Außen- und Sicherheitspolitik

Trudeau: „Putin versteht nicht, wie stark Demokratien sind“

Kanadischer Premierminister hält Berlin Keynote
Justin Trudeau während der Berlin KeynoteFoto: Thomas Trutschel/photothek
Sigmar Gabriel während seiner BegrüßungsanspracheFoto: Thomas Trutschel/photothek
Justin Trudeau hält seine Berlin Keynote im Allianz Forum.Foto: Thomas Trutschel/photothek
Justin Trudeau zu Gast bei der Atlantik-BrückeFoto: Thomas Trutschel/photothek
Dr. Christoph Heusgen während seiner Replik auf Trudeaus KeynoteFoto: Thomas Trutschel/photothek
Anna Sauerbrey im Gespräch mit Justin TrudeauFoto: Thomas Trutschel/photothek
Fragestellerin während der Q+A-SessionFoto: Thomas Trutschel/photothek
Justin Trudeau beantwortet Fragen aus dem Publikum.Foto: Thomas Trutschel/photothek
Kontrollmonitor während der moderierten Diskussion mit den GästenFoto: Thomas Trutschel/photothek
Hoher Besuch am Brandenburger Tor: Dr. Christoph Heusgen, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, Stéphane Dion, kanadischer Botschafter in der Bundesrepublik, Mélanie Joly, Außenministerin von Kanada, Sigmar Gabriel, Vorsitzender der Atlantik-Brücke, Justin Trudeau, Premierminister von Kanada, und Chrystia Freeland, stellvertretende Premierministerin und Finanzministerin von Kanada (von links).Foto: Thomas Trutschel/photothek

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hat in seiner Berlin Keynote der Atlantik-Brücke Russlands Krieg gegen die Ukraine scharf verurteilt. „Russland hat die Werte angegriffen, die die Säulen der internationalen Staatengemeinschaft bilden“, sagte Trudeau vor den Gästen im Allianz-Forum am Pariser Platz. Russlands Präsident Wladimir Putin habe sich sehr verkalkuliert, betonte Trudeau: „Er hat die Courage des ukrainischen Volkes unterschätzt, ebenso wie die Entschlossenheit des Westens.“ Putin habe nicht erwartet, dass die Demokratien in der Welt so eindeutig zusammenarbeiteten, vor allem was die Härte und den Umfang der internationalen Sanktionen gegen Russland betrifft. Putin verstehe nicht, wie stark Demokratien wirklich seien. Kanadas Premier lobte in diesem Kontext die Rolle Deutschlands: „Es war keine einfache Entscheidung für die Bundesregierung, die Zertifizierung für Nord Stream 2 zu stoppen. Aber es war die richtige Entscheidung.“

In seiner Begrüßung hob Sigmar Gabriel, Vorsitzender der Atlantik-Brücke, die besondere Beziehung beider Länder hervor: „Kanada und Deutschland sind seit Jahrzehnten eng miteinander verbunden, nicht zuletzt innerhalb der NATO.“ Kaum ein anderes Land verkörpere so sehr die europäischen Werte der Aufklärung wie Kanada. Mit Blick auf den russischen Überfall auf die Ukraine sagte Gabriel, Putins Aggressionskrieg verdeutliche, „dass wir einmal mehr in ein düsteres Zeitalter eintreten“. Russland führe einen Krieg gegen sämtliche fundamentalen Prinzipien der freien Welt. „Wir dürfen nicht das Vertrauen in die Fähigkeiten unserer freien Gesellschaften verlieren, der Aggression Russlands zu widerstehen“, betonte Gabriel.

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Dr. Christoph Heusgen, schilderte in einer Replik auf Premier Trudeaus Rede die äußerst angespannte Lage aus Sicht eines früheren Spitzen-Diplomaten. „Wir leben jetzt in sehr schweren Zeiten. Diplomaten haben sich seit Langem nicht mehr in einer solch kritischen Situation wie heute befunden“, sagte der ehemalige Botschafter Deutschlands bei den Vereinten Nationen. Im Anschluss moderierte Anna Sauerbrey, außenpolitische Koordinatorin der Wochenzeitung Die Zeit, eine Diskussion zwischen Trudeau und den Gästen.

Der kanadischen Delegation gehörten auch die stellvertretende Premierministerin und Finanzministerin Chrystia Freeland, die kanadische Außenministerin Mélanie Joly und Botschafter Stéphane Dion an.

Diese Veranstaltung fand in Kooperation mit der Münchner Sicherheitskonferenz und der kanadischen Botschaft in Deutschland statt.

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