Mittelmächte im Aufbruch: Deutschland und Kanada suchen den gemeinsamen Kurs
Kritische Mineralien, eine neue EU-Kanada-Sicherheitspartnerschaft und souveräne KI: Die 39. Deutsch-Kanadische Konferenz der Atlantik-Brücke lotete am 18. und 19. Mai in Berlin aus, wie zwei Mittelmächte in einer von Großmachtkonkurrenz geprägten Weltordnung gemeinsam Handlungsspielräume gewinnen.
Die 39. Deutsch-Kanadische Konferenz, ausgerichtet von der Atlantik-Brücke und ihrem kanadischen Pendant, hat am 18. und 19. Mai 2026 in Berlin politische Entscheidungsträger, Industrievertreter und Wissenschaftler beider Länder zusammengebracht. Den Auftakt bildete am ersten Tag ein Besuch des Bundesrats, gefolgt von einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Transatlantic Business Initiative im Haus der Deutschen Wirtschaft. Im Zentrum standen dort kritische Mineralien und die deutsch-kanadische Absichtserklärung zur Rohstoffkooperation beider Länder.
Der Hauptkonferenztag am zweiten Tag in der kanadischen Botschaft spannte einen weiten Bogen geopolitischer und gesellschaftlicher Fragen: Es ging um die transatlantische Forschungskooperation, die strategische Bedeutung der Arktis, die EU-Kanada-Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft, die bevorstehende KI-Transformation in der Medienindustrie sowie die Deutsch-Kanadische Digitalallianz.
Auf der Konferenz führten wir ein Interview mit Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des IW Köln und stellvertretender Vorsitzender der Atlantik-Brücke und Nik Nanos, Gründer und Geschäftsführer von Nanos Research und Vorsitzender der Atlantik Brücke Canada. Sie sprachen mit uns darüber, wie sich die Deutsch-Kanadische Konferenz in den letzten 10 Jahren verändert hat, wieso Wissenschaftsfreiheit ein Wettbewerbsvorteil für Kanada und Deutschland darstellt und wie die Migrationsdebatte konstruktiver geführt werden könnte.
Leseempfehlung: Das Positionspapier von David Bosold und David G. Haglund untersucht die „besondere Beziehung“ zwischen Kanada und Deutschland unter dem Gesichtspunkt der „strategischen Kultur“ und stützt sich dabei auf die Symbole der „Mittelmacht“ und des „Dreh- und Angelpunkts“ als analytische Ankerpunkte.



















