Sicherheit & Geopolitik

„What works in Ukraine may or may not work in Taiwan“

Das jährlich stattfindende GLOBSEC Forum ist die wichtigste Sicherheitspolitische Konferenz der CEE Region. Das Forum fand vom 20.-23. Mai statt – mit der Atlantik-Brücke als offiziellen Partner.

Das Themenspektrum reichte von den Chancen der Energiewende über den Kampf gegen Desinformationskampagnen bis hin zu Europas digitaler Souveränität. Ein besonderer Fokus lag auf der Entwicklung der Ukraine hin zum Partner auf Augenhöhe und der Frage, was der Rest Europas aus ihrer Kriegserfahrenheit und der Innovationsfähigkeit ihres Militärs lernen kann.

Es war daher nur konsequent, dass auf dem Panel der Atlantik-Brücke gleich zwei Ukrainer vertreten waren. Der ehemalige Verteidigungsminister der Ukraine, Oleksii Reznikov, und der CEO des Defense-Tech Unternehmens SWARMER, Serhii Kupriienko, diskutierten mit der Niederländerin Col. Mietta Groeneveld, Director des NATO Command and Control Centre of Excellence und dem CEO des französischen Drohnenherstellers Delair, Bastien Mancini, über die Herstellung, den Einsatz, und die Abwehr von Drohnen. Lt. Gen. Ben Hodges, ehemaliger Commanding General der US Army in Europa und Vorstandsmitglied der Atlantik-Brücke, eröffnete die Session. 

Im Zentrum des Austausches stand der Umgang mit den rapiden Innovationen in der Drohnentechnologie. Wie können Neuerungen besser skaliert werden, um die Preise niedrig zu halten? Wie können Beschaffungsprozesse des Militärs angepasst werden, wenn die eingekaufte Technologie innerhalb weniger Monate obsolet wird? Und wie können Hersteller schnell belastbare Trainingsdaten erhalten?

Die Politikempfehlungen aus dem Panel waren wie folgt:

  • Wer selbst produziert, versteht das eigene Produkt besser und kann schneller Anpassungen vornehmen. Daher sollten staatliche Förderungen nicht nur in Grundlagenforschung, sondern insbesondere in die Herstellung von Verteidigungstechnologien in west- und mitteleuropäischen Ländern fließen.
  • Die Ausstattung von Soldat*innen sollte diversifiziert werden, anstatt nur auf ein Produkt zu setzen. Ziel ist mittelfristig ein Feedback-Loop zwischen kleineren Herstellern und dem Militär – die Hersteller erhalten wertvolle Trainingsdaten, die Soldat*innen Erfahrungen mit innovativen Technologien.
  • Produkte ohne chinesische Bestandteile sind ca. drei Mal so teuer wie jene, die chinesische Materialien benutzen. Hier braucht es massive staatliche Investitionen, um die Abhängigkeit von China zu reduzieren, das sowohl an Russland als auch an die Westliche Allianz verkauft.
  • Militärische Beschaffungsprozesse müssen enorm vereinfacht werden, um schneller zu werden.
  • Wir müssen uns vor Augen halten, wofür wir kämpfen. Nicht abstrakte Ideale, sondern eine Zukunft, in der unsere Kinder nicht in Bunkern leben müssen.

Im Anschluss auf das Panel interviewten wir Gen. Lt. Ben Hodges zu seinen persönlichen Lehren aus dem Forum: