Der aktuelle Arbeitsmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Demografische Veränderungen, technologische Innovationen wie Künstliche Intelligenz (KI) sowie Fachkräfteengpässe führen – insbesondere im Zusammenspiel mit aktuellen Fragen der Arbeitszeitgestaltung – zu vielfältigen gesellschaftlichen Spannungsfeldern. Gleichzeitig stehen Deutschland und Europa vor der Herausforderung einer zunehmenden Wachstumsschwäche sowie der Frage, wie sich Produktivität künftig steigern lässt. Arbeitsmarktdynamiken spielen dabei eine wichtige Rolle: Gerade in Zeiten technologischer Umbrüche kann ein flexibler Arbeitsmarkt Wachstum und Innovation fördern, während starre Verhältnisse wirtschaftliche Anpassungsprozesse erschweren können. Vor diesem Hintergrund stellen sich zentrale Fragen: Welche aktuellen Dynamiken prägen den Arbeitsmarkt? Wie wird sich die Arbeitswelt durch den Einsatz von KI verändern? Und welche Ansätze müssen berücksichtigt werden, um den Arbeitsmarkt der Zukunft erfolgreich zu gestalten?
Gemeinsam mit Prof. Nicola Fuchs-Schündeln, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung und Professorin für Makroökonomie und Entwicklung an der Goethe-Universität Frankfurt, möchten wir darüber sprechen, wie sich Arbeit angesichts aktueller Dynamiken verändert. Prof. Fuchs-Schündeln promovierte in Wirtschaftswissenschaften an der Yale University, war Assistant Professor of Economics an der Harvard University und hat eine Ehrendoktorwürde der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg inne. Sie erhielt 2018 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die höchste wissenschaftliche Auszeichnung in Deutschland. Zudem ist sie Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina sowie der wissenschaftlichen Beiräte des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und der Deutschen Bundesbank.