nach technologischer Innovation, günstigen Rahmenbedingungen und Zugang zu globalen Märkten suchen. Unter den fünfzig Bundesstaaten repräsentieren Arizona und Kalifornien zwei gegensätzliche, zugleich aber einander ergänzende Modelle zur Förderung von Investitionen und Unternehmertum. Beide bieten erhebliche Chancen in den Bereichen Technologie und Fertigung, unterscheiden sich jedoch deutlich in Verwaltungspraxis, öffentlichen Anreizen und regulatorischer Ausgestaltung.</em></p>
<p>Von Katja Schremmer</p>
<p><strong>Kalifornien: Innovation nach dem Modell San Diego</strong></p>
<p>In Kalifornien sticht insbesondere San Diego als dynamisches und rasch wachsendes Innovationszentrum hervor, das das breitere Hightech-Ökosystem des Bundesstaates entscheidend ergänzt. Die wirtschaftliche Stärke der Region beruht auf einer strategischen Kombination aus Verteidigungsindustrie, Biotechnologie, Umwelttechnologien und fortgeschrittener Fertigung. Getragen von Institutionen wie der University of California San Diego (UCSD) und dem Scripps Research Institute hat sich San Diego zu einem Knotenpunkt für Unternehmen wie Dedrone entwickelt – einem führenden Anbieter im Bereich Luftraumüberwachung und Anti-Drohnen-Technologie mit Hauptsitz in Kassel, der von den engen Verbindungen der Stadt zu Verteidigungsbehörden, Marineeinrichtungen und Luft- und Raumfahrtunternehmen profitiert.</p>
<p>Die Stadt San Diego sowie Organisationen wie die San Diego Regional Economic Development Corporation (EDC) und CONNECT San Diego spielen eine aktive Rolle bei der Gestaltung des lokalen Investitionsumfelds. Ihre Programme umfassen Innovationsinkubatoren, Förderzuschüsse für kleine Unternehmen, beschleunigte Genehmigungsverfahren und öffentlich-private Forschungspartnerschaften, die Hürden für Start-ups und Investoren gezielt abbauen. Diese Initiativen zeigen, wie lokale und regionale Behörden Kaliforniens traditionell komplexes Regulierungssystem durch praxisnahe Instrumente ausgleichen können, die Unternehmertum und Innovation fördern.</p>
<p>Gleichwohl bleiben Herausforderungen bestehen. Kaliforniens Verwaltung gilt insgesamt als vielschichtig, geprägt von mehreren Ebenen staatlicher und kommunaler Regulierung, Umweltauflagen und arbeitsrechtlicher Kontrolle. Diese Faktoren verlängern häufig Genehmigungsprozesse und erhöhen Betriebskosten. Doch San Diegos Governance-Ansatz – gekennzeichnet durch Kooperation, gezielte Förderprogramme und enge Verbindungen zwischen Hochschulen und Industrie – beweist, dass Innovation in Kalifornien florieren kann, wenn regionale Verwaltungen entschlossen handeln, um Investoren zu unterstützen und bürokratische Reibungsverluste zu minimieren.</p>
<p>Kurz gesagt: San Diego steht für ein Modell der Innovation durch Kooperation, bei dem kommunales Engagement die Herausforderungen landesweiter Regulierung kompensiert und die Region in ein wettbewerbsfähiges, nachhaltiges Umfeld für wirtschaftliches Wachstum verwandelt.</p>
<p><strong> Arizona: Agilität und unternehmensfreundliche Steuerung</strong></p>
<p>Im Gegensatz dazu hat sich Arizona den Ruf eines agilen, regulierungsarmen und ausgesprochen unternehmensfreundlichen Standorts erworben. Die wirtschaftsstrategische Ausrichtung des Staates zielt auf eine effiziente Verwaltung und gezielte Anreizsysteme, um Unternehmen aus den Bereichen Fertigung, Verteidigung und Technologie anzuziehen, die nach kosteneffektiven Alternativen zu Kalifornien suchen.</p>
<p>Der Erfolg des in Scottsdale ansässigen Unternehmens Axon – bekannt für seine Technologien im Bereich der Strafverfolgung, darunter Taser, Körperkameras und digitale Beweissysteme – verdeutlicht Arizonas Fähigkeit, eigenständige Innovationen hervorzubringen. Ein weiteres Beispiel ist das Bayer Innovation Center in Tucson, das als Forschungs- und Entwicklungszentrum für moderne Saatguttechnologien und nachhaltige Agrarlösungen dient. Mit seinem Schwerpunkt auf Biotechnologie und Klimaanpassung in der Landwirtschaft stärkt das Zentrum nicht nur die regionale Wissensökonomie, sondern verknüpft Arizona gezielt mit internationalen Netzwerken in den Bereichen Life Sciences und Nachhaltigkeit. Es zeigt exemplarisch, wie globale Unternehmen den innovationsfreundlichen Rahmen des Bundesstaates nutzen, um Forschung, Produktion und Marktstrategien zu verzahnen.</p>
<p>Arizonas Verwaltungsansatz legt besonderen Wert auf beschleunigte Genehmigungsverfahren, Forschungs- und Entwicklungssteuergutschriften sowie öffentlich-private Partnerschaften, die bürokratische Hürden minimieren. Staatliche Stellen wie die Arizona Commerce Authority (ACA) arbeiten eng mit Investoren zusammen und bieten Zuschüsse, Programme zur Fachkräftequalifizierung und infrastrukturelle Unterstützung. Im Vergleich zu Kaliforniens dezentralisierter Struktur ist Arizonas öffentliche Förderung direkter, leistungsorientierter und lokal gesteuert – was ein vorhersehbares und stabiles Umfeld für langfristige Investitionen schafft.</p>
<p><strong>Vergleich Arizona vs. Kalifornien</strong></p>
<p>Beide Staaten ziehen beträchtliches Kapital an, doch ihre strategischen Grundphilosophien unterscheiden sich deutlich:</p>
<ul>
<li>San Diego, Kalifornien konzentriert sich auf den Aufbau von Innovationsökosystemen durch Hochschulkooperationen, Partnerschaften mit der Verteidigungsindustrie und starke regionale Führungsstrukturen. Der Standort eignet sich besonders für Unternehmen, die Zugang zu Spitzenforschung, hochqualifizierten Arbeitskräften und internationalen Netzwerken suchen.</li>
<li>Arizona hingegen spricht Investoren an, die Wert auf Kosteneffizienz, regulatorische Klarheit und schnelle Skalierbarkeit legen. Das dortige Regierungsmodell ermöglicht Unternehmenswachstum ohne die administrativen Komplexitäten, die in Kalifornien häufig anzutreffen sind.</li>
</ul>
<p>Aus Investorensicht bietet Kalifornien (insbesondere San Diego) eine hohe Dichte an Innovationspotenzial und wissenschaftlicher Exzellenz, während Arizona durch betriebliche Effizienz und Agilität besticht. Viele Technologieunternehmen verfolgen mittlerweile eine Hybridstrategie: Sie unterhalten Forschungs- und Entwicklungs- oder Hauptsitzfunktionen in San Diego, während Produktion, Logistik oder Datenverarbeitung in Arizona angesiedelt sind.</p>
<p>Die Investitionsmöglichkeiten in Arizona und Kalifornien verkörpern zwei gleichermaßen tragfähige, jedoch unterschiedlich strukturierte Modelle wirtschaftlicher Entwicklung.</p>
<p><em><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-73825" src="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Katja-Schremmer-500x500.jpg" alt="" width="121" height="121" srcset="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Katja-Schremmer-500x500.jpg 500w, https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Katja-Schremmer.jpg 800w" sizes="(max-width: 121px) 100vw, 121px" />Über die Autorin: Katja Schremmer ist Leiterin Corporate Equity and Debt Solutions Deutschland bei BNP Paribas</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/zwei-wege-zum-erfolg/">Zwei Wege zum Erfolg</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>In den USA wird gebaut, bei uns beantragt</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/in-den-usa-wird-gebaut-bei-uns-beantragt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[b.wild]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Nov 2025 14:35:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
		<category><![CDATA[Subsub-Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgliederreise]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zukunft entsteht durch Entscheidung, nicht durch Abstimmung: Eindrücke von der Atlantik-Brücke-Mitgliederreise 2025 in den amerikanischen Südwesten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/in-den-usa-wird-gebaut-bei-uns-beantragt/">In den USA wird gebaut, bei uns beantragt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zukunft entsteht durch Entscheidung, nicht durch Abstimmung: Eindrücke von der Atlantik-Brücke-Mitgliederreise 2025 in den amerikanischen Südwesten.</em></p>
<p>Von Nicolas Brendel</p>
<p>Wer verstehen will, warum die USA technologisch und sicherheitspolitisch führend sind, muss dorthin reisen, wo Innovation nicht diskutiert, sondern gemacht wird. Die diesjährige Mitgliederreise führte uns von Phoenix über Yuma nach San Diego – mitten hinein in das Herz der amerikanischen Defense- und Technologieszene. In Phoenix zeigte sich, wie eng etablierte Industrie, Startups und öffentliche Akteure zusammenarbeiten, wenn es um sicherheitsrelevante Technologien geht. Der Besuch bei Axon in Scottsdale – dem Unternehmen hinter den Taser-Systemen und Bodycams, die weltweit von Polizei und Sicherheitskräften eingesetzt werden – war ein Lehrstück in unternehmerischem Pragmatismus. Axon denkt nicht in Produkten, sondern in Systemen: Hardware, Software und Datenanalyse greifen nahtlos ineinander. Statt Governance-Debatten gibt es Zielklarheit und Entscheidungsfreude.</p>
<p>Auch die Region selbst verkörpert diesen Ansatz. Rund um Phoenix existiert ein Cluster aus Honeywell Aerospace, Raytheon, Boeing und Northrop Grumman, flankiert von Initiativen wie dem „Phoenix Xcelerator“, der Startups im Defense- und Dual-Use-Bereich gezielt unterstützt. Was hier zählt, ist Tempo – und das Vertrauen, dass Fortschritt aus Experimenten entsteht, nicht aus Formularen. Hier versteht man „Public-Private Partnership“ nicht als Schlagwort, sondern als Sandbox für Macher: Hindernisse werden beseitigt, Entscheidungen getroffen, Kooperationen einfach gemacht.</p>
<p>Der zweite Teil der Reise führte uns nach San Diego, eine Stadt mit der höchsten Konzentration militärischer Präsenz weltweit. Über 115.000 aktive Soldatinnen und Soldaten, Hauptquartiere der US Navy Pacific Fleet und des Marine Corps, dazu Unternehmen wie General Atomics (MQ-9 Reaper), Shield AI (autonome KI-Systeme) und Firestorm Labs, ein junges Defense-Tech-Startup, das modulare Drohnen und Robotiksysteme in Rekordzeit entwickelt. Hier verschmelzen Forschung, Wirtschaft und Einsatzpraxis zu einem echten Innovationsökosystem.</p>
<p>Bemerkenswert war auch die gelebte „Sub-national Diplomacy“: Kooperationen entstehen nicht nur zwischen Regierungen, sondern direkt zwischen Städten, Bundesstaaten, Universitäten und Unternehmen – ohne den Umweg über Washington. Dieser pragmatische Ansatz zeigt, dass internationale Partnerschaft längst nicht mehr allein Außenpolitik ist, sondern Wirtschafts- und Innovationspolitik auf regionaler Ebene.</p>
<p>Der Kontrast zu Deutschland könnte größer kaum sein: Dort, wo in den USA Partnerschaften geschlossen, Tests gefahren und Produkte gebaut werden, entstehen hierzulande Strategie- und Maßnahmenpapiere. Die Reise hat eines deutlich gemacht: Zukunft entsteht durch Entscheidung, nicht durch Abstimmung. In den USA wird Zukunft gebaut – bei uns beantragt. Wenn Europa relevant bleiben will, muss es den Mut zurückgewinnen, in die Umsetzung zu kommen und zu machen.</p>
<p><em><img decoding="async" class="alignleft wp-image-73799" src="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Nicolas-Brendel_01-scaled-e1763042673186-500x500.jpg" alt="" width="120" height="120" srcset="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Nicolas-Brendel_01-scaled-e1763042673186-500x500.jpg 500w, https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Nicolas-Brendel_01-scaled-e1763042673186.jpg 567w" sizes="(max-width: 120px) 100vw, 120px" />Über den Autor:  Nicolas Brendel ist Geschäftsführer der Honeysuckle GmbH in Leipzig. </em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/in-den-usa-wird-gebaut-bei-uns-beantragt/">In den USA wird gebaut, bei uns beantragt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
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		<item>
		<title>Kampf um kluge Köpfe</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/kampf-um-kluge-koepfe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[b.wild]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Nov 2025 13:43:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
		<category><![CDATA[Subsub-Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskräfte]]></category>
		<category><![CDATA[Arizona]]></category>
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		<category><![CDATA[Nachwuchsförderung]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Arbeitsmarkt für Fachkräfte in Arizona und Kalifornien boomt. Praxisnahe Ausbildungskonzepte sichern den wachsenden Talentbedarf.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/kampf-um-kluge-koepfe/">Kampf um kluge Köpfe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Arbeitsmarkt für Fach- und Führungskräfte in Arizona und Südkalifornien boomt: Investitionen, Hochschulkooperationen und Ansiedlungen stärken Branchen wie Halbleiter, Life Sciences und Verteidigung. Schnellere, praxisnahe Ausbildungskonzepte sind gefragt, um den wachsenden Talentbedarf nachhaltig zu sichern.</em></p>
<p>Von Dr. Tiemo Kracht</p>
<p><strong>Arizona / Phoenix: Wachstum, Investitionen und gezielte Workforce-Programme</strong></p>
<p>Phoenix und das zentrale Arizona haben in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg an ausländischen Direktinvestitionen erlebt; die Landesförderung berichtet über mehr als hundert FDI-Projekte und zweistellige Milliardeninvestitionen, die tausende Arbeitsplätze schaffen. Dies wird ergänzt durch große Ansiedlungen aus Sektorengruppen wie Halbleiter, E-Mobilität und Life-Sciences (Beispiele: LUCID Motors / Werke in der Region, Bayer mit seinem Marana Innovation Center, sowie Technologie-Unternehmen wie Axon mit starker Präsenz in der Metro-Area) – allesamt auf dem beeindruckenden Reiseprogramm der Atlantik-Brücke.</p>
<p>Die Reaktion der Bundes- und Landesbehörden auf den erhöhten Fachkräftebedarf ist mehrgleisig: Arizona setzt konsequent auf „workforce accelerators“ und auf enge Allianzmodelle zwischen Community Colleges, Universitäten und Unternehmen. Ein zentrales Instrument sind die sogenannten Future48 Workforce Accelerators — regionale Trainingszentren (u. a. ein Semiconductor-fokussierter Accelerator in Phoenix / Gateway Community College), die technisch-spezifische, praxisnahe Kurse, Zertifikate und Kooperationen mit Firmen (z. B. Halbleiter-Fabriken) anbieten. Diese Programme sind darauf ausgelegt, junge Erwachsene und Umschülerinnen innerhalb kürzerer Zeit in produktions- und techniknahe Rollen zu bringen.</p>
<p>Außerdem treiben Universitäten wie Arizona State University oder die University of Arizona (über Forschungs- und Prototyping-Hubs) enge Partnerschaften mit Unternehmen voran — von Praktika über gemeinsame Laborprojekte bis zu gezielten Upskilling-Programmen für bestehende Mitarbeitende. Besonders sichtbar ist dies im Halbleiterbereich: große Hersteller erweitern ihre Ausbildungsprogramme, um eigene Arbeitskräfte heranzuziehen und langfristig an die Region zu binden. Ein Beispiel sind deutlich ausgebaute Internship-Programme, mit Hunderten von Studierenden-Plätzen, die speziell auf die Bedürfnisse von Fabriken und Verpackungsanlagen zugeschnitten sind.</p>
<p><strong>Südkalifornien / San Diego: Forschung, Verteidigung und binationaler Arbeitsmarkt</strong></p>
<p>San Diego zeichnet sich durch ein dichtes Innovations-Ökosystem aus: Spitzenuniversitäten (UC San Diego, SDSU), Forschungsinstitute (Scripps, Salk u. a.), ein starkes Biotech-Cluster und zahlreiche Defense-Startups prägen die Nachfrage nach hochqualifizierten Fach- und Führungskräften. Regionalverbünde wie „Advancing San Diego“ und die San Diego Workforce Partnership arbeiten gezielt daran, Ausbildungsgänge mit den realen Anforderungen der Arbeitgeber zu synchronisieren — unter anderem durch die Identifikation nachgefragter Berufsprofile, die Akkreditierung „verified programs“ an Colleges und die Vermittlung von Praktika und Pre-Apprenticeships. Das Ziel ist, Tausende neu qualifizierte Arbeitskräfte für die wachsenden Sektoren zu gewinnen und dabei die Zugehörigkeit zur Region zu erhöhen. All dies in Verknüpfung mit dem Arbeitsmarkt im benachbarten Mexiko.</p>
<p>Die internationale Ausrichtung von San Diego wird institutionalisiert durch Akteure wie das World Trade Center San Diego (WTCSD) und die Regional Chamber: Lucas Coleman (WTCSD) etwa bündelt Export- und Investitionsförderung, während Kenia Zamarripa (San Diego Regional Chamber) die internationalen Beziehungen und binationalen Geschäftsbeziehungen (insbesondere US-Mexico) vorantreibt — wichtige Stellhebel, um durch Außenwirtschaft neuen Markt- und Kapitalzugang mit Talentgewinnung zu verknüpfen.</p>
<p><strong>Maßnahmen zur Sicherung von Talentpool und Führungsnachwuchs:</strong></p>
<ol>
<li>Praxisnahe, modulare Ausbildung: Community Colleges und Universitäten entwickeln kurze Zertifikats- und Accelerated-Track-Programme (Semiconductor Tech, Advanced Manufacturing, IT, Cybersecurity), die direkt auf Einstiegs- und Fachkräftebedarfe ausgerichtet sind. Staatliche Zuschüsse und Partnerschaften mit Firmen sichern Equipment und Curriculum.</li>
<li>Unternehmensnähe und Co-Design: Firmen (Axon, Lucid, Bayer, Firestorm u. a.) beteiligen sich an Curriculum-Design, bieten Praktika, Trainee-Programme und Werkverträge — das erhöht die Chancen, Nachwuchs direkt aus Ausbildungsprogrammen zu rekrutieren. (Bei spezialisierten Startups wie Firestorm Labs entstehen zudem hohe Anforderungen an additive Fertigung und Systems-Engineering; solche Unternehmen investieren in lokale Schulungs- und Rekrutierungsprogramme.)</li>
<li>Führungskräfteentwicklung &amp; Retention: Neben technischer Ausbildung braucht es Formate für Führungsnachwuchs (Managementmodule, bilinguale/ binational arbeitende Leadership-Programme, Branchen-Mentoring). Öffentliche Stellen (Wirtschaftsförderungen, Handelskammern) fördern hierzu Matching-Programme zwischen KMU und Hochschulen.</li>
<li>Inklusion und Zugänglichkeit: Programme zur Reduzierung von Einstiegshürden (Transport, Kinderbetreuung, finanzielle Unterstützung) und bewusste Outreach-Strategien erhöhen die Wirkung von Upskilling-Initiativen — besonders in Regionen mit hoher sozio-ökonomischer Diversität.</li>
<li>Internationalisierung als Talentstrategie: FDI-Anwerbung wird zunehmend gekoppelt an Talent-Roadmaps: Investoren erwarten Zugang zu ausgebildeten Arbeitnehmenden, Research-Partnerschaften und Förderprogramme; die Landesförderungen (Arizona Commerce Authority, EDCs in San Diego) treten deshalb nicht nur als Kapital-, sondern auch als Talentbroker auf.</li>
</ol>
<p><strong>Fazit — Chancen und Herausforderungen</strong></p>
<p>Phoenix und San Diego stehen exemplarisch dafür, wie moderne Wirtschaftszentren Ausbildung, Forschung und Investitionsförderung zusammenführen müssen, um Fach- und Führungskräfte nachhaltig zu sichern. Erforderlich sind weiterhin enge Public-Private-Partnerships, frühe Berufsorientierung, skalierbare Accelerators sowie Führungskräfte-programme mit internationaler Ausrichtung. Für deutsche Investoren und Unternehmen vor Ort lohnt sich der Blick auf die regionalen Ausbildungsangebote (Community Colleges, ASU/UA, UCSD/SDSU), auf konkrete Kooperationsmodelle für Praktika / Traineeships und auf die lokalen Wirtschaftsförderer, die neben Flächen und Förderkonditionen auch Talent-Zugang vermitteln. Durch diese integrierten Maßnahmen können Phoenix und San Diego nicht nur Kapital und Märkte, sondern vor allem den entscheidenden Rohstoff für Wachstum — qualifizierte Menschen und Führungskräfte von morgen — sichern.</p>
<p><em data-wp-editing="1"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-73788" src="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Tiemo-Kracht-500x500.jpeg" alt="" width="115" height="115" />Über den Autor:</em><br />
<em>Dr. Tiemo Kracht ist Gründer und Inhaber der BOARD CONNECT GmbH und seit nahezu 30 Jahren eine feste Größe im Executive Search in Deutschland.</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Demokraten im Dilemma</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/demokraten-im-dilemma-linkspopulismus-oder-mitte-kurs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[b.wild]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2025 11:41:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
		<category><![CDATA[Sub-Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Demokraten]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgliederreise]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Zohran Mamdani]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Trump im Amt ist, haben die Demokraten ein Orientierungsproblem: den linken Weg einschlagen oder sich eher an der Mitte orientieren? </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/demokraten-im-dilemma-linkspopulismus-oder-mitte-kurs/">Demokraten im Dilemma</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Seit Trump im Amt ist, haben die Demokraten ein Orientierungsproblem: den linken Weg einschlagen oder sich eher an der Mitte orientieren? Auf der Mitgliederreise durch Arizona und Kalifornien zeigte sich, wie schwer es für die Partei ist, sich neu zu erfinden.</em></p>
<p>Von Claudia Kade</p>
<p>Sobald eine politische Partei in der Opposition landet, folgt ihr Schicksal einem Muster, das sich dies- und jenseits des Atlantiks gleichermaßen beobachten lässt: Wer die Regierungsverantwortung verliert, driftet erstmal ins Chaos. Wenn die einigermaßen einende Kraft der Gestaltungsmacht abhandenkommt, brechen verdrängte Richtungskonflikte auf – und neue Köpfe oder bisher randständige Figuren wittern ihre Chance auf Profilierung und Führungsanspruch.</p>
<p>„In der Opposition wird das Erscheinungsbild diffuser, die Parteidisziplin schwindet“, sagte uns ein erfolgreicher und einflussreicher US-Demokrat auf unserer Reise durch Arizona und Kalifornien wenige Tage vor den US-Regionalwahlen in New York City, Virginia und New Jersey. Und tatsächlich sind die Demokraten – wenn es „die Demokraten“ überhaupt noch gibt – nach den klaren Wahlsiegen auch nicht wirklich schlauer, welche Strömung nun die erfolgversprechende für die Parteilinie auf nationaler Ebene ist.</p>
<p>[related] Sollen sie auf die Euphorie aufsetzen, die den 34-jährigen Sozialisten Zohran Mamdani in das Amt des Bürgermeisters von New York City getragen hat? Auf seine Idee, dem Rechtspopulismus von US-Präsident Donald Trump einen lauten Linkspopulismus entgegenzusetzen, der im Wirtschaftslager und bei den konservativen Parteifreunden Widerstand provoziert.</p>
<p>Oder soll die Partei eher den Mitte-Kurs verfolgen, für den die beiden ebenfalls neu gewählten Gouverneurinnen von Virginia und New Jersey, Abigail Spanberger und Mikie Sherrill stehen? Die beiden Frauen vertreten klassische Demokraten-Politik, zu „woken“ Themen ist in ihrer Agenda nicht viel zu finden. Stattdessen machen sie Politik für die Mittelschicht und kleinere und mittlere Unternehmen.</p>
<p>Und wann schwingt sich der wohl bekannteste aktive Demokrat, der kalifornische Gouverneurskollege Gavin Newsom, auf, über seine angriffslustige Attacken-Show gegen Trump hinauszuwachsen und ins ernstere Lager zu wechseln. Oder schlägt doch noch die Stunde des zurückhaltenden Andy Beshear, Gouverneur im traditionell republikanischen Kentucky, der auf ruhige Weise versucht, konservativ eingestellte Wähler in ländlichen Regionen anzusprechen.</p>
<p><strong>Retten, was noch zu retten ist</strong></p>
<p>Klar ist ein Jahr nach Trumps Wahlsieg: Die Resultate der jüngsten Stimmungstests können nicht als verlässlicher Indikator dafür gelten, dass die Demokraten schon wieder auf einem Siegeszug wären. New York City, New Jersey und Virginia wählen ohnehin traditionell demokratisch. Und traditionell gehen die Ergebnisse der ersten Abstimmungen nach einer Präsidentschaftswahl zugunsten der Opposition aus. Dabei kämpfen die Demokraten nicht nur gegen Trump, sondern auch gegen ihr Image, zu oft moralisch überheblich aufzutreten und ideologisch getrieben vorzugehen. Es muss für die Partei künftig und endlich darum gehen, Trump-Wähler zurückzugewinnen statt wie bisher das eigene Lager mit Selbstvergewisserung zu sättigen.</p>
<p>Dabei ist die Ausgangslage schwierig, die Demokraten agieren derzeit in gewisser Weise als „Nischen-Partei“, notgedrungen: Sie versuchen, maximale Gestaltungskraft in den Lücken zu entfalten, die Präsident Trump ihnen – noch – lässt. So suchen demokratische Bürgermeister Verbündete unter republikanischen Amtskollegen, die ebenfalls an Trumps Zollpolitik rütteln wollen. Sie verstärken mit pragmatischer Energie ihre Bemühungen zur Ansiedlung ausländischer Unternehmen in ihren Städten, um für ihre Bevölkerung einen Teil der „America First“-Benefits zu sichern und in ihrem Einflussbereich das Abrutschen breiter Schichten in Armut und Verwahrlosung zu verhindern. Auf allen Ebenen versuchen die Demokraten, von der staatlichen Gesundheitsversorgung zu retten, was noch zu retten ist. Wie auch Staats- und Regierungschefs im Ausland sehen sie sich durch Trump erpresst. Bisher haben sie ihm wenig entgegenzusetzen.</p>
<p>Und dann gibt es noch diejenigen, die von Aufbruch und Neuanfang immer noch nichts wissen wollen, wie ausgerechnet Kamala Harris. Sie lässt sich nicht lange bitten, wenn es um die Frage nach einer erneuten Präsidentschaftskandidatur 2028 geht – und schließt eine weitere Bewerbung nicht aus. „Ich bin noch nicht fertig“, verkündete sie, ohne rot zu werden. Wer sagt’s ihr?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-73682 " src="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Claudia_Kade_Foto_Welt-e1762861190160.webp" alt="" width="98" height="104" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Über die Autorin: Claudia Kade ist Ressortleiterin Politik bei der Tageszeitung Die Welt.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/demokraten-im-dilemma-linkspopulismus-oder-mitte-kurs/">Demokraten im Dilemma</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mitgliederreise in die Battleground States</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/mitgliederreise-in-die-battleground-states/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lea Berger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Apr 2024 11:52:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
		<category><![CDATA[Subsub-Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Battleground States]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgliederreise]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Mitgliederreise 2024 führte die Delegation der Atlantik-Brücke nach Washington, D.C, Virginia und North Carolina. Es waren lehrreiche Tage, die in schwierigen Zeiten viel Mut machten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/mitgliederreise-in-die-battleground-states/">Mitgliederreise in die Battleground States</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In den USA gibt es kaum spannendere Zeiten als Wahljahre. Und deshalb war der Zeitpunkt der Mitgliederreise 2024 genau richtig gewählt: Im April, ein halbes Jahr, bevor die US-Bürgerinnen und -Bürger wieder die Wahl haben, wer als nächster Präsident ins Weiße Haus einziehen darf, reiste eine Delegation der Atlantik-Brücke in die Battleground States.</p>
<p>Die Reise begann in Washington, D.C., dem Herz der amerikanischen Politik. Dort nahmen die Mitreisenden nicht nur an der Deutsch-Amerikanischen Konferenz teil (<a href="https://www.atlantik-bruecke.org/the-new-realities-of-democracy/">siehe Artikel hierzu</a>), sondern besuchten zum Auftakt die Redaktion des Online-Magazins Politico in Arlington. Dort diskutierte die Reisegruppe mit den Redakteur*innen des „Playbooks“ über die bevorstehenden Wahlen, die wirtschaftliche Lage und die transatlantischen Beziehungen.</p>
<p>Eine wichtige Lektion, die die Teilnehmenden aus diesen Gesprächen mitnehmen konnten: „Trump the man is not Trump the president“, was bedeutet, dass der Präsidentschaftskandidat Trump im Wahlkampf viel sagt und fordert, um seine Wählerschaft zu mobilisieren. Doch ob er diese vollmundigen Forderungen später als Präsident dann auch so umsetzen würde, steht auf einem anderen Blatt. Trotzdem müsse sich Europa darauf einstellen, dass unter Trump eher ein „economic mindset“ herrsche, waren sich die Diskutanten einig.</p>
<p>[related] Bei einem Treffen mit Matthew S. Axelrod vom US-Wirtschaftsministerium lernten die Teilnehmenden mehr über Exportkontrollen der US-Regierung – etwa für Technologien, die zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen benutzt werden können. „Wir schauen, dass wir alles immer mit der deutschen Regierung koordinieren“, versicherte Axelrod den Zuhörenden.</p>
<p>Nach zwei intensiven Tagen in Washington reiste die Gruppe weiter nach Richmond, Virginia, um das dortige American Civil War Museum zu besichtigen. Danach ging es weiter zur Naval Station in Norfolk. Der deutsche Vier-Sterne-NATO-General Christian Badia empfing die Delegation und sprach über den NATO-Auftrag in Norfolk sowie künftige militärische Herausforderungen. Außerdem diskutierte der britische Deputy Commander Rear Admiral Tim Henry mit den Teilnehmenden für die Mission in Norfolk. Höhepunkt des Besuchs der Naval Station war aber eindeutig die Führung durch den Flugzeugträger USS George Washington, wo die Gruppe hautnah die Arbeit der Navy miterleben konnte.</p>
<p>Am vierten Tag besichtigte die Delegation die Niederlassung von STIHL in Virginia Beach und sprach mit CEO Chris Keffer. Nach einer Campus-Tour der Duke University in Durham diskutierten die Teilnehmenden mit Dr. Susan Colburnand, Associate Director American Grand Strategy Program, und Professor Aaron Chatterjee über Geopolitik in instabilen Zeiten. Beim Dinner war Gelegenheit, mit Honorarkonsulin Dagmar Fahr, Ellis Hankins, Vorstandsmitglied der Flughafengesellschaft Raleigh-Durham, und Markus Wilhelm, CEO von Strata Clean Energie, über die wirtschaftliche Entwicklung der Region zu sprechen.</p>
<p>Am letzten Tag der Mitgliederreise stand ein Besuch des Research Triangle Parks (RTP) auf dem Programm. Vorgestellt wurde dieser Forschungs- und Startup-Park inklusive Housing und Community-Entwicklung, einem innovativen Konzept, das nicht nur Arbeitsplätze bietet, sondern den Mitarbeiter*innen auch Wohnraum zur Verfügung stellt. „Und Lufthansa hat ab Juni eine Direktverbindung von Frankfurt nach Raleigh“, hob Scott Levitan, CEO der RTP Foundation, die Vorzüge der Region hervor. Der RTP sei das Silicon Valley für moderne Landwirtschaft, auch bekannt als AgTech, betonte er. „Das hat nichts mit Farming von früher zu tun, sondern mehr mit Hightech“, so Levitan.</p>
<p>Nach einer Lunch-Diskussion bei BASF zum Nordamerika-Geschäft des Unternehmens besuchte die Gruppe zum Abschluss noch die <strong>North Carolina General Assembly (State Legislature)</strong> und das <strong>Governor’s Mansion.</strong></p>
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		<title>Mitgliederreise nach Seattle und Vancouver</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/mitgliederreise-nach-seattle-und-vancouver/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[b.wild]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Nov 2023 15:51:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
		<category><![CDATA[Sub-Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Mitgliederreise führte die Mitglieder der Atlantik-Bücke vom 30.10. bis 3.11.2023 nach Seattle (USA) und Vancouver (Kanada). Neben vielen interessanten Terminen bei Palantir, Amazon, Boeing, Microsoft, Diehl Aviation und vielen mehr bleiben vor allem Gespräche mit Experten in Erinnerung.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>31 Mitglieder der Atlantik-Brücke machten sich vom 30.10. bis 3.11.2023 auf zur Mitgliederreise nach Seattle (USA) und Vancouver (Kanada), um neue Erfahrungen zu sammeln und ihr transatlantisches Netzwerk zu erweitern. Die beiden</em><em> Mitreisenden Jeannine Budelmann und Dirk Dörrschuck haben ihre Eindrücke aufgeschrieben.</em></p>
<h3><strong>Jeannine Budelmann, Geschäftsführende Gesellschafterin der Budelmann Elektronik GmbH:</strong></h3>
<p>Die Reise nach Seattle und Vancouver war vollgepackt mit unterschiedlichsten Terminen. Besonders schön fand ich die Vielfalt des Programms. Alle großen weltpolitischen Probleme wurden wie nebenbei aufgegriffen und die Komplexität unserer Welt dadurch noch deutlicher.</p>
<p>So haben wir in kurzer Zeit viele der amerikanischen Tech-Größen &#8211; von Amazon bis Microsoft &#8211; besucht und durften sehen, was alles hinter den großen Konzernen steckt. Spannend hierbei fand ich zu erfahren, wie stark die Ukraine nach dem Einfall der russischen Armee nicht nur Unterstützung durch andere Staaten erhalten hat. Auch viele privatwirtschaftliche Unternehmen haben sich engagiert. Um einen funktionierenden Staat aufrecht zu erhalten, sind IT-Systeme inzwischen von herausragender Bedeutung. Umso beeindruckender war es zu hören, dass die kritischen IT-Systeme des ukrainischen Staates mit Unterstützung amerikanischer Firmen gesichert und am Laufen gehalten werden konnten.</p>
<p>Um den russischen Angriffskrieg ging es in sicherheitspolitischen Diskussionsrunden ebenfalls. Gleichzeitig aber auch um China oder die Rolle anderer aufstrebender Nationen beispielsweise aus Lateinamerika. Vancouver als Stadt mit einer extrem hohen Quote an Einwanderern aus China hat beispielsweise eine ganz andere Sicht auf die transatlantischen Beziehungen als etwa die Ostküste. In diesem Zusammenhang waren der Input aus der amerikanischen Navy, aber auch Gespräche mit Boeing sehr interessant.</p>
<h4>Den Gedanken der Kooperation wieder stärker in den Fokus bringen</h4>
<p>Persönlich etwas sprachlos gemacht hat mich unser Treffen mit den Vordenkern des IRA (Inflation Reduction Act) Heather Boushey und Alex Jacquez. Der Gedanke, der sich durch diese Gesprächsrunde zog, war ein stark protektionistischer. Auch in anderen Gesprächen konnte man sich von dieser Grundhaltung immer stärker überzeugen. Leider machen auch wir Deutschen uns davon nicht frei. Ich mache mir Sorgen darüber, dass wir als Weltgemeinschaft gerade scheinbar vergessen, welche Vorteile uns freier Handel bisher gebracht hat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-58719 alignleft" src="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Jeannine-Budelmann_Copyright_WJD-Pia-Jennert-Fotografie-500x500.jpg" alt="" width="250" height="250" /></p>
<p>Die Idee, dass man einfach nur der stärkste Handelspartner sein müsste, um dann die ganze Welt wirtschaftlich nach seiner eigenen Maßgabe beeinflussen zu können, hat sich bislang noch nie als funktionierend herausgestellt. Auch nicht in der jetzigen Zeit. Ich fürchte, dass wir in den nächsten Jahren mit wirtschaftlichen Problemen auf der ganzen Welt konfrontiert sein werden. Wie wünschenswert wäre es, wenn wir den Gedanken der Kooperation wieder stärker in den Fokus bringen würden? Dafür sollten wir uns alle stärker einsetzen!</p>
<p>Mit politischen Verantwortungsträgern über die Probleme von Obdachlosigkeit und Drogenmissbrauch zu sprechen, denen man sich vor Ort auch nicht entziehen konnte, fand ich ebenfalls sehr spannend. Hier lohnt es sich, in Europa vorauszudenken und aus den Fehlern zu lernen, die in Amerika gemacht wurden, damit wir nicht in eine ähnliche Lage geraten. Ich möchte mir die Bilder, die ich in Seattle gesehen habe, nicht in deutschen Städten vorstellen.</p>
<p>Nicht zuletzt war die Delegation selbst eine große Bereicherung für mich. Wir haben wunderbar diskutiert, uns gestritten und versöhnt und hervorragend gegessen. Die gemeinsamen Gespräche haben mich bereichert und ich freue mich darauf, meine Mitreisenden schon bald wieder auf der einen oder anderen Veranstaltung wieder zu sehen!</p>
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<h3><strong>Dirk Dörrschuck, Geschäftsführung Rohde &amp; Schwarz International:</strong></h3>
<p>Tolles Wetter, exzellente Organisation und ein dichtes Programm: Bei der Mitgliederreise nach Seattle (USA) und Vancouver (Kanada) hat mich vor allem die Bandbreite der Themen sehr beeindruckt. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für die Geduld und die Ausführungen an die beiden Organisatoren Laura Korndoerfer und Tobias Luthe von der Atlantik-Brücke: „Well done!“</p>
<p>Als jemand der zum ersten Mal auf einer Mitgliederreise der Atlantik-Brücke dabei war, habe ich die Zusammenstellung der gesamten Gruppe als durchwegs harmonisch empfunden. Und selbst die Zwischenrufe einiger Teilnehmenden im Stile von Waldorf und Statler (Fans der Muppet Show erinnern sich an die beiden älteren Herren aus der Loge) waren letztendlich immer unterhaltsam.</p>
<h4>Der IRA könnte die Beziehungen zwischen USA und Deutschland erheblich beeinflussen</h4>
<p>Neben den vielen großartigen und interessanten Terminen (Palantir, Amazon, Boeing, Diehl Aviation) möchte ich auf zwei Gesprächsabende zurückblicken. Das Abendessen am 31. Oktober zum Thema IRA (Inflation Reduction Act) mit Heather Boushey und Alex Jacquez ist mir in Erinnerung geblieben. Aus dem Gespräch habe ich mitgenommen, dass der IRA zwar wesentliche Themen wie Klimawandel, Gesundheitsversorgung und Steuerreform adressiert, der direkte Impact auf eine schnelle Reduktion der Inflation aber wahrscheinlich eher gering ist. Der IRA steht demnach eher für eine langfristige Ausrichtung, die auf eine nachhaltigere und stabile Wirtschaft in und um die USA herum abzielt. Dies kann dann auf lange Sicht einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Inflation nehmen. Die beiden Hauptpunkte des IRA beschäftigen sich primär mit inländischen Problemen &#8211; wie Amerikas Bekämpfung des Klimawandels und die bereits erwähnte Gesundheitsversorgung. Sie können jedoch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Deutschland erheblich beeinflussen.</p>
<p>Betroffen sein könnten die potenzielle Zusammenarbeit in grüner Technologie, die Anpassungen der Handels- und Investment-Strategien sowie die damit verbundenen Herausforderungen deutscher Firmen mit ihrem operativen Geschäft in den USA. Der Einfluss auf die Handelsdynamik zwischen den USA und Deutschland sollte deshalb nicht unterschätzt werden. Mit einem doch scharfen Fokus auf Inlandsproduktion und Investitionen für die amerikanische Industrie könnte der IRA zu einem Problem für den deutschen Export werden, speziell in den Bereichen Automobil- und Pharmaindustrie &#8211; bei beiden Ländern geht es dabei um sehr viel. Mit dem IRA machen die USA einen deutlichen Schritt in Richtung Platzierung einer durchsetzungsfähigeren wirtschaftlichen Richtlinie &#8211; und Deutschland wird unter Beibehaltung seiner starken bilateralen wirtschaftlichen Verbindungen mit Amerika seinen Weg finden müssen. Dies kann dazu führen, dass beide Länder ihre globalen Handelsstrategien neu bewerten und oder anpassen müssen, während potenzielle neue Partnerschaften in Technologie und erneuerbaren Energien entstehen können und damit Chancen bieten.</p>
<h4>Kanada und seine außenpolitische Positionierung</h4>
<p>Nach drei ereignisreichen Tagen in Seattle führte uns der zweite Teil unserer Reise nach Vancouver. Dort trafen wir Rear Admiral Christopher Robin, Prof. Alex Moens, Michael von Herff und Prof. Pierre-Gerlier Forest am 1. November zu einem spannenden Gesprächsabend. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber für mich war es bis dato nicht so offensichtlich, mit welchen landesinternen Problemen, hervorgerufen durch die ethnische und religiöse Diversität der kanadischen Bevölkerung, sich die kanadische Regierung in Bezug auf eine verteidigungsorientierte, außenpolitische Positionierung konfrontiert sieht. Und das unter Berücksichtigung der aktuellen geopolitischen Lage Kanadas zum Nordpolarmeer und Anschluss zum Pazifik.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-58747 alignleft" src="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Dirk_Doerrschuck_RS-500x500.jpg" alt="" width="251" height="251" />Es zeigte sich im Laufe des Abends, dass sich auch Kanada in zunehmenden Maße mit einer neuen Positionierung der eigenen Verantwortung und Geschichte zum Schutz von Demokratie in einem neuen internationalen Umfeld auseinandersetzen sowie finden muss. Verstärkt wird dies durch eine notwendiger werdende Emanzipierung vom Partner USA auf dem nordamerikanischen Kontinent, speziell mit Hinblick auf den Ausgang der kommenden US-Wahlen und den daraus resultierenden Verteidigungs- sowie Handelsabhängigkeiten. Ein wahrscheinlich nicht unkomplizierter Weg, wie wir an diesem Abend verdeutlicht bekommen haben.</p>
<p>Die Reise hat gezeigt, dass gerade in Zeiten wie diesen der Austausch und fortwährende, offen geführte Dialog von übergreifenden Netzwerken wie der Atlantik-Brücke für den gemeinsamen Erfolg essenziell sind. Er stärkt das Verständnis auf beiden Seiten und bietet Gestaltungsmöglichkeiten. Die geopolitische Weltlage ist ein deutliches Signal näher zusammenzurücken und sich gegenseitig zu unterstützen. Wir sollten gerade deshalb auch darüber nachdenken, die Intensität des Austauschs und der Diskussionen für die weitere Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses zu erhöhen. Ich bedanke mich für die Möglichkeit, dabei gewesen sein zu dürfen.</p>
<p><em>Fotos: Tobias Luthe (1); WJD Pia Jennert Fotografie (2); Rohde &amp; Schwarz (3)</em></p>
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		<title>Wahlen, Wachstum und Windkraft</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/wahlen-wachstum-und-windkraft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[atlantikbruecke]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Nov 2022 13:57:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unterwegs in Texas und Louisiana gewann eine Delegation der Atlantik-Brücke tiefe Einblicke in zwei hochaktuelle Themenfelder: die US-amerikanische Energiewirtschaft und die politische Stimmung im Vorfeld der Midterm Elections.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dreijähriger Pause hat vom 30. Oktober bis 4. November erstmalig wieder eine Mitgliederreise stattgefunden. Die Delegation, geleitet vom Atlantik-Brücke-Vorsitzenden Sigmar Gabriel, begab sich auf einen Roadtrip quer durch Texas und entlang der Küste Louisianas, um einerseits in das politische Klima beider Bundesstaaten einzutauchen und andererseits drängende Fragen zur Energiewirtschaft und -versorgung mit amerikanischen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern zu erörtern.</p>
<h4><em>Texas: Land of Plenty</em></h4>
<p>Die Reise fing in Austin, der Hauptstadt von Texas, an. Schnell wurde klar, warum dieser Bundesstaat ein rasanteres Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum erlebt als die anderen 49 Bundesstaaten. Mit niedrigschwelligen Regulierungen, steuerlichen Vorteilen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer und nach wie vor viel Platz ist es hier möglich, schnell und unkompliziert unternehmerische Ideen umzusetzen und sich anzusiedeln. So zieht Texas viele Tech-Firmen an; der Staat bietet aber auch Investitionsmöglichkeiten in erneuerbare Energien – insbesondere Windkraft –, aber auch fossile Energieträger. Universitäten und Colleges bieten relevante Abschlüsse in Fächern wie Informatik, Biotechnologie und BWL an. Einen umfassenden Einblick in die politischen Besonderheiten des „Lone Star States“ gaben zum Auftakt der Reise drei Journalisten. Sergio Martinez-Beltran, Texas Capitol Reporter aus dem Texas Newsroom von NPR, Ed McKinley, Reporter beim Houston Chronicle, und James Barragan, Reporter beim Texas Tribune, erläuterten, dass in Texas viele Welten aufeinanderprallen. Insbesondere die Themen Abtreibung, Einwanderung und Kriminalität werden kontrovers diskutiert. Diese Fragen sowie die steigende Inflation stehen für viele Texaner bei den gerade abgehaltenen Zwischenwahlen im Vordergrund. Bei Anschlussterminen hatte die Delegation Gelegenheit, diese Punkte im Gespräch mit dem einflussreichen Politikstrategen und engem Vertrauten George W. Bush’s, Karl Rove, und Gardner Pate, dem Kampagnenmanager des texanischen Gouverneurs Greg Abbott, zu vertiefen.</p>
<p>Texas‘ Rolle als wichtiger Standort für Windkraft wurde bei einem Hintergrundgespräch mit Industrievertretern beleuchtet, das ergänzt wurde durch einen Termin mit Mark Havens, Chief Clerk &amp; Deputy Director of the Texas General Land Office – der Behörde, die den Verkauf und die Verpachtung von texanischem Grund und Boden verantwortet und somit eine äußerst wichtige Einnahmequelle des Bundesstaates ist. Abgerundet wurde dieser Besuch mit einer Besichtigung des Landesarchivs, in dem Texas‘ älteste Landkarten und Urkunden lagern.</p>
<h4><em>San Antonio: Kurzer Zwischenstopp mit nachhaltiger Wirkung</em></h4>
<p>Nach zwei intensiven Tagen in Austin begab sich die Delegation auf einen Roadtrip Richtung San Antonio, zunächst mit kurzem Halt in New Braunfels, einem stetig wachsenden Städtchen, das besonders stolz auf seine deutschen Wurzeln ist. Der Empfang durch Mayor Rusty Brockman und seine Mitarbeiter fiel entsprechend herzlich aus. Brockman betonte die Bedeutung der kulturellen Verbindung zu Deutschland und hob die wirtschaftliche Entwicklung von New Braunfels hervor, für die der Standort der zwischen Austin und San Antonio gelegenen Stadt ein wichtiger Faktor ist.</p>
<p>In San Antonio traf sich die Delegation in einer umgebauten Brauerei aus dem 19. Jahrhundert mit dem republikanischen Kongressabgeordneten August Pfluger. Das Gespräch mit dem künftigen Co-Vorsitzenden der Congressional Study Group on Germany drehte sich vor allem um den Krieg in der Ukraine. Pfluger betonte, wie wichtig angesichts einer angespannten Weltlage eine starke transatlantische Allianz sei, die vor allem dem Druck Chinas standhalten müsse. Pfluger war, ebenso wie die Mitglieder, von der angeregten Diskussion begeistert und nahm sich spontan Zeit, den ganzen Abend mit der Gruppe zu verbringen.</p>
<h4><em>Houston: Wirtschaftliches Zentrum der Energieindustrie</em></h4>
<p>Von San Antonio ging es mit dem Reisebus weiter nach Houston. Dort besichtigte die Delegation zunächst das Johnson Space Center der NASA. In den Räumlichkeiten von Mission Control erlebten die Mitglieder eine Simulation der Mondlandung, wie sie am 21. Juli 1969 von den Angehörigen der Astronauten in den Zuschauerrängen mitverfolgt wurde. Bei der am Abend stattfindenden Podiumsdiskussion, ausgerichtet von Cecilie Rohwedder und Paul Horvath, mit dem republikanischen Kongressabgeordneten Dan Crenshaw, dem ehemaligen US-Botschafter bei den Vereinten Nationen John Bolton, sowie Heidi Crebo-Rediker, der Chefökonomin unter US-Außenministerin Hilary Clinton, wurde besonders angeregt und zuweilen kontrovers Deutschlands Abhängigkeit von Russland diskutiert. Am nächsten Morgen ging es im Gespräch mit Vertretern der amerikanischen Gas- und Ölindustrie darum, ob und unter welchen Voraussetzungen die USA als Energielieferant eine Alternative für Deutschland sein kann.</p>
<h4><em>Louisiana: Küstenstaat mit viel Potenzial</em></h4>
<p>Entlang der Golfküste Louisianas wurde klar, welches Potenzial aus energiewirtschaftlicher Sicht in dieser Region steckt. Bereits jetzt stehen hier riesige, für den Import und Export bestimmte LNG-Terminals. Weitere Anlagen befinden sich im Aufbau, so wie die der Firma Tellurian in Driftwood, die in mehreren Bauphasen bis 2028 fertiggestellt werden soll. Die Dimensionen der Terminals sind gigantisch und imposant; an ihnen vorbeizufahren, hinterließ großen Eindruck bei der Delegation.  Mit der Führungsebene von Tellurian ging es neben Fragen der Energieversorgung auch um die Wirtschaftlichkeit der Terminals und das Problem des Fachkräftemangels. Wie wichtig dieser boomende Industriezweig für den eher strukturschwachen Bundesstaat ist, offenbarte sich abends beim Dinner mit der Bürgermeisterin von New Orleans. Mayor LaToya Cantrell verdeutlichte, wie sehr die Region von den Entwicklungen profitiere, zeigte aber auch die damit verbundenen Herausforderungen für ihre Stadt auf, die sich auch mit dem Klima- und Küstenschutz sehr viel stärker auseinandersetzen muss als andere Städte. Cantrell stellte eindrücklich dar, wie sich New Orleans aufgrund der traumatischen Erfahrung durch Hurrikan Katrina neu erfinden musste und welche Herausforderungen sich damit für ihre Stadt ergeben haben.</p>
<h5>Delegationsmitglieder teilen ihre Eindrücke der Reise:</h5>
<p><strong>Jeannine Budelmann, geschäftsführende Gesellschafterin, Budelmann Elektronik</strong>: „Die Reise hat anschaulich gezeigt, dass es viele Probleme, die wir in Deutschland im Kleinen haben, in den USA im Großen gibt. Die steigende Salonfähigkeit politischer Extrempositionen, zu geringe Fortschritte beim Klimaschutz, Sexismus und Chancengleichheit sind nur einige dieser Themenkomplexe, die uns alle betreffen. Beide Nationen täten gut daran, weiterhin auf Augenhöhe miteinander zu sprechen, um gemeinsam zu guten, aber auch raschen Lösungen zu finden. Dafür braucht es auf beiden Seiten die notwendige Tatkraft. Umso hoffnungsvoller hat mich die Begegnung mit LaToya Cantrell gestimmt. Ich war sehr beeindruckt von der unbeirrbaren Stärke der Bürgermeisterin von New Orleans und ihrem Team. Sie geht die immer noch anhaltenden Herausforderungen der Stadt mit großem Elan und positiver Energie an und reißt so ihre Mitmenschen mit. Sie ist ein Vorbild, das mir höchsten Respekt abverlangt.“</p>
<p><strong>Professor Dr. Michael Hüther, Direktor &amp; Mitglied des Präsidiums, Institut der deutschen Wirtschaft; stellvertretender Vorsitzender, Atlantik-Brücke</strong>: „Die Reise hat wiederum deutlich gemacht, dass entgegen den üblichen, auch medial unterlegten Einschätzungen in den USA und zwischen den Bundesstaaten sehr viele Schattierungen und unterschiedliche Dynamiken aufscheinen. Texas als Land fossiler Energieträger ist zugleich wichtigster US-Produzent von Windenergie. Die Mobilität zwischen den Staaten hat deutlich zugenommen. Grundsätzlich aber bleibt bei mir eine Ratlosigkeit darüber zurück, wie dieses Land zu jenem Mindestmaß an sozialer Kohäsion und politischer Kooperation zurückfindet, das die Verfassung eigentlich einfordert. Der Ausgang der Midterms ist dafür ein Lichtschimmer. Aus deutscher Sicht bleibt zweierlei herauszuheben: Wir treffen in den USA nahezu überparteilich auf die Bereitschaft zu protektionistischer Politik; wir können auf die Energiepartnerschaft nur setzen, wenn wir uns längerfristig binden. Der Besuch des in Bau befindlichen LNG-Terminals ist dafür außerordentlich eindrücklich gewesen.“</p>
<p><strong>Bernd Reuther, MdB (FDP)</strong>: „Wir können uns besonders an ihrem pragmatischen Umgang mit Energiegewinnung ein Beispiel an den USA nehmen. Das bedeutet weniger Bürokratie und schnellere Verfahren u.a. bei LNG-Terminals voranzutreiben. In dieser Hinsicht können wir noch viel von den USA lernen.“</p>
<p><strong>Bernd Rützel, MdB (SPD)</strong>: „Es war nicht meine erste USA-Reise, aber ich war erneut von der Vielfältigkeit und der Größe des Landes überwältigt. Die Kontraste, Licht und Schatten, sind hier noch deutlicher als bei uns – was wohl nur zum Teil mit den Entfernungen zu tun hat. New Orleans ist voller Leben und glitzert, die ländlichen Gebiete von Texas erscheinen dagegen leer und teils erschreckend ärmlich. Diese Gegensätze miteinander zu vereinbaren, ist eine riesige Herausforderung.“</p>
<p><strong>Katja Schremmer, Director, Morgan Stanley Bank</strong>: „Die diesjährige Mitgliederreise nach Texas und Louisiana bot ein sehr inspirierendes Programm. Die Termine mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und NGOs erzeugten ein viel tieferes Verständnis für amerikanische Werte, Sichtweisen und Ansätze in der Politik – insbesondere in den &#8220;flyover states&#8221; – im Gegensatz zu den in deutschen Medien doch sehr polarisierend dargestellten Sachverhalten. Besonders beeindruckt war ich von Frau LaToya Cantrell, der Bürgermeisterin von New Orleans, die als erste Frau dieses Amt bekleidet. Reisen wie diese beweisen, wie wichtig der Aufbau persönlicher Kontakte für den transatlantischen Zusammenhalt zum Erreichen gemeinsamer Ziele ist.“</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Sigrid Bauschert, Vorstand, Management Circle</strong>: „Am meisten überrascht bzw. beeindruckt hat mich die große Freundlichkeit der Gesprächspartner in Texas. Es gibt ja so viele Einwohner mit deutschen Vorfahren, und es war sehr berührend, wie stolz die Menschen auf ihre deutschen Wurzeln sind. Wir wurden mit offenen Armen empfangen. Neben diesem menschlichen Aspekt ist es beeindruckend, wie pragmatisch die Amerikaner Entscheidungen treffen; die Geschwindigkeit für Genehmigungen und Umsetzungen lässt mich nur staunen. Wie positiv und voller Energie in die Zukunft geblickt wird! Das haben wir bei der Besichtigung der Baustelle eines neuen LNG-Terminals in Louisiana eindrucksvoll erlebt. Die aktuelle Berichterstattung über die Wahlen in den deutschen Medien (naturgemäß, weil mit Abstand) ist vor allem sehr auf eine etwaige Kandidatur Trumps ausgerichtet. Die Gespräche mit republikanischen Politikern haben gezeigt, dass beileibe nicht jeder sehr konservative Republikaner ein Trumpianer ist.“</p>
<p><strong>Denise Feldner, geschäftsführende Gesellschafterin, Bridgehead Advisors</strong>: „Wir haben Texas besucht, einen Fly-over-Bundesstaat, auf den ich zuvor einen eindimensionalen Blick hatte. Mit Mexiko vor der Tür und den Herausforderungen, die mit der ungebremsten Migration verbunden sind, hat sich ein Bundesstaat eröffnet, der deutsch geprägt ist. Im 19. Jh. hatte sich in Mainz „The Adelsverein“ gegründet, der in Texas Land kaufte, um dort Flüchtende aus Deutschland anzusiedeln. Es wird sogar noch „Texas German“ gesprochen. Texas ist technologieoffen, für neue Unternehmen und Investments ein attraktiver Standort. Das Energiegeschäft von Texas wird von der LNG-Produktion dominiert. Hier zeigten sich ähnliche Probleme wie bei uns: Der Kampf um den Bau neuer Pipelines. Dennoch ist Texas der Bundesstaat mit dem höchsten Anteil an grüner Energie in den USA. Das in Deutschland wichtige Wasserstoffthema hat sich uns in New Orleans dargeboten. Die Stadt an der Front des Klimawandels greift sich die Nachhaltigkeitsthemen, baut einen Tech Cluster – im Zentrum der Jazzmetropole – und wird eine Wasserstofflieferkette über ihre Hafenstruktur abbilden. Hingegen wird die militärische Lieferkette der NATO nach Deutschland über die Häfen in Corpus Christi und Antwerpen-Brügge abgebildet. Beide Standorte verbindet ihre Lage im größten und im zweitgrößten Chemiecluster der Welt. Befremdet hat mich zu erfahren, dass in Texas die Inhalte des Schulunterrichts politisiert werden und damit die Polarisierung der Gesellschaft in die Schulen getragen wird. Zugleich finanzieren die Texaner seit über 150 Jahren ihre Schulen aus der Vermietung ihres staatseigenen Landes und der Ausbeutung von Bodenschätzen. Die Halloween-Party am 31. Oktober in Austin, der Dia de los Muertos in San Antonio sowie der Besuch im Apollo Mission Control Center in Houston waren Orte und Ereignisse, die ich schon immer erleben wollte. Ich glaube, dass jetzt mindestens jeder zweite aus der Delegation jetzt einen NASA-Hoody aus Houston besitzt. Inklusive unseres Vorsitzenden.“</p>
<p style="font-weight: 400;">
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]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Mitgliederreise 2020</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/mitgliederreise-2020/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Atlantic Bridge]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Dec 2020 14:19:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aufgrund der Corona Pandemie haben wir unsere Mitglieder auf eine virtuelle Reise in die umkämpften Battleground-Staaten mitgenommen. Experten und Entscheidungsträger gaben Einschätzungen zu den diesjährigen U.S. Wahlen und der Rolle von Battleground-Staaten wie Michigan und Wisconsin.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/mitgliederreise-2020/">Mitgliederreise 2020</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-28366" src="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Header-final-1000x231.jpg" alt="" width="1000" height="231" srcset="https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Header-final-1000x231.jpg 1000w, https://www.atlantik-bruecke.org/app/uploads/Header-final.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<p>Aufgrund der Corona-Pandemie konnte unsere Mitgliederreise 2020, die uns in die im Wahlkampf umstrittenen Battleground-Staaten führen sollte, leider nicht vor Ort stattfinden. Stattdessen haben wir unsere Mitglieder auf eine virtuelle Reise in den Wahlkampf mitgenommen, in Kooperation mit der Association of Former Members of Congress (FMC).</p>
<p>Hier finden Sie einen Überblick über die Veranstaltungsreihe:</p>
<p><strong>Teil 1: A Pollster&#8217;s Analysis on the US Election</strong></p>
<p>https://vimeo.com/466093112</p>
<p>Vier führende amerikanische Meinungsforscher haben die Mitglieder der Atlantik-Brücke mit auf eine tour d’horizon der US-Wahlen genommen.</p>
<p>Glen Bolger, Public Opinion Strategies, Celinda Lake, Lake Research Partners, Fred Yang, Hart Research und Amy Walter, Cook Political Report diskutierten, wie die Pandemie die Wahl beeinflusst, welche Wählergruppen die Präsidentschaftskandidaten jeweils für sich gewinnen können und wie sich die Senatswahlen von der Präsidentschaftswahl unterscheiden. Außerdem sprachen die vier Umfrageexperten darüber, warum die Meinungsforschung zwar die Wahl Trumps 2016 nicht prognostizierte, aber trotzdem richtig lag. Das Panel wurde moderiert von Elizabeth Esty, ehemalige demokratische Kongressabgeordnete.</p>
<p><strong>Teil 2: The Battleground State of Michigan</strong></p>
<p>https://vimeo.com/473382776</p>
<p>Unsere Battleground Tour führte uns in den Bundesstaat Michigan. Garlin Gilchrist<strong>, </strong>stellvertretender Gouverneur von Michigan, analysierte im Gespräch mit James J. Blanchard,<strong> </strong>dem ehemaligen Gouverneur von Michigan und ehemaligenU.S. Botschafter in Kanada, die Auswirkungen von COVID-19 auf die Wahlabgabe und die Bedeutung von ethnischen Unterschieden für das Wahlverhalten. Außerdem ging es darum, ob und wie die Präsidentschaftswahl die ebenfalls anstehende Wahl des Senats beeinflusst.</p>
<p><strong>Teil 3: Battleground Tour in Wisconsin</strong></p>
<p>https://vimeo.com/473479930</p>
<p>Wisconsin stand im Mittelpunkt der dritten Veranstaltung unserer Battleground Tour. Der Abgeordnete Mark Pocan, (Demokrat, Wisconsin), U.S. House of Representatives, und der Moderator Scott Klug, ehemaliger Abgeordneter (Republikaner, Wisconsin), U.S. House of Representatives, sprachen darüber, welche Wählergruppen in ihrem Heimatstaat wahlentscheidend sein werden. Außerdem ging es um die Bedeutung der Black Lives Matter Bewegung für das Wahlverhalten des umkämpften Battleground Staates.</p>
<p><strong>Teil 4: Debrief of the U.S. Election</strong></p>
<p>https://vimeo.com/480225372</p>
<p>Die vierte Diskussion in unserer “Virtual Battleground Tour” drehte sich um die Wahlergebnisse. Die ehemaligen US-Kongressabgeordneten Jim Blanchard (D-Michigan), Carlos Curbelo (R-Florida), Charlie Dent (R-Pennsylvania) und Karan English (D-Arizona) sprachen über die Wahlbeteiligung, Exit Polls und Stimmenauszählungen in ihren umkämpften Heimatstaaten – und diskutierten die Ergebnisse im Rennen um das Präsidentenamt und um die Sitze im US-Senat. Die Diskussion wurde moderiert von Lukas Streiff, Diplomat an der Deutschen Botschaft in Beirut und Young Leader Alumnus 2016.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>„Auf ein paar Quadratmetern ein gutes Dutzend Nobelpreisträger“</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/auf-ein-paar-quadratmetern-ein-gutes-dutzend-nobelpreistraeger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[atlantikbruecke]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Dec 2019 15:47:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während der Mitgliederreise der Atlantik-Brücke nach Boston sprachen wir mit unserem Vorsitzenden Sigmar Gabriel über  die Highlights der Tour.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><iframe loading="lazy" title="„Auf ein paar Quadratmetern ein gutes Dutzend Nobelpreisträger“: Im Gespräch mit Sigmar Gabriel" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/yQzU3FhlMys?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Während der Mitgliederreise der Atlantik-Brücke nach Boston sprachen wir mit unserem Vorsitzenden Sigmar Gabriel über seine Verbindungen zu diesem Wissenschafts- und Technologiestandort im Nordosten der USA, über die Highlights der Delegationsreise sowie über die Zukunft der Beziehungen zwischen Deutschland, Europa und den USA.</p>
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		<title>Innovation in Boston, politische Innenansichten in D.C.</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/innovation-im-geschichtstraechtigen-boston-politische-innenansichten-in-d-c/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[atlantikbruecke]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Nov 2019 16:22:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Delegation der Atlantik-Brücke bekam in der Wissenschaftsstadt Boston Einblicke in das Ökosystem von Innovation und Investition. In Washington ging es bei politischen Gesprächen um aktuelle innen- und außenpolitische Herausforderungen an die USA sowie um das transatlantische Verhältnis.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dort, wo der Politiker und Unabhängigkeitskämpfer Samuel Adams 1773 zu einer Zusammenkunft aufrief, aus der später die Boston Tea Party entstand, begann unsere diesjährige Mitgliederreise: bei Faneuil Hall im Herzen Bostons. Boston ist nicht nur eine geschichtsträchtige Stadt, die eine bedeutende Rolle bei der Entstehung der amerikanischen Nation spielte, sondern auch eine Stadt der Zukunft. Das erfuhren die Teilnehmer der diesjährigen Atlantik-Brücke Delegationsreise bei ihrem Besuch im Zentrum Neuenglands.</p>
<h4>Eine Hochburg der Life Sciences</h4>
<p>Mit seinen vielen Universitäten – neben Harvard und dem Massachusetts Institute of Technology gibt es in der Metropolregion 50 weitere höhere Bildungseinrichtungen – ist Boston ein Wissenschaftsstandort von internationaler Bedeutung. Mit ihrer hohen Dichte an Universitäten und medizinischer Forschung, einer Konzentration von Risikokapitalgebern und vielen hochqualifizierten Beschäftigten ist die Stadt in den letzten Jahren außerdem zu einer Hochburg von Unternehmen im Bereich der Life Sciences geworden. Im Großraum Boston gibt es heute rund 730 Firmen, die sich mit digitalen Gesundheitsdienstleistungen, Neuentwicklungen im Bereich Diagnose und Therapie sowie mit medizinischen Geräten und Arzneimitteln beschäftigen. Einen ersten Überblick bekam die Delegation im Gespräch mit Mark Sullivan und seinen Kollegen vom Massachusetts Office of International Trade &amp; Investment.</p>
<p>[related]Christoph Lengauer, Chief Scientific Officer bei Third Rock Ventures, berichtete der Delegation von den Hürden, die es bei Investitionen in neue Medikamente und Therapien zu überwinden gilt. Die Entwicklung eines neuen Medikaments, so der gelernte Humangenetiker und Molekularbiologe, dauere im Schnitt zehn bis 15 Jahre und koste 1,3 Milliarden Dollar. Nur 1 Prozent aller entwickelten Medikamente werde zu klinischen Studien zugelassen, davon komme wiederum nur 1 Prozent auf den Markt. Sein Unternehmen investiert nur in Firmen, an deren Aufbau und Entwicklung es selbst beteiligt ist. Bei einem Besuch des German Accelerator Life Sciences, der deutschen Start-Ups im Bereich medizinischer Innovation helfen soll, sich auf dem amerikanischen Markt zu etablieren, erläuterten die Investoren und Mentoren Anula Jayasuriya und Charlie Cameron, dass die deutschen Firmen oft sehr gute Forschungsarbeit vorweisen könnten, aber ihre Geschäftsstrategie verbessern müssten. Der Accelerator wurde auf Initiative des Atlantik-Brücke-Vorsitzenden Sigmar Gabriel in seiner damaligen Rolle als Bundeswirtschaftsminister ins Leben gerufen und wird vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützt.</p>
<h4>Die Verteidigung der liberalen Weltordnung</h4>
<p>Nicht nur wirtschaftspolitische Themen beschäftigten die Delegation, auch Außen- und Sicherheitspolitik standen auf der Agenda: In der Harvard Kennedy School traf die Delegation auf die ehemalige Assistant Secretary of State for European and Eurasian Affairs, Victoria Nuland, den französischen Botschafter in den USA, Philippe Étienne und den ehemaligen Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen, Professor Nicholas Burns. Victoria Nuland betonte im Gespräch mit der Delegation, dass die Verteidigung der liberalen Weltordnung für die transatlantischen Partner an erster Stelle stehen müsse. Die gemeinsamen Interessen und die gemeinsamen Werte ließen sich nicht voneinander trennen, so die ehemalige Diplomatin. Professor Nicholas Burns erinnerte daran, wie wichtig ein starkes Deutschland für Europa, aber auch für die transatlantischen Bindungen sei. Daran müsse sich Deutschland im Zuge der Debatte um die Erhöhung des deutschen Beitrags zur NATO erinnern.</p>
<p>Bei weiteren Gesprächen an der Kennedy School bekam die Delegation von Cathryn Clüver, Leiterin des Belfer-Center for Science and International Affairs an der Kennedy School und Alumna des Atlantik-Brücke Young Leaders-Programms, einen Einblick in die Arbeit des Centers und das Deutschlandbild in den USA. Brian Friedberg, Senior Researcher am Center on Media, Politics and Public Policy in Harvard, stellte seine Forschungsergebnisse zu Desinformationskampagnen und „fake news“ in der politischen Kommunikation vor.</p>
<p>Am Center for European Studies in Harvard sprach Torben Iversen über den Zusammenhang von Demokratie, kapitalistischer Wirtschaftsordnung und Wohlstand. Wachsende ökonomische Ungleichheit und populistische Strömungen hatten Kritiker auf den Plan gerufen, die zweifelten, ob sich Kapitalismus und Demokratie vereinbaren lassen. Iversen argumentiert in seiner Forschung, dass fortgeschrittene, kapitalistisch wirtschaftende Demokratien langfristig großen Wohlstand und relative Einkommensgleichheit schaffen. Anstelle einer grundlegenden Systemkritik empfahl der Ökonom Reformen als Antwort auf gesellschaftliche Unzufriedenheit. Der deutsche Politikwissenschaftler Karl Kaiser, der seit Jahren in Harvard lehrt und auch der Atlantik-Brücke eng verbunden ist, berichtete über die Vorwahlen der Demokraten und gab einen Ausblick auf die Präsidentschaftswahl 2020.</p>
<p>Am MIT traf die Delegation den Informatiker Alex Pentland, der unter anderem dazu forscht, wie sich Gesellschaften auf Grundlage von Datenauswertungen von menschlichem Verhalten besser organisieren können – und der Vorschläge erarbeitet, wie Menschen die Hoheit über ihre eigenen Daten behalten können. Unter anderem spricht er sich für Kooperativen aus, in denen selbstorganisiert große Datenmengen als Hebel gegen Übergriffe von Konzernen und Regierungen verwaltet und genutzt werden können.</p>
<h4>Gegenwart und Zukunft der transatlantischen Interessen</h4>
<p>Nach den Gesprächen in Boston und Cambridge reiste die Delegation nach Washington, D.C. Der dortige politische Betrieb war insbesondere von den beginnenden Ermittlungen eines möglichen Amtsenthebungsverfahrens gegen Präsident Trump sowie vom Vorwahlkampf der Demokraten geprägt. Doch auch transatlantische Themen – der deutsche Beitrag zum NATO-Haushalt, Strafzölle, Energieversorgung, die zunehmende Beliebtheit populistischer Versprechen auf beiden Seiten des Atlantiks – kamen bei den Treffen in der Hauptstadt zur Sprache.</p>
<p>Bei einem Gespräch mit Botschafterin Emily Haber in ihrer Residenz legte die Diplomatin ihre Sicht auf den derzeitigen Stand des transatlantischen Verhältnisses dar. Sie betonte, wie wichtig die Vertiefung der Beziehungen nach wie vor ist und sprach sich dafür aus, nicht nur auf die historischen Dimensionen des transatlantischen Verhältnisses zu verweisen, sondern auch Gegenwart und Zukunft der gemeinsamen Interessen zu reflektieren.</p>
<h4>Innenpolitische Gräben</h4>
<p>Reince Priebus, ehemaliger Stabschef von Präsident Trump und ehemaliger Vorsitzender des Republican National Committee, gab einen Einblick in seine Zeit im Weißen Haus. Er sprach außerdem über die bevorstehende Präsidentschaftswahl und die politische Stimmung im Land. Bei Atlantik-Brücke-Vorstandsmitglied Michael Werz war der CNN-Korrespondent Jeff Zeleny zu Gast, der über seine Sicht auf die aktuellen innenpolitischen Entwicklungen sprach und auch das oft angespannte Verhältnis des US-Präsidenten zu den Medien thematisierte.</p>
<p>Mit den drei Abgeordneten Susan Brooks (R-IN), Ted Deutch (D-FL) und John Garamendi (D-CA) sprach die Delegation unter anderem über die politischen Gräben in den USA und darüber, wie dies die Arbeit im Kongress beeinträchtigt. Bei allen Schwierigkeiten sei das Verhältnis nach wie vor kollegial, und es gäbe immer wieder Gelegenheit zur produktiven Kooperation, bestätigten die drei Politiker.</p>
<p>Um politische Gräben ging es auch bei der Brookings Institution, wo die Delegation auf Thomas Wright, Constanze Stelzenmüller, Amanda Sloat, Célia Belin und James Kirchick traf. Angesichts der zunehmenden politischen Polarisierung in den USA wurde in der Diskussion die Frage aufgeworfen, ob bestimmte politische Meinungsäußerungen zensiert werden sollten oder ob es gerade diese Zensur sei, die zu einer immer größeren Radikalisierung führe.</p>
<p>Beim Center for American Progresss ging es im Gespräch mit Präsidentin Neera Tanden um die Ziele des progressiven Think Tanks und um aktuelle politische Herausforderungen. John Halpin gab einen Einblick in die mannigfaltigen strategischen Abwägungen des amerikanischen Wahlkampfs. Anhand demografischer Studien legte er dar, welche Bevölkerungsgruppen in welchen Bundesstaaten bei der Wahl 2020 besonderes Gewicht haben werden, wie sich die nationale öffentliche Meinung zu regionalen Besonderheiten verhält, und mit welchen Themen die Parteien ihre Basis mobilisieren können.</p>
<p>Um Energie ging es bei einem Termin mit Repräsentanten des Center for Liquefied Natural Gas und bei einem Abendessen mit John Dashwood und Gerry Borghesi von Exxon Mobil, die die Klimaschutz-Bestrebungen ihres Unternehmens erläuterten.</p>
<h4>Great Power Competition</h4>
<p>Verteidigungspolitische Gespräche führte die Delegation im Pentagon mit Daniel Green, Deputy Assistant Secretary of Defense for Strategy and Force Development sowie Michael C. Ryan, Deputy Assisant Secretary of Defense for Europe and NATO, und im National War College. Am College ging es unter anderem um das Thema „Great Power Competition“. Der stellvertretende Vorsitzende der Atlantik-Brücke, Michael Hüther, gab in einem Vortrag vor Fakultät und Studenten einen Einblick in die verteidigungspolitischen Herausforderungen an Deutschland und Europa. In einer Podiumsdiskussion mit den Staatssekretären Stephan Mayer und Christian Lange wurde das Thema vertieft.</p>
<p>Im State Department sprach Shawn Crowley, Director of Western Europe, über die Beziehungen zwischen Europa und den USA. Neben den bereits erwähnten Fragen des Verteidigungshaushalts ging es hier unter anderem auch um das Verhältnis beider Seiten zu China, aber auch um gemeinsame außenpolitische Erfolge im Umgang mit Nordkorea und Venezuela.</p>
<p>Mit vielen neuen Eindrücken und Ideen für die Vertiefung des transatlantischen Verhältnisses machte sich die Delegation der Atlantik-Brücke nach einer knappen Woche wieder auf den Rückweg nach Deutschland.</p>
<p>Für die Unterstützung bei dieser Reise danken wir unseren Mitgliedern, Young Leaders-Alumni, Freunden und Partnern. Unser besonderer Dank gilt Cathryn Clüver-Ashbrook, Gernot Kalkoffen, David Knower, Bodo Liesenfeld, Cornelius Pieper und Michael Werz.</p>
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		<title>Mitgliederreise 2018 nach Oklahoma</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/mitgliederreise-2018-nach-oklahoma/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[atlantikbruecke]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2018 17:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer täglich den Auslandsteil der Tageszeitungen aufschlägt, nimmt wahr, dass der Ton im transatlantischen Verhältnis derzeit rau ist, die Verschärfung der Konflikte imminent. Die deutschen Exportüberschüsse, die Iran-Frage, Nord Stream 2, die Höhe der deutschen Verteidigungsausgaben – all diese Themen sind ernst und belasten unleugbar das deutsch-amerikanische Verhältnis. Unleugbar ist aber auch, dass das transatlantische [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer täglich den Auslandsteil der Tageszeitungen aufschlägt, nimmt wahr, dass der Ton im transatlantischen Verhältnis derzeit rau ist, die Verschärfung der Konflikte imminent. Die deutschen Exportüberschüsse, die Iran-Frage, Nord Stream 2, die Höhe der deutschen Verteidigungsausgaben – all diese Themen sind ernst und belasten unleugbar das deutsch-amerikanische Verhältnis. Unleugbar ist aber auch, dass das transatlantische Verhältnis so schnell nicht erodiert. Unsere Mitgliederreise 2018 nach Oklahoma, hat dies sehr deutlich gezeigt: Deutschland genießt bei den Menschen im Heartland größtes Ansehen. In Lawton, Oklahoma, verlas und überreichte man uns eine Proklamation über den Wert der transatlantischen Kooperation für Sicherheit und globale Ordnung. Alle unsere Gesprächspartner empfingen uns in der Hochburg der Republikaner mit rührender Gastfreundschaft und partnerschaftlicher Offenheit. Auch wenn eine Landpartie noch keine politischen Probleme löst – sie öffnet die Augen für die tatsächliche Stimmungslage im Land.</p>
<p>Einer unserer Gesprächspartner auf der Reise war der Kongressabgeordnete Steve Russell. 21 Jahre diente er in der US-Army, kämpfte unter anderem in Afghanistan und im Irak. Seit 2015 vertritt er den Staat Oklahoma im Kongress der Vereinigten Staaten. Die transatlantische Allianz hält der Republikaner für stabil und kulturell fest verwurzelt. Wo sich Amerikaner und Europäer begegnet sollten, warum uns Osteuropa besorgen muss und warum er dem Iran nicht vertraut, erklärte der Abgeordnete im Gespräch mit der Atlantik-Brücke.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="On The Record: Congressman Steve Russell by Atlantik-Brücke" width="500" height="400" scrolling="no" frameborder="no" allow="autoplay; encrypted-media" src="https://w.soundcloud.com/player/?visual=true&#038;url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F522112356&#038;show_artwork=true&#038;maxheight=750&#038;maxwidth=500"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung teilte Klaus-Dieter Frankenberger seine Eindrücke der Reise:</p>
<h2>Wieso die deutsch-amerikanische Freundschaft Trump überstehen wird</h2>
<p><em>von Klaus-Dieter Frankenberger</em></p>
<p>Viel wird über die Entfremdung im deutsch-amerikanischen Verhältnis geredet und viel über die Kräfte geschrieben, die dieses Verhältnis vermeintlich erodieren lassen. Diese Entfremdung drückt sich, zum Beispiel, in Umfragen aus: Eine große Mehrheit der Deutschen hat eine ausgesprochen schlechte Meinung von Präsident Donald Trump, traut ihm noch (viel) weniger als etwa dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und möchte mit den Vereinigten Staaten lieber weniger als mehr zusammenarbeiten. Es gibt mehrere Streitpunkte zwischen den Regierungen in Washington und Berlin, und alle sind von erheblicher Bedeutung und Sprengkraft. Die Auseinandersetzung über deutsche Exportüberschüsse im bilateralen Handel und die deutschen Verteidigungsausgaben, die das Nato-Ausgabenziel von zwei Prozent des Volkseinkommens weit verfehlen, wird insbesondere von Trump mit großer Aggressivität geführt.</p>
<p>Man kann sich davon nachhaltig beeindrucken lassen. Der Dissens ist schließlich nicht wegzudiskutieren und nicht schönzureden. Man kann aber auch eine andere Betrachtungsebene wählen; indem man sich etwa bei „den Leuten“ irgendwo in Amerika umhört und danach erkundigt, was sie über die Deutschen denken und was sie von der deutsch-amerikanischen Partnerschaft halten. Zum Beispiel in Lawton in Oklahoma, in einem Bundesstaat also, der konservativ ist und republikanisch und den Trump im Jahr 2016 haushoch gewonnen hat. In jedem Wahlkreis hatte er die Nase vorn, selbst wenn manchen Republikanern nicht ganz wohl bei dieser Wahl war und ihnen heute der autoritäre Zug in der amerikanischen Politik nicht geheuer ist.</p>
<h4><strong>Partnerschaft auch in unruhigen Zeiten</strong></h4>
<p>Es ist früher Abend an diesem schönen Oktobertag, und im Rathaus der Kleinstadt Lawton findet eine Sitzung des Stadtrates statt. Und es gibt eine Proklamation. Bürgermeister Fred Fitch verliest feierlich eine Erklärung, in der er die deutsch-amerikanische Freundschaft rühmt, die deutschen Partner preist und keinen Zweifel daran lässt, dass die Partnerschaft auch in diesen unruhigen Zeiten mit ihren autoritären Versuchungen Bestand haben werde. Was in der Vergangenheit gewachsen ist, ist nicht so leicht zu zerstören. Die Zuhörer im Sitzungssaal applaudieren, einige sind aufgestanden, die deutschen Gäste sind gerührt. Die Szene könnte sich so oder so ähnlich an vielen Orten der Vereinigten Staaten abspielen. Selbst wenn Deutschland gerade das Ende seiner goldenen Jahre erleben mag, Kanzlerinnendämmerung inklusive, hier in Lawton brauchen sich die Deutschen um ihren Ruf keine Sorgen zu machen. Und um den transatlantischen Zusammenhalt auch nicht.</p>
<p>Das kommt in vielen Gesprächen zum Ausdruck, nicht zuletzt mit jenen, die irgendwann einmal als Soldaten in Deutschland stationiert waren oder als deren Angehörige das Land kennenlernten. Die Geschichten, die sie erzählen, und die Verbundenheit, die sie bekunden, könnten Werbeleute nicht besser erfinden. Es fällt einem der Satz des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch ein, dass die Millionen amerikanischen Soldaten, die in den vergangenen Jahrzehnten in Bamberg oder Kaiserslautern oder Darmstadt Dienst taten, die besten Botschafter Deutschlands in Amerika seien. Selbst wenn das eine romantisch-nostalgische Sicht ist, die alten Zeiten sind schließlich vorbei, möchte man ihr nicht widersprechen.</p>
<p>Und zwar schon deshalb nicht, weil in Washington ein anderer Ton angeschlagen wird, weil eine andere politische Wirklichkeit herrscht. Es ist die Wirklichkeit des Streits über Zölle und Exportüberschüsse, über Lastenteilung im Bündnis, die deutschen Energieimporte aus Russland (Stichwort Nord Stream 2), die Politik gegenüber Iran. Einige dieser Streitpunkte sind nicht neu, es sind „Evergreens“, die schon frühere amerikanische Regierungen den Deutschen gesungen hatten, was die aber weitgehend ignoriert hatten. Die Verteidigungsausgaben sind so eine Washingtoner Dauerbeschwerde, die deutschen Exportüberschüsse eine andere; wobei im Handelsstreit zumindest atmosphärisch eine Entspannung eingetreten ist, seit Jean-Claude Juncker, der Präsident der EU-Kommission, Trump im Juli seine Aufwartung mit Küssen und Umarmung im Oval Office gemacht hat. Seither verhandeln beide Seiten über freien Handel, immerhin. Die deutschen Autobauer sollten sich allerdings lieber nicht in Sicherheit wiegen. Noch immer stehen sie im Fadenkreuz des amerikanischen Präsidenten, der von dem Thema „deutsche Luxusautos auf amerikanischen Straßen“ geradezu besessen ist.</p>
<h4>„Deutschland-Bashing“ nicht unpopulär</h4>
<p>Ähnliches gilt für die Militärpolitik: Bundeskanzlerin Angela Merkel will zwar die deutschen Verteidigungsausgaben mittelfristig auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigern – was angesichts des desolaten Zustands der Bundeswehr zwar mehr als notwendig ist, aber nicht auf Gegenliebe beim Koalitionspartner SPD stößt. Doch das Weiße Haus wird sich damit nicht zufriedengeben, sondern die „reichen Deutschen“ immer und immer wieder mit dem Zwei-Prozent-Ziel der Nato traktieren, und dem haben sie schließlich selbst zugestimmt. Wobei sich Trump sicher sein kann, dass etwas „Deutschland-Bashing“ bei europäischen Verbündeten gar nicht unpopulär ist, egal, was die sonst vom amerikanischen Präsidenten halten.</p>
<p>Der künftige Umgang mit Iran wird der Konfliktstoff sein, der das transatlantische Verhältnis im Allgemeinen und das Verhältnis Washingtons zu Berlin in den kommenden Wochen besonders unter Spannung setzen wird. Fachleute, die der Regierung Trump ideologisch nahestehen, sehen die Vereinigten Staaten in einem „brutalen Machtkampf“ mit Iran. Präsident Trump habe das Abkommen, welches das Atomprogramm Irans einfrieren soll, zu Recht verlassen; es sei von vornherein falsch und schlecht gewesen. Neue Sanktionen sollen das Regime in Teheran zurück an den Verhandlungstisch zwingen. Das ist das Ziel der Regierung. Und es ist ihr bitter ernst damit. Ende der Diskussion. Punkt!</p>
<p>Was den rüstungskontrollpolitischen Wert des Abkommens anbelangt, das allgemein unter dem Akronym JCPOA firmiert und von seinen amerikanischen Gegnern als Obama-Abkommen diskreditiert wird, ist die Bundesregierung bekanntlich ganz anderer Auffassung. In Washington wird die Gegensätzlichkeit offen thematisiert; man brauche nicht darum herumzureden. Deshalb und wegen der Bedeutung des Konflikts dürften Berliner Versuche, deutschen Unternehmen mit alternativen Zahlungsmethoden ein Engagement in Iran zu ermöglichen, mit mehr als nur mit Spott geahndet werden. Überhaupt werden deutsche (europäische) Argumente schnell beiseitegefegt.</p>
<h4>Militärisch verbunden</h4>
<p>Glaube man im Ernst, in zehn, fünfzehn Jahren werde es leichter werden, Iran dazu zu bringen, sein Atom- und sein Raketenprogramm ein für alle Mal einzustellen, nachdem es in den sanktionsfreien Jahren zuvor viel Geld eingenommen habe und auch weiter habe forschen können? Wenn Trump jetzt neue Sanktionen verhängen wird, wird Deutschland ins Zentrum der amerikanischen Kritik rücken – wenn es nicht irgendwie noch die Kurve kriegt. Dass eine ohnehin durchgeschüttelte Region noch instabiler wird, scheint allenfalls die Führung im Pentagon zu interessieren.</p>
<p>Zurück nach Lawton. Von der Kleinstadt im Süden Oklahomas – nach Texas ist es nicht mehr weit – dürften selbst die allermeisten Amerikaner noch nie etwas gehört haben. Es gibt hier ein schönes Museum, das sich mit der Geschichte der Besiedlung befasst und das Schicksal der Indianer dokumentiert. Und es gibt eine große Militärbasis des amerikanischen Heeres, Fort Sill. Das Fort spielte in den Indianerkriegen eine Rolle. Hier üben auch Artillerie-Einheiten der Bundeswehr regelmäßig. Diese Verbindung funktioniert, vertrauensvoll, reibungslos und auch dann, wenn nicht gerade „Deutschland-Jahr“ ist.</p>
<p>Überhaupt: Anders als es die zuweilen harsche, abschätzige Wortwahl des Präsidenten vermuten lässt, scheint das amerikanische „Commitment“ für die Nato unverändert zu gelten. Jedenfalls dann, wenn das militärische Tun und Handeln der Vereinigten Staaten der Maßstab ist.</p>
<p><em>Klaus-Dieter Frankenberger ist verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dieser Artikel <a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/die-deutsch-amerikanische-freundschaft-geht-bergab-15863477.html?premium">erschien am 30. Oktober 2018 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung</a>.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der „neue Süden“, neue Bildungswege und alte Allianzen</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/mitgliederreise-2017/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Atlantic Bridge]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2017 18:17:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Innovation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sechs Tage lang reiste eine Delegation der Atlantik-Brücke in die USA und traf Politiker, CEOs, Journalisten und Wissenschaftler in Charlotte, North Carolina und Washington, DC, um neue Eindrücke zu gewinnen und die transatlantischen Beziehungen zu stärken. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/mitgliederreise-2017/">Der „neue Süden“, neue Bildungswege und alte Allianzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>8. bis 13. Oktober 2017</em></p>
<p>Sechs Tage lang reiste eine Delegation der Atlantik-Brücke in die USA und traf Politiker, CEOs, Journalisten und Wissenschaftler in Charlotte, North Carolina und Washington, DC, um neue Eindrücke zu gewinnen und die Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten zu stärken. Dieses Jahr war es vor dem Hintergrund der neuen Prioritäten der US-Administration umso wichtiger, den Dialog fortzusetzen. Die Delegationen der Atlantik-Brücke besuchen neben Washington stets eine weitere amerikanische Stadt, um einen Blick über die Washingtoner Blase hinaus zu werfen. In diesem Jahr reiste die Gruppe nach Charlotte, das starke Handelsbeziehungen zu Deutschland unterhält, und lernte dort den „neuen Süden“ kennen. Dieser Begriff wurde ursprünglich vom Journalisten Henry W. Grady geprägt und kennzeichnete den ökonomischen Neuanfang des Südens nach dem Bürgerkrieg und dem Ende der Sklaverei. Mittlerweile bezeichnet der Begriff das erfolgreiche ökonomische Wachstum im amerikanischen Süden, dass unter anderem auch durch innovative Technologien vorangebracht wird.</p>
<ol>
<li>
<h4>Hoffnung für die transatlantischen Beziehungen</h4>
</li>
</ol>
<p>„Dieser Präsident wurde gewählt, um disruptiv zu sein&#8221; – dieser Eindruck wurde von vielen der amerikanischen Gesprächspartner im Laufe der Woche geäußert. Es wurde offensichtlich, dass das Land tief gespalten ist. Die politische Orientierung Präsident Trumps spiegelt einige der negativsten Strömungen amerikanischen politischen Denkens wider: Isolationismus, Populismus, Nativismus. Ähnliche Bewegungen sind derzeit in Europa zu beobachten. Einzigartig in der Lage in den USA ist, dass Präsident Trump als unabhängiger Präsident agiert &#8211; unabhängig von der Parteilinie, was viele Mitglieder seiner eigenen Partei verärgert. Die Tatsache, dass viele Regierungsposten noch nicht besetzt sind, erschwert die Zusammenarbeit mit transatlantischen Partnern.</p>
<blockquote><p>„Dieser Präsident wurde gewählt, um disruptiv zu sein&#8221; – dieser Eindruck wurde von vielen der amerikanischen Gesprächspartner im Laufe der Woche geäußert.</p></blockquote>
<p>Und das ist gefährlich. Mehrere Regierungsbeamte für Außen- und Sicherheitspolitik hielten fest, dass Staaten mit einer nicht-westlichen Sicht auf die internationale Ordnung immer mächtiger werden (namentlich Russland und China). Eine deutsche Führungsrolle in multilateralen Organisationen wurde in den Gesprächen als äußerst positiv bewertet; mehr Engagement wünschten sich die Gesprächspartner in Mittel- und Osteuropa. Es wurde, in Anlehnung an die &#8220;America First“-Rhetorik des Präsidenten, darauf hingewiesen, dass die Amerikaner &#8220;bis zu 3,5% ihres Jahresgehalts für die Sicherheit anderer Länder ausgeben. Deutschland als eines der wohlhabendsten Länder der Welt muss seine eigenen Anstrengungen verstärken.&#8221;</p>
<p>Trotz dieser Spannungen bleibt das Verhältnis zwischen den beiden Ländern auf vielen Ebenen von entscheidender Bedeutung: auf individueller, unternehmerischer, staatlicher und administrativer Ebene. Der republikanische Kongressabgeordnete Robert Pittenger, der Repräsentant für den 9. Congressional District von North Carolina, versicherte: &#8220;Wir lieben Deutschland. Glauben Sie den Medien nicht; sie sind uns nicht wohlgesonnen.“ [related] Einige  hochrangige Regierungsmitglieder stellten fest: „Es hat sich nichts geändert. Die Verbindungen sind so stark wie eh und je.“ Zur Bekräftigung wurde betont, dass die „Administration sich noch finde“ und dass sich die Partner nicht entmutigen lassen sollten, weil die Arbeit hinter den Kulissen konstant bleibe. Es scheint, dass diejenigen, die auf operativer Ebene zuständig sind, die negative Sicht Präsident Trumps auf die Zusammenarbeit mit Deutschland nicht teilen. Ambassador Daniel Fried vom Atlantic Council betonte: &#8220;Die tatsächliche US-Außenpolitik unter Präsident Trump nimmt dort den Faden wieder auf, wo die Regierung Obama aufgehört hat.“</p>
<ol start="2">
<li>
<h4>Handel: Außerhalb der Washingtoner Blase</h4>
</li>
</ol>
<p>Frances Burwell, Distinguished Fellow am Atlantic Council und Experte für TTIP, Außenpolitik und transatlantische Beziehungen, warnte davor, dass „nicht nur die Rhetorik der Regierung über den Handel schlecht“ sei, „sondern auch die Handelspolitik unter Präsident Trump“. Es gäbe einen „großen Drang zu Protektionismus in Kombination mit einem Mangel an Gespür für Zeitgeschichte auf den höchsten Ebenen der Regierung“. Dies belaste lange bestehende</p>
<blockquote><p>Ein Abschluss von TTIP sei, wie immer wieder hervorgehoben wurde, unwahrscheinlich. Möglicherweise sei ein &#8220;TTIP Light&#8221; realistisch.</p></blockquote>
<p>Partnerschaften schwer. Ein Abschluss von TTIP sei, wie immer wieder hervorgehoben wurde, unwahrscheinlich. Möglicherweise sei ein &#8220;TTIP Light&#8221;, eine überarbeitete Version des Abkommens, die sich auf gemeinsame Standards und andere regulatorische Fragen statt auf Importsteuern konzentriert, realistisch. Aber, wie der Kongressabgeordnete Pittenger bemerkte, „der Präsident bevorzugt klassisch-bilaterale Handelsabkommen zwischen zwei Staaten&#8221;. Das würde die Prämisse von TTIP grundlegend ändern.</p>
<p>NAFTA ist ein weiteres Thema, das insbesondere den Kanadiern am Herzen liegt. Die Frage, die im Raum steht, ist, ob es einen Ausstieg aus NAFTA geben wird, oder ob es sich nur um eine Neuverhandlung handelt. Es gibt noch keine klaren Antworten. In beiden Fällen &#8211; TTIP und NAFTA &#8211; sind die Bedingungen für Nachverhandlungen sicherlich nicht gerade günstig. Das Motto der Administration heißt &#8220;Buy American, Hire American.&#8221; Trotzdem hat sich US-Handelsminister Wilbur Ross offen für TTIP-Neuverhandlungen gezeigt. Er ist sich der Bedeutung des Freihandels für die US-Wirtschaft bewusst.</p>
<p>Einige Gesprächspartner rieten, sich nicht zu sehr auf die Sichtweise von Präsident Trump zu konzentrieren. Wenn man das Gespräch mit Politikern, Vertretern der Zivilgesellschaft, Universitäten und Innovatoren aus dem ganzen Land suche, finde man Partner und Verbündete außerhalb der Washingtoner Blase. Genau das wurde bei dem Besuch in Charlotte deutlich. Dort kann man aus erster Hand das Engagement deutscher Unternehmen in der Region beobachten:  Siemens Energy, Daimler Trucks North America, Groninger, Bosch Rexroth, Schaeffler Group USA Inc. und 200 weitere sind vor Ort ansässig, darunter 59 Unternehmen, die den Hauptsitz ihres USA-Geschäfts in der Region haben. Damit ist Deutschland das am stärksten vertretene Land in der Region. Mit täglichen Nonstop-Flügen nach Frankfurt und München und einer aktiven deutschen Community blüht die Partnerschaft zwischen Charlotte und Deutschland.</p>
<p>Die scheidende Bürgermeisterin der Stadt, Jennifer Roberts, sprach über die historischen Verbindungen der Stadt zu Deutschland – die Stadt wurde nach Charlotte von Mecklenburg-Strelitz benannt –, aber auch über ihren internationalen Charakter. 18% der Einwohner wurden im Ausland geboren, 1.000 ausländische Unternehmen sind in der Stadt ansässig, davon 200 mit Sitz in Deutschland. 17% der Arbeitskräfte der Stadt sind im Ausland geboren, so John Silvia, der Chefökonom von Wells Fargo, einer amerikanischen internationalen Bank- und Finanzdienstleistungs-Holding. Er merkte an, dass im Ausland geborene Arbeitskräfte die Hälfte des Zuwachses der amerikanischen Arbeitskräfte in den vergangenen zehn Jahren ausmachen. Trotz der ungünstigen Politik gegenüber in den USA lebenden Ausländern hofft Silvia, dass &#8220;das Geschäft auch bei politischer Fluktuation stabil bleibt&#8221;.</p>
<ol start="3">
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<h4>Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt der Zukunft</h4>
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</ol>
<p>Bei Treffen mit der National Association of Manufacturers, dem Central Piedmont Community College und seinem Ausbildungsprogramm sowie dem</p>
<blockquote><p>Der Austausch im Bereich der Berufsausbildung gehört zu den erfolgreichsten Austauschprogrammen zwischen beiden Ländern.</p></blockquote>
<p>Startup Tresata wurde deutlich, dass Umdenken bei der Ausbildung zukünftiger Arbeitskräfte nötig ist – sowohl in den USA als auch in Deutschland. Der Austausch im Bereich der Berufsausbildung gehört zu den erfolgreichsten Austauschprogrammen zwischen beiden Ländern. Das deutsche duale Ausbildungsmodell ist bekannt, wurde aber in den vergangenen Jahren durch verschiedene Programme in den USA weiter verbessert, die zum Teil sogar ihre deutschen Pendants übertroffen haben.</p>
<p>Die US-Regierung hat, wie auch die Vorgängerregierungen, betont, dass die Qualifikationslücke geschlossen werden muss. Bei Präsident Trumps Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel im März 2017 waren auch Unternehmensvertreter aus den USA und Deutschland sowie mehrere junge Auszubildende dabei. Dies zeigt deutlich, dass es Gemeinsamkeiten und ein gemeinsames Ziel gibt, alternative Ausbildungsoptionen zu fördern, um die Qualifikationslücke zu schließen und jungen Menschen eine echte Chance zu bieten.</p>
<p>Ein Höhepunkt der Reise war ein Besuch des Central Piedmont Community College (CPCC) in Charlotte, an dem derzeit 70.000 Studenten immatrikuliert sind. 20% der Studierenden befinden sich im College and Career Readiness Program, das eine Vielzahl von Programmen zur Vorbereitung auf die berufliche Laufbahn anbietet. CPCC bietet seit 1995 Ausbildungsplätze in der Produktion an. Ein auf vier Jahre angelegtes Programm, das am Ende einen Arbeitsplatz garantiert, ist dem deutschen dualen Ausbildungssystem nachempfunden und wird vor allem von deutschen Unternehmen mit Sitz in Charlotte genutzt. Die IHK Karlsruhe bietet Absolventen Abschlusszeugnisse für Automatisierung und CNC-Bearbeitung an, die auch in Deutschland anerkannt werden, und es gibt Austauschprogramme für Studenten und Auszubildende nach Stuttgart, Heidelberg, Crailsheim und Gaggenau. Vierzehn CPCC-Dozenten werden in Berlin an der Siemens Technik Akademie ausgebildet, und es gibt in Deutschland laufend Moderatoren- und Administratorenbesuche und Kurse.</p>
<p>Kevin Poet, Director of Operations am Siemens Charlotte Energy Hub, berichtete, dass Siemens Energy 1.550 Mitarbeiter beschäftigt und mehr als 300.000 Quadratmeter Fläche unter einem Dach hat. Es hat sich zum größten Fertigungsstandort in Charlotte entwickelt und ist der drittgrößte unter den mehr als 250 Energieunternehmen mit Sitz in Charlotte. Um für den Betrieb des neuen Siemens-Standortes Arbeitskräfte auszubilden, startete das Unternehmen 2011 eine Partnerschaft mit dem CPCC zur Entwicklung einer Mechatronik-Ausbildung. Mit der Einführung des deutschen Lehrlingsmodells in den USA konnte Siemens seine Charlotte-Mitarbeiter erfolgreich ausbilden.</p>
<h4>Schlussfolgerung</h4>
<p>Die Reise der Mitglieder in die USA hat verdeutlicht, dass ein regelmäßiger Austausch zwischen den USA und Deutschland notwendig ist. In einer Zeit der Ungewissheit ist es wichtiger denn je, die Menschen außerhalb der Regierungen in beiden Ländern zu erreichen und langfristige Beziehungen aufzubauen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn es darum geht, künftige Generationen auf eine neue Wirtschaft vorzubereiten. Die Präsenz deutscher Unternehmen, Einzelpersonen und Organisationen in den Vereinigten Staaten kommt den Regionen, in denen sie tätig sind, sehr zugute, und umgekehrt. Jetzt besteht großer Bedarf an einem starken Engagement für die Beziehungen zwischen den beiden Ländern, mit der Hoffnung, dass sie auch in Zukunft fortgesetzt werden.</p>
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		<title>Mitgliederreise in die USA &#8211; 2016 Battleground Study Tour</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/mitgliederreise-in-die-usa-2016-battleground-study-tour/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[atlantikbruecke]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Nov 2016 04:48:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft & Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die USA-Mitgliederreise im Herbst 2016 stand ganz im Zeichen der amerikanischen Präsidentschafts- und Kongresswahlen. Vier Wochen vor dem Wahltag reiste eine Delegation von Atlantik-Brücke-Mitgliedern in den Mittleren Westen, um die Stimmung im Land zu erkunden und einen Eindruck vom möglichen Wahlausgang zu gewinnen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Madison und Milwaukee, Wisconsin &amp; Chicago, Illinois</strong><br />
9. -14. Oktober 2016</p>
<p>Die USA-Mitgliederreise im Herbst 2016 stand ganz im Zeichen der amerikanischen Präsidentschafts- und Kongresswahlen. Vier Wochen vor dem Wahltag reiste eine Delegation von Atlantik-Brücke-Mitgliedern in den Mittleren Westen, um die Stimmung im Land zu erkunden und einen Eindruck vom möglichen Wahlausgang zu gewinnen. Im Zentrum der Reise stand der zwischen Demokraten und Republikanern hart umkämpfte Bundesstaat Wisconsin, aber auch ein Abstecher in die „Hauptstadt“ des Mittleren Westens, Chicago, fehlte nicht. Das Programm unter der Überschrift „2016 Battleground Study Tour“ wurde von der Atlantik-Brücke zusammen mit der Congressional Study Group on Germany organisiert.</p>
<p>Gleich nach der Ankunft in Madison erhielt die Delegation eine grundlegende Einführung in die politische Lage im „Battleground State“ Wisconsin. Weil dieser Bundesstaat nicht fest in demokratischer oder republikanischer Hand ist, machen sich hier Kandidaten beider Parteien berechtigte Hoffnungen auf den Sieg. Bei den letzten beiden Präsidentschaftswahlen stimmten die Bürger Wisconsins zwar mehrheitlich für Barack Obama, doch in das House of Representatives entsandten sie zuletzt mehr republikanische Abgeordnete und auch der Gouverneur dieses „purple state“ ist seit 2011 ein Republikaner. Viele von Wisconsins politischen Hauptakteuren sollte die Delegation in den folgenden Tagen treffen.</p>
<p>Beim Frühstück mit dem <strong>Kongressabgeordneten Mark Pocan</strong> (U.S. House of Representatives) und <strong>Senator Fred Risser</strong> (Wisconsin State Senate) wurde über den Zustand des amerikanischen Parteiensystems diskutiert. Die beiden Demokraten zeigten sich besorgt angesichts des Rückgangs überparteilicher Zusammenarbeit, den sie nicht zuletzt auf den Aufstieg der Tea Party zurückführten. Durch den aggressiven Wahlkampfstil Donald Trumps hätten sich die Grabenkämpfe noch einmal verschärft. Als Konsequenz aus dieser Polarisierung sei auch eine weiter sinkende Wahlbeteiligung zu befürchten. Aus einer anderen Perspektive argumentierte direkt im Anschluss die Republikanerin und Stellvertretende Gouverneurin des Bundesstaates Wisconsin, Lieutenant Governor Rebecca Kleefisch. Neben ihren Einschätzungen zu den beiden Präsidentschaftskandidaten lenkte sie den Blick auf die Ebene der Bundesstaaten. Hier sei überparteiliche Zusammenarbeit nach wie vor gängige Praxis. Die ideologischen Unterschiede seien weniger prononciert, man setze, so betonte sie, auf pragmatische Kooperation.</p>
<p>Der Weg von Madison nach Milwaukee führt durch die sogenannten „WOW Counties“, drei Bezirke namens Waukesha, Ozaukee und Washington, die im Gegensatz zu den zwei blaugefärbten, sprich demokratisch wählenden, Großstädten tiefrot, also sehr konservativ, sind. Hier traf die Delegation den langjährigen <strong>Kongressabgeordneten Jim Sensenbrenner</strong> (U.S. House of Representatives), um mit ihm über den Wahlkampf und den Zustand der republikanischen Partei zu sprechen. Beide Themen kamen auch beim anschließenden Besuch im Hauptquartier der Republikaner in Waukesha zur Sprache, wo sich <strong>Pete Meachum </strong>(Wisconsin State Director of Donald J. Trump for President) den Fragen der Teilnehmer stellte. Einen äußerst kritischen Blick auf die Präsidentschaftswahl warf der konservative <strong>Radiomoderator Charlie Sykes</strong> (Midday with Charlie Sykes on 620 WTMJ), dessen Position sich mit „never Trump, never Hillary“ zusammenfassen lässt. Er zeigte sich frustriert angesichts dieser beiden Kandidaten und ihres weitgehend inhaltsleeren Wahlkampfs. Dabei kam er nicht zuletzt auf die Rolle der Medien zu sprechen, die, so Sykes, von Sensationslust getrieben seien und immer seltener als neutrale Mittler aufträten, sondern zunehmend ihre eigenen, alternativen Realitäten erschüfen. Der Tag in Milwaukee klang aus beim Abendessen in der Lakefront Brewery, einer der zahlreichen lokalen Brauereien.</p>
<p>Ein Höhepunkt der Reise war das Treffen mit <strong>Wisconsins Gouverneur Scott Walker</strong>, der die Delegation ins State Capitol in Madison eingeladen hatte. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat der Republikaner zeichnete ein optimistischeres Bild von der Lage im Land. Er habe großes Vertrauen in die Vereinigten Staaten, ihre Krisenfestigkeit und ihre Fähigkeit zur Erneuerung. In Wisconsin und anderen Bundesstaaten sei zu beobachten, wie Politik funktioniere und zum Beispiel erfolgreich Arbeitsplätze schaffe.</p>
<p>Um den Arbeitsmarkt und die Vorbereitung darauf ging es auch im Gespräch mit dem <strong>Universitätspräsidenten Dr. Raymond Cross</strong> (University of Wisconsin System). Dieser verwies auf die enorme wirtschaftliche Bedeutung seiner Universität für den Bundesstaat Wisconsin, verteidigte aber zugleich die „Wisconsin Idea“ genannte Philosophie, dass die Universität der Wahrheitssuche und dem Allgemeinwohl verpflichtet sei, also nicht allein der passgenauen Ausbildung von Fachkräften diene. Wie die Politik das Universitätsleben prägt, wurde in einer Diskussion mit <strong>Professoren und Studierenden der University of Wisconsin-Madison </strong>deutlich. Die Studierendenvertreter schilderten ihre Bemühungen, Wähler zu registrieren und Unentschiedene zum Wählen zu mobilisieren. Aber auch das hochemotionale Thema der „political correctness“ kam hier zur Sprache und offenbarte sehr unterschiedliche Meinungen über den Auftrag der Universität und das Zusammenleben auf dem Campus.</p>
<p>Eine neue Sicht auf Wisconsin vermittelte ein Treffen mit <strong>Vertretern des Wisconsin Technology Council</strong>, die den Bundesstaat als attraktiven Standort für Start-Ups und Tech-Unternehmen präsentierten. Die Diskussion unter Leitung des Präsidenten Tom Still drehte sich um unterschiedliche Finanzierungsmodelle, unternehmerische Kulturen und die Rolle akademischer Einrichtungen sowie staatlicher Institutionen bei der Schaffung eines innovationsfreundlichen Geschäftsklimas.</p>
<p>Mit diesen Eindrücken reiste die Delegation nach Chicago weiter, wo abschließend ein Besuch im Hauptquartier der<strong> Boeing Company </strong>auf dem Programm stand. <strong>Travis Sullivan</strong> (Vice President, Enterprise Strategy) und <strong>Brian Moran</strong> (President, EU/NATO Relations) gaben Einblicke in die wirtschaftlichen und politischen Umfelder, in denen der Luftfahrtkonzern agiert. Aber auch der Präsidentschaftswahlkampf war noch einmal Thema, nämlich im Gespräch mit <strong>Jeremy Bird</strong>, einem der zentralen Strategen in Barack Obamas Wiederwahlkampagne und Berater der aktuellen Clinton-Kampagne. In den Räumlichkeiten seiner Beratungsfirma 270 Strategies erfuhr die Delegation, wie stark datenbasiert Wahlkampagnen in den USA agieren und welche Ansätze sie für die Wählermobilisierung nutzen. So wurden einmal mehr die großen Unterschiede zwischen Wahlkämpfen in Deutschland und den USA sichtbar.</p>
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		<title>Mitgliederreise nach San Francisco und ins Silicon Valley 2016</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/mitgliederreise-nach-san-francisco-und-ins-silicon-valley-2016/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[atlantikbruecke]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Apr 2016 03:47:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft & Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>San Francisco stand im Mittelpunkt der Mitgliederreise in diesem Frühjahr. Die Metropole an der Bucht im Norden des Silicon Valley macht den traditionellen Zentren des Tech-Booms wie Palo Alto, Cupertino und Menlo Park Konkurrenz. Viele der jungen Mitarbeiter der Tech-Firmen im Valley ziehen es vor, in der lebhaften Stadt zu wohnen, und nehmen lange Anfahrten zu ihrem Arbeitsplatz in Kauf.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>San Francisco stand im Mittelpunkt der Mitgliederreise in diesem Frühjahr. Die Metropole an der Bucht im Norden des Silicon Valley macht den traditionellen Zentren des Tech-Booms wie Palo Alto, Cupertino und Menlo Park Konkurrenz. Viele der jungen Mitarbeiter der Tech-Firmen im Valley ziehen es vor, in der lebhaften Stadt zu wohnen, und nehmen lange Anfahrten zu ihrem Arbeitsplatz in Kauf. Firmen wie <strong>Airbnb</strong>, <strong>Twitter</strong>,<strong> Uber</strong> und <strong>Dropbox </strong>haben ihre Firmenzentrale direkt in der Stadt. Die Delegation der Atlantik-Brücke konnte den Gründergeist während ihres Aufenthaltes unmittelbar miterleben, mehr über die Kalkulationen der Risikokapitalgeber erfahren und mit Vertretern etablierter Firmen sprechen.</p>
<p><strong>John O’Farrell</strong>, Partner der Venture Capital Firma <strong>Andreessen Horowitz</strong> verriet der Delegation am ersten Morgen der Reise die sieben Grundlagen des Erfolgs in der Bay Area. Wichtige Voraussetzung für die Infrastruktur, auf die heutige Gründer zurückgreifen können sei, so O’Farrell, die lange Tradition erfolgreicher Tech-Entwicklungen, die vor 70 Jahren mit der Gründung von Hewlett-Packard begann. Ebenfalls wichtig sind die Universitäten vor Ort, die exzellente Entwickler hervorbringen, aber auch den Unternehmergeist fördern, sowie die hohe Dichte von Start-Ups, die sich gegenseitig inspirieren und helfen. Große Firmen wie Google und Facebook seien nicht nur Vorbilder, sondern auch „Targets“ für die Start-Ups, die sehr viel wendiger agieren können. Die Venture Capital Firmen im Silicon Valley sind Quelle der Finanzierung gute Ideen, und die hohe Lebensqualität der Bay Area lockt hochkarätige Talente an. Schließlich hob O’Farrell noch die Kultur der Risikofreudigkeit hervor, die er mit der Goldgräberstimmung 1849 verglich.</p>
<p>Risikokapitalgeber haben, das verdeutlichten auch Gespräche mit <strong>Robert Pollak</strong> von <strong>SV Angel</strong>und <strong>Mathias Schilling</strong> von <strong>eVentures</strong>, unterschiedliche Strategien, auf besonders erfolgversprechende Start-Ups zu setzen. Während persönlicher Kontakt zu Gründern bei allen eine große Rolle spielt, kommt auch statistischer Auswertung erfolgreicher Unternehmensstrategien eine Rolle zu. Nicht zuletzt müsse man, so die Investoren, aber auch einfach Glück haben.</p>
<p>Risikofreude und die Bereitschaft, nach Rückschlägen wieder aufzustehen, verkörperte <strong>Tom Gillis</strong>, Gründer der Cloud Computing-Firma <strong>Bracket</strong>. Gillis berichtete der Gruppe vom fulminanten Scheitern seines ersten Unternehmens und der Beharrlichkeit, mit der er sein jetziges erfolgreiches Unternehmen aufbaute. Beim Start-Up <strong>BlendLabs</strong> erfuhr die Gruppe, wie die junge Firma, deren Gründer zuvor für Palantir arbeiteten, sowohl für Kunden als auch Banken den Prozess des Hypothekenbeantragens einfacher machen will. Der Besuch in den Büros gab auch einen Einblick in den Arbeitsalltag von jungen Tech-Unternehmen: Eine Tischtennisplatte und eine umfangreiche Snack-Auswahl gehörten mit zur Büroausstattung. Auch in der Firmenzentrale von Airbnb gehörte die umfangreiche Verpflegung der Mitarbeiter und die kreative Gestaltung der Büroräume mit dazu. Im Gespräch erfuhr die Delegation mehr über das Geschäftsmodell von Airbnb, einer Plattform für die Buchung und Vermietung von Unterkünften, mit weltweit über 2 Millionen Inseraten.</p>
<p><strong>Maria Amundson</strong> von der Kommunikationsberatung <strong>Edelman</strong> kam auf die Schattenseiten des Booms in San Francisco zu sprechen: Durch die hohe Nachfrage an Wohnraum seien die Mieten in die Höhe geschossen (eine Zweizimmerwohnung koste im Durschnitt $3.500 im Monat), und viele Normalverdiener könnten sich eine Wohnung in der Stadt nicht mehr leisten. Die Tech-Gründer würden zwar große Summen spenden, diese würden aber häufig nur für Nischen-Interessen verwendet.</p>
<p>Nicht die ganze Reise über hielt sich die Gruppe in San Francisco auf. Auch eine Fahrt ins Herz des Silicon Valley stand auf dem Programm. Bei <strong>Facebook</strong> in Menlo Park besichtigte die Delegation den Facebook-Campus. <strong>Kevin Quirk</strong> berichtete von Facebooks Initiative, auch dort Internetzugang bereitzustellen, wo keine Glasfaserkabel verlegt sind: mittels Dronen, die durch Laser miteinander verbunden sind. <strong>Kahina van Dyke</strong> berichtete von Facebooks ambitioniertem Vorhaben, auch peer to peer Zahlungen über die Plattform abzuwickeln. Im Start-Up Accelerator <strong>Plug &amp; Play</strong> in Sunnyvale sahen die Reiseteilnehmer junge Gründer bei der Arbeit. Bei einem Panel mit deutschen „Expatriates“ ging es darum, was deutsche Gründer ins Silicon Valley zieht (neben der Lebensqualität auch die größere Nähe zu amerikanischen Geschäftspartnern) und woran es den Deutschen bislang fehlt, um ein eigenes Silicon Valley gründen zu können (Flexibilität, Offenheit für Kooperationen und mehr Risikofreude). Bei <strong>Mercedes Benz Research and Development</strong> in Sunnyvale berichtete deren Leiter Arwed Niestroj, dass gerade ein etablierter Konzern wie Mercedes von der Kreativität des Silicon Valley profitieren will. Besonders das Thema automated driving steht für die Autobauer im Silicon Valley im Mittelpunkt.</p>
<p>Beim Besuch eines <strong>Weinguts</strong> im Napa Valley und einer Fährfahrt nach Sausalito konnte die Delegation nachempfinden, was so viele junge Talente neben den Geschäftsaussichten in die Bay Area lockt: eine wunderschöne Landschaft und ein mediterranes Klima.</p>
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		<title>Mitgliederreise USA 2015</title>
		<link>https://www.atlantik-bruecke.org/mitgliederreise-usa-2015/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[atlantikbruecke]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2015 04:47:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgliederreise USA]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit & Geopolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Innovation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei der diesjährigen Mitgliederreise in die USA erlebte die Atlantik-Brücke-Delegation zwei ganz unterschiedliche Seiten des Landes. In Washington, DC, führte die Gruppe vom 18.-20. Oktober Gespräche zu Politik und Finanzthemen; im Silicon Valley ging es vom 21.-23. Oktober um Entrepreneurship und Innovation.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der diesjährigen Mitgliederreise in die USA erlebte die Atlantik-Brücke-Delegation zwei ganz unterschiedliche Seiten des Landes. In Washington, DC, führte die Gruppe vom 18.-20. Oktober Gespräche zu Politik und Finanzthemen; im Silicon Valley ging es vom 21.-23. Oktober um Entrepreneurship und Innovation.</p>
<p>Unter den Gesprächspartnern in Washington, DC, waren <strong>Caroline Atkinson</strong>, Deputy Assistant to the President of the United States and Deputy National Security Advisor for International Economic Affairs, <strong>David Lipton</strong>, stellvertretender Direktor des Internationalen Währungsfonds, <strong>Stanley Fischer</strong>, stellvertretender Vorsitzender der Federal Reserve, <strong>Nathan Sheets</strong>, Undersecretary of International Affairs, U.S. Department of the Treasury, <strong>amerikanische Abgeordnete</strong> sowie der deutsche Botschafter in den USA, <strong>Dr. Peter Wittig</strong>. Thematisiert wurden aktuelle Fragen der transatlantischen Kooperation wie das Verhältnis zu Russland, die außen- und sicherheitspolitische Lage im Nahen und Mittleren Osten, die ökonomische Situation Chinas und ihre Auswirkungen auf den Westen und das geplante transatlantische Freihandelsabkommen TTIP.  Darüber hinaus standen auch Fragen auf der Agenda, die Deutschland derzeit besonders bewegen: die Flüchtlingskrise, die Kredite an Griechenland und der Abgas-Skandal bei VW. Mit einem Termin in der <strong>Microsoft</strong>-Repräsentanz in Washington, bei dem es um Fragen des Datenschutzes ging, wurde die Brücke zum zweiten Teil der Reise geschlagen.</p>
<p>An der Westküste traf die Delegation unter anderem <strong>Margit Wennmachers</strong> und <strong>John O’Farrell</strong>von der Venture Capital Firma <strong>Andreessen Horowitz</strong> und besuchte das <strong>HP Cyber Defense Center</strong> sowie das <strong>BOSCH Research and Technology Center</strong>. An der <strong>Stanford University </strong>diskutierten die Atlantik-Brücke-Mitglieder mit <strong>Professor Robert Burgelman </strong>und <strong>John Thomas</strong>, Chairman der Firma Priv8pay, über die Auswirkungen neuer elektronischer Bezahlmodelle und Währungen. Bei einem Panel mit Repräsentanten erfolgreicher Start-Ups wurde über „Disruption“ diskutiert, also darüber, wie neue Unternehmen mit revolutionären Ideen traditionelle Geschäftsmodelle in Frage stellen. Dabei waren unter anderem <strong>Lex Bayer</strong> von <strong>Airbnb</strong> und <strong>Kevin Laws</strong> von <strong>AngelList</strong>. Bei <strong>Google</strong> traf die Delegation auf <strong>Kent Walker</strong>, Senior Vice President and General Counsel, sowie auf <strong>Philipp Schindler</strong>, Vice President, Global Sales and Operations. Mit Headsets aus Pappe konnten die Reiseteilnehmer einen Blick in die Zukunft der Virtual Reality werfen, bevor sie sich wieder auf den Weg nach Deutschland machten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.atlantik-bruecke.org/mitgliederreise-usa-2015/">Mitgliederreise USA 2015</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.atlantik-bruecke.org">Atlantik-Brücke e.V.</a>.</p>
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