Atlantik-Brücke

Geschichte der Atlantik-Brücke

Wie ein Verein Deutschlands Aufbruch in die internationale Gemeinschaft stützt

Die Anfänge der Atlantik-Brücke

Die Atlantik-Brücke wurde im Jahr 1952 gegründet. Die Bundesrepublik war jung, und es fehlte an zivilgesellschaftlichen Kräften, um die Bindung an den Westen nachhaltig und langfristig zu stärken. Das Ziel der Gründungsväter und -mütter des überparteilichen Vereins, der bis 1956 den Namen Transatlantik-Brücke trug, war es, das Vertrauen der Amerikaner in die Deutschen wiederaufzubauen. Damit wollten sie den Grundstein für ein gutes transatlantisches Verhältnis legen.

Die Gründer der Atlantik-Brücke waren Eric M. Warburg (Bankier), Erik Blumenfeld (Unternehmer und Politiker), Dr. Marion Gräfin Dönhoff (Journalistin und Herausgeberin der „Zeit“), Ernst Friedlaender (Journalist), Dr. Hans Karl von Borries (Unternehmer) und Dr. Gotthard Freiherr von Falkenhausen (Bankier). In den USA wurde zeitgleich mit der Atlantik-Brücke der American Council on Germany (ACG) als amerikanische Schwesterorganisation gegründet, die dort das Verständnis für und den Austausch mit Deutschland zu fördern begann.

Die Geschäftsstelle der Atlantik-Brücke befand sich anfangs in Hamburg, zog 1983 nach Bonn, um den unmittelbaren Kontakt zur Politik zu suchen, und sitzt seit 1999 in Berlin.

Ein Treffpunkt für deutsche und amerikanische Führungskräfte

Seit ihrer Gründung möchte die Atlantik-Brücke vor allem die persönliche Begegnung zwischen deutschen und amerikanischen Führungskräften fördern. Hochrangigen Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft von beiden Seiten des Atlantiks bietet sie daher eine Plattform für Treffen und für die Vernetzung mit ihresgleichen.

Die Mitgliederzahl ist beschränkt, um die Exklusivität des Vereins zu wahren. Allerdings wurde die Anzahl der Mitglieder über die Jahre dennoch von 60 auf 500 angehoben, was auch das Wachsen der deutschen Elite seit dem Ende des Krieges reflektiert. Bei Veranstaltungen in kleinem Rahmen fanden die Mitglieder und Gäste der Atlantik-Brücke stets einen geschützten Raum für vertrauliche Gespräche zu transatlantischen Themen. Ein Beispiel für diese Art von Zusammenkünften sind die Deutsch-Amerikanischen Konferenzen, die 1959 ins Leben gerufen wurden und in enger Zusammenarbeit mit dem ACG abwechselnd in Deutschland und den USA durchgeführt werden. 1973 kam das Young Leaders-Programm hinzu, mit dem die Atlantik-Brücke Begegnungen deutscher und amerikanischer Nachwuchsführungskräfte fördert. 1986 wurde mit den jährlichen Deutsch-Kanadischen Konferenzen der Wirkungskreis der Atlantik-Brücke auf Kanada ausgedehnt.

„Public Diplomacy“ in den USA

Die Atlantik-Brücke bemühte sich anfangs besonders, die amerikanische Öffentlichkeit über Deutschland zu informieren und so das Interesse für Land und Leute zu wecken. So haben die Mitglieder beispielsweise Artikel und Leserbriefe in amerikanischen Medien veröffentlicht, die deutsche Standpunkte erläutern sollten. Deutschlandseminare für amerikanische Lehrer, die 1965 ins Leben gerufen wurden, wenden sich noch heute an eine Gruppe wichtiger Multiplikatoren. Der Begriff der „Public Diplomacy“, also etwa: Öffentlichkeitsdiplomatie, stammt aus der amerikanischen Politikwissenschaft der Sechzigerjahre. Er meint Bemühungen, die auf die Öffentlichkeit und Meinungsbildung eines anderen Landes abzielen.

Zusammenarbeit mit den amerikanischen Streitkräften

Die Kooperation mit den amerikanischen Streitkräften in Deutschland war der Atlantik-Brücke stets ein großes Anliegen. Von 1957-1970 gab der Verein ein englischsprachiges Informationsblatt für in Deutschland stationierte amerikanische Soldaten heraus. Zusätzlich wurden politische Bildungsseminare für amerikanische Offiziere angeboten. Seit 1990 finden im Magnus-Haus in Berlin-Mitte jährliche Expertengespräche mit dem U. S. European Command statt, also dem für Europa zuständigen Oberkommando der US-Streitkräfte. Dort kommen deutsche und amerikanische Generäle mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und den Medien zusammen.

Die Atlantik-Brücke nach dem Kalten Krieg

Mit dem Ende des Kalten Krieges hat sich das transatlantische Verhältnis grundlegend gewandelt. Europa und Amerika sind mit anderen ökonomischen, ökologischen und politischen Herausforderungen konfrontiert und sind heute eng in ein globales Netz von Akteuren eingebunden. Der transatlantische Dialog steht damit ebenfalls vor neuen Aufgaben. Er wird durch eine Vielzahl neuer Themen bestimmt. Damit hat sich auch die Arbeit der Atlantik-Brücke verändert. Zwar wurden viele der bewährten Formate (wie die Konferenzen und Arbeitsgruppen) beibehalten, doch es sind andere und neue Inhalte hinzugekommen. So beschäftigt sich die Atlantik-Brücke heute unter anderem neben außenpolitischen Themen auch mit Fragen der Digitalisierung und dem Themenkomplex Klima und Energie.

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